Tippen, die Tipps auf Social Media teilen und ganz einfach den Überblick behalten – alles möglich mit der neuen Tipp-Spiel-App namens typpt. Wir haben uns mit dem Geschäftsführer Ingo-Marc Ferdini des Münchner Startups über Gründerthemen unterhalten.

GF: Erläutere unseren Lesern kurz, warum Du gegründet hast und was Du genau machst?

IF: Ich wollte schon immer eigene Ideen umsetzen, selbstständig sein und meinem eigenen Rhythmus folgen. Vor zehn Jahren habe ich mich dann mit einer Agentur für mobile Lösungen selbstständig gemacht. Und hier entstehen immer wieder Ideen, so wie jetzt mit der typpt GmbH, in der einige Mitstreiter und ich eine Social-Tipp-Spiel-App mit Echtgeld-Gaming-Charakter umgesetzt haben.

GF: Warum hast Du dich für den Bereich mobile Tipp-Spiele entschieden?

IF: Da ich seit über 17 Jahren im Mobile-Bereich tätig bin und für zahlreiche Kunden mit meiner Agentur unter anderem mobile Community-Lösungen umgesetzt habe, kam mir die Idee in einer Sportsbar. Es wurde gerade ein Bundesliga-Spiel angepfiffen und meine Freunde und ich wollten noch schnell untereinander tippen. Auch ein Freund aus dem Ausland hatte angerufen und wollte dabei sein. Für ihn wurde stellvertretend ein Euro in die Mitte gelegt und die Tipps auf einem Bierdeckel notiert, dem Vorgänger der typpt-App. Ich fand es schade, dass nicht alle in Echtzeit tippen können und der Freund aus dem Ausland außen vor war. Während des Spiels kam mir der Gedanke, dass es dafür eine mobile Lösung geben muss, doch 2007 war die Zeit des Smartphones noch nicht richtig gekommen. Somit konzipierte ich damals eine mobile Web-Plattform für Tipp-Spiele.

Anfang 2015 war für mich die Zeit für eine innovative und soziale Tipp-Spiel-App endlich reif und ich entwickelte gemeinsam mit Freunden typpt. Ein Tippspielerlebnis mit Echtgeld-Gaming-Charakter, das die sozialen Trends der Messenger Dienste mit der Einfachheit eines Bierdeckel-Tipps um Kleinstbeträge und deren direkten Gutschrift verbindet.

typpt Team, v.l.n.r._Frank Hesse, Daniel Sehrt, Dr. Andreas Blaue, Peter Sigl, Florian Schoenhammer, Ingo-Marc Ferdini ©Mobile Meisterei GmbH
GF: Ist Dein Startup eigen- oder fremdfinanziert? Welche Vor- und Nachteile siehst Du darin?

IF: Bisher ist das Startup rein „gebootstrappt“, wir haben also bis dato auf externe Hilfe verzichtet und das Unternehmen eigenständig finanziert. Zum weiteren Ausbau, vor allem für die technische Weiterentwicklung und das Marketing, werden aber im neuen Jahr externe Investoren angesprochen.

Der große Vorteil einer Eigenfinanzierung ist die Unabhängigkeit deiner Entscheidungen, man muss keinem Investoren Rechenschaft ablegen. Zudem ist es das eigene Geld, auf das man gefühlsmäßig in der Regel mehr aufpasst. Zuletzt gibt man erst einmal keine Anteile an externe Investoren ab und kann den Wert des Unternehmens mit eigenen Mitteln steigern. Der Nachteil ist, dass eine Eigenfinanzierung normalerweise endlich und/oder begrenzt ist, sodass Investitionen in Wachstum, z.B. in Marketing, Personal etc., langsamer vorangehen.

GF: Für welche Unternehmensform hast Du dich entschieden und warum?

IF: Wir haben uns für eine GmbH als Unternehmensform entschieden. Einerseits aufgrund der Haftungsfrage: Kapitalgesellschaften begrenzen die Haftung im Normalfall nach außen auf das Kapital der Gesellschaft. Das Privatvermögen außerhalb der Kapitalgesellschaft bleibt grundsätzlich geschützt. Andererseits ist die Hinzunahme und das Ausscheiden von Gesellschaftern gut regelbar und zuletzt genießt eine GmbH-Rechtsform ein hohes Ansehen.

GF: Im Rückblick: Würdest Du vom heutigen Wissensstand aus in der Gründungsphase etwas anders machen?

IF: Ich würde vorher noch deutlicher Zuständigkeiten und Pflichten eines jeden Mitstreiters gemeinsam festlegen.

GF: Welche Tipps kannst Du anderen Gründern geben? Findest Du spezielle Tools besonders hilfreich? Wenn ja, welche und warum?

IF: Wichtig ist, die Idee erst einmal gründlich zu untersuchen. Gibt es sie schon? Ist sie markttauglich? Und selbst zum Experten auf dem Gebiet werden. Dann loslegen, ausprobieren und sich nicht beirren lassen, aber trotzdem immer bereit zu Kompromissen sein, denn es kommt immer anders. Außerdem sind Hartnäckigkeit und Ausdauer extrem wichtig. Denn nur, wenn man selbst überzeugt ist, kann man alles für den Erfolg tun. Vorsicht bei der Auswahl seiner Partner, je detaillierter und klarer die Motivation eines jeden formuliert ist, desto weniger böse Überraschungen gibt es im späteren Verlauf! Verträge früh in guten Zeiten für eventuell spätere, schlechtere Zeiten machen.

Wir nutzen zur internen Kommunikation und für das Projektmanagement Slack und Asana, sie sind einfach und übersichtlich strukturiert.

GF: Zuguterletzt: Wo siehst Du Dein Startup in 5 Jahren? Wo soll die Reise hingehen?

Das Wichtigste für uns ist, die Einfachheit des Konzepts zu erhalten und es nicht mit zu vielen neuen Features zu verkomplizieren: „Simplicity is the beauty“. Trotzdem muss viel optimiert werden, vor allem der Bereich der Geldfunktion soll ausgebaut und vereinfacht werden. Ebenso wie das Ausgleichen der Schulden untereinander, jedoch darf der Gamification-Effekt nicht vernachlässigt werden.

Auch der Ausbau der Plattform in neue Technologiebereiche, wie beispielsweise Voice (Alexa etc.), soll vorangetrieben werden, da wir uns als Anbieter einer Technologieplattform verstehen. Diese möchten wir auch Unternehmenskunden in White-Label-Form anbieten. Auch eine Expansion in weitere Auslandsmärkte ist geplant. Kurzum: In fünf Jahren möchten wir die führende Social-Tipp-Spiel-App mit Echtgeld-Gaming-Charakter sein.

Wir bedanken uns für die ausführlichen Antworten und wünschen typpt viel Erfolg!

Weitere Gründer-Interviews findet ihr bei Gründerfreunde hier.