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Wie soll sie nur heißen? Gründer tun sich oft schwer, den passenden Namen für ihre Website zu finden – denn gefühlt sind alle guten Adressen längst vergeben. Wie die Suche danach trotzdem gelingt, verraten die folgenden Tipps:

1. Die Basics

Als Faustregel gilt: Die Internetadresse sollte möglichst kurz, gut verständlich und leicht zu merken sein. Besonders bei Smartphones ist die Eingabe langer Adressen ein Alptraum – und die Gefahr, sich zu vertippen, groß. Außerdem können sich potenzielle Kunden komplizierte Domain-Namen kaum merken, und das wiederum ist schlecht für Gründer, die erfolgreich eine Marke aufbauen wollen. Das kann nämlich nur funktionieren, wenn der Name im Gedächtnis hängen bleibt.

Ob die Wunschadresse bei den Zielgruppen funktionieren wird, lässt sich ganz einfach feststellen: Einfach die Adresse per Sprachnachricht an einen Freund oder Bekannten senden und ihn bitten, das Gehörte per Textnachricht zurückzuschicken. Ist alles richtig geschrieben, ist die Domain gut gewählt. Enthält die Nachricht Fehler, ist eine alternative Variante die bessere Wahl.

Wer weiß, welche Regeln für das Erstellen von Domains gelten, tut sich leichter, den passenden Namen zu finden. Die gute Nachricht: Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.

Diese Regeln gelten für Internetadressen:

  • Die Domain darf zwischen einem und 63 Zeichen lang sein.
  • Sie darf alle Buchstaben von A-Z und alle Zahlen von 0-9 enthalten.
  • Bindestriche sind erlaubt und sinnvoll: Die italienische Firma Powergen entschied sich etwa einst, Firmennamen und Unternehmenssitz zu kombinieren – und sorgte mit powergenitalia.com bestimmt für viel Komik. Ein Bindestrich hätte das Missverständnis allerdings verhindert.
  • Auch Umlaute sind erlaubt. Allerdings sind „ä“, „ö“ und „ü“ in anderen Sprachen kaum bekannt und ihr Einsatz deswegen nur bedingt empfehlenswert.

2. Beschreibender Begriff oder Fantasiename

Es ist noch nicht lange her, da waren besonders die sogenannten Exact Match Domains (EMD) beliebt. Übersetzen lässt sich „exact match“ mit „genau übereinstimmend“. Das bedeutet, dass der Name einer Website und ein Suchbegriff genau zueinander passen. Wenn also ein Internetnutzer nach Wanderschuhen sucht, dann würde die Domain wanderschuhe.de seine Anfrage genau treffen.  Mittlerweile haben Exact Match Domains keinen so großen Stellenwert mehr, weil Suchmaschinen mehr Gewicht auf relevante und hochwertige Inhalte legen.

Einen Vorteil gibt es allerdings, wenn bereits die Domain einen Suchbegriff enthält: Potenzielle Kunden wissen genau, was sie auf der Website erwarten können. Lautet eine Adresse also zum Beispiel lampen-kaufen.de, dann ist klar, welches Angebot dahinter steht. Die wirklich guten und knackigen Namen dürften allerdings längst vergeben sein – und Ausweich-Adressen wie lampen-billiger-kaufen-24.de wirken nicht wirklich seriös. Außerdem ist es bei solchen beliebigen Begriffen viel schwerer, eine unverwechselbare Marke aufzubauen.

Weltweit bekannt sind vor allem Unternehmen, deren Angebot nicht direkt im Namen steckt. Amazon, eBay, Google oder Starbucks dürften wohl jedem Kind ein Begriff sein. Sie alle erlangten allerdings nicht Bekanntheit aufgrund ihrer transparenten Namen, sondern weil sie viel Wert auf den Aufbau ihrer Marken gelegt hatten. Für alle Gründer also, die bereit sind, mit Zeit und der richtigen Strategie in ihre Marke zu investieren, kann ein Fantasiename die bessere Wahl sein.

Die goldene Mitte: eine Kombination aus beidem

Es gibt noch eine dritte Möglichkeit – die Kombination aus beschreibendem Begriff und Fantasienamen. Hier besteht ein Wortteil aus einem Keyword, das die Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens näher beschreibt. Der zweite Teil des Namens ist der Fantasie-Teil, der mit dem eigentlich Angebot auf den ersten Blick nichts zu tun hat. Insgesamt entsteht so eine Wortneuschöpfung, die bei (potentiellen) Kunden bestimmte Assoziationen auslösen soll – und die sie mit dem Unternehmen verbinden. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Online-Bezahldienst PayPal. Gründer, die mit ihren Kreationen ebenfalls Bilder im Kopf schaffen wollen, können übrigens ganz einfach testen, ob das klappt: Einfach Freunde oder Bekannte fragen, was sie mit dem gewählten Namen verbinden.

3. Die passende Domain-Endung

Wenn es um die Wahl der passenden Domain-Endung ging, gab es lange kaum Alternativen – Gründer entschieden sich entweder für .de oder .com. Der Vorteil: Weil es nicht viele Möglichkeiten gab, war es leicht, sich für eine Endung zu entscheiden. Der Nachteil: Weil jede Adresse nur einmal vergeben werden kann, waren viele kurze und einprägsame Namen unter .de und .com bald nicht mehr frei. Mittlerweile ist die Auswahl viel größer geworden, denn seit 2014 bereichern mehr als 1.000 neue Domain-Endungen das Internet.

Dazu gehören Endungen, die den Standort eines Unternehmens deutlich machen. Statt gruenden-in-hamburg.de kann jetzt zum Beispiel auch gruenden.hamburg registriert werden. So wird die Adresse nicht nur kürzer, sie fällt auch mehr auf und bleibt damit leichter im Gedächtnis hängen. Bei einer lokalen Suche rankt sie im Schnitt außerdem um eine Position höher als eine .de- oder .com-Domain. Außer .hamburg gibt es in Deutschland bisher .berlin, .koeln, .bayern, .nrw, .saarland und .ruhr.

Außerdem gibt es Domain-Endungen, die auf die Branche eines Unternehmens verweisen. Gründer, die sich für einen Fantasienamen im Hauptteil der Internetadresse entscheiden, können ihren Kunden so trotzdem zeigen, worum es geht. Unternehmen aus der Tech-Branche könnten sich zum Beispiel für die Endung .tech entscheiden. Wer sich auf Fahrräder spezialisiert, macht das anhand von .bike deutlich, wer allgemein auf Fitness setzt anhand von .fitness. Für Unternehmen wiederum, die beratend tätig sind, könnte .consulting die richtige Wahl sein. Es gibt hier wirklich viele Möglichkeiten. Bevor sich Gründer entscheiden, sollten sie daher überlegen, ob die Wunsch-Endung auch wirklich zum Angebot und den Zielgruppen passt.

Was tun, wenn die Wunschadresse schon vergeben ist?

Eigentlich ist die perfekte Domain gefunden – doch dann folgt die Enttäuschung: Sie ist längst vergeben. Das kann zum einen der Fall sein, weil sich ein Konkurrent die Adresse schon geschnappt hat. Es gibt aber auch Domain-Händler, die Adressen kaufen, um sie anschließend weiter zu verkaufen. In der Regel ist so ein Domain-Verkauf mit höheren Kosten verbunden, deswegen sollten Gründer, die diesen Weg gehen möchten, vorab ein Budget festlegen. Eine Alternative dazu ist, sich einfach eine Variante der Wunschadresse zu überlegen. Mithilfe der neuen geografischen und branchenspezifischen Endungen funktioniert das ziemlich gut. Möglich ist aber auch, die Wunschdomain zu erweitern. Tesla, zum Beispiel, hat bis 2016 teslamotor.com genutzt, weil tesla.com schon vergeben war.

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Martin Schütters ist seit Langem in der Gründerszene tätig. Aufgrund eines selbst gegründeten Unternehmens und die daraus entstandenen Erfahrungswerte sieht er sich in der Verantwortung Junggründern mit Hilfestellungen den Weg zu weisen.