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Neu gefasst am 22. September 2026: Die Fassung vom September 2021 bestand aus fünf Must-haves, vom Kaffeeautomaten bis zur Couch. Die fünf gibt es weiter unten noch, aber davor stehen jetzt die Fragen, die beim ersten Büro wirklich Geld kosten: Braucht das Startup überhaupt eins, welche Büroform passt, was verlangen Arbeitsstättenverordnung und Technische Regeln, und was lässt sich steuerlich absetzen. Alle Zahlen sind mit Quelle verlinkt.
Das erste eigene Büro ist für viele Gründerinnen und Gründer ein Meilenstein: Aus dem Plan wird ein Ort. Genau deshalb wird es oft zu früh und zu groß gemietet. Ein Startup-Büro sollte vor allem eines können: mitwachsen, ohne das Team zu fesseln. Dieser Ratgeber führt von der Grundsatzfrage über die Büroformen und die gesetzlichen Mindestmaße bis zur Einrichtung und zur Steuer.
Braucht dein Startup überhaupt ein Büro?
Die ehrliche Antwort lautet in den ersten Monaten oft: noch nicht. Zu Hause zu arbeiten ist in Deutschland Normalität geworden. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts arbeiteten 2025 rund 25 Prozent der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich im Homeoffice, vor der Pandemie waren es 13 Prozent. Für ein Team von zwei oder drei Personen, das sich zweimal die Woche trifft, reicht anfangs ein Tagesplatz im Coworking oder das Wohnzimmer.
Das Finanzamt hilft dabei: Für jeden Tag, an dem du überwiegend zu Hause arbeitest und keine erste Tätigkeitsstätte aufsuchst, kannst du nach § 4 Abs. 5 Nr. 6c EStG eine Tagespauschale von 6 Euro abziehen, höchstens 1.260 Euro im Jahr. Ein eigenes Büro lohnt sich erst, wenn mindestens einer dieser Gründe zutrifft: Kunden kommen regelmäßig vorbei, das Team ist auf gemeinsame Präsenz angewiesen, ihr braucht Lager, Werkstatt oder Labor, oder die Wohnungen geben schlicht keinen Arbeitsplatz mehr her.
Büroformen im Vergleich: Homeoffice, Coworking, Untermiete, eigenes Büro
Zwischen Küchentisch und eigenem Mietvertrag liegen mehrere Stufen. Der wichtigste Unterschied ist nicht der Preis pro Quadratmeter, sondern die Bindung: Wie schnell kommst du wieder raus, wenn das Team wächst oder schrumpft? Ein Gewerbemietvertrag läuft häufig über mehrere Jahre, ein Coworking-Platz oft nur einen Monat.
| Büroform | Bindung | Was du zahlst | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Homeoffice | keine | Tagespauschale bringt Steuerersparnis statt Kosten | Solo-Gründung, verteilte Teams, Vorgründungsphase |
| Coworking | meist monatlich kündbar | Platz oder Raum je Monat, Nebenkosten inklusive | zwei bis acht Personen, Kundentermine im Besprechungsraum |
| Untermiete bei einem anderen Unternehmen | Verhandlungssache, oft flexibel | anteilige Miete, häufig ohne Kaution | Teams, die Nähe zu Partnern oder Branche suchen |
| Eigenes Büro | Gewerbemietvertrag, oft mehrere Jahre | Kaltmiete, Nebenkosten, Kaution, Einrichtung, Versicherung | ab etwa acht Personen, Lager oder Werkstatt, regelmäßige Kundschaft |
Coworking gibt es längst nicht mehr nur in Großstädten. Welche Angebote auf dem Land und für Pendler existieren, zeigt unser Beitrag über Coworking-Spaces auf dem Land. Und wer einen Standort für Jahre wählt, prüft vorher die zehn Kriterien für eine sinnvolle Standortwahl, von der Erreichbarkeit bis zur Nähe zu Kunden.

Was das Gesetz verlangt: Flächen, Höhe, Tageslicht
Sobald du Beschäftigte hast, gilt die Arbeitsstättenverordnung, und die kennt Mindestmaße. Konkret werden sie in der Technischen Regel ASR A1.2 „Raumabmessungen und Bewegungsflächen“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Als Arbeitsräume dürfen danach nur Räume genutzt werden, deren Grundfläche mindestens 8 Quadratmeter für einen Arbeitsplatz zuzüglich mindestens 6 Quadratmeter für jeden weiteren Arbeitsplatz beträgt. Für Büro- und Bildschirmarbeitsplätze in Zellenbüros nennt die Regel als Richtwert 8 bis 10 Quadratmeter je Arbeitsplatz einschließlich Möblierung, in Großraumbüros wegen der Verkehrsflächen und der Störwirkungen 12 bis 15 Quadratmeter.
Dazu kommen die lichte Höhe von mindestens 2,50 Metern bei Räumen bis 50 Quadratmeter Grundfläche und eine freie Bewegungsfläche am Arbeitsplatz von mindestens 1,50 Quadratmetern. Die Arbeitsstättenverordnung selbst verlangt außerdem, dass Arbeitsräume möglichst ausreichend Tageslicht erhalten und eine Sichtverbindung nach außen haben, und bei mehr als zehn Beschäftigten einen Pausenraum oder einen entsprechenden Pausenbereich. Ein fensterloser Kellerraum mit fünf Schreibtischen ist deshalb kein Sparmodell, sondern ein Rechtsverstoß.
Rechne die Zahlen vor der Besichtigung durch. Für ein Team von sechs Personen brauchst du nach der Regel mindestens 38 Quadratmeter reine Arbeitsfläche; Besprechungsecke, Küche und Flur kommen obendrauf. Wer das Büro in den ersten zwei Jahren nicht ausfüllt, zahlt für Leere.
Die fünf Must-haves, die den Alltag tragen
Ist die Grundsatzfrage geklärt, kommt die Einrichtung. Fünf Dinge haben sich in jedem Startup-Büro bewährt, unabhängig von Branche und Budget.

Der Kaffeeautomat. Klingt banal, entscheidet aber über den Rhythmus des Tages. In kleinen Büros reicht eine Filtermaschine oder die Herdkanne; ab einem Dutzend Leuten lohnt ein Vollautomat mit mehreren Getränken, einfacher Reinigung und einstellbarer Stärke. Der Automat ist außerdem der Ort, an dem Abteilungen miteinander reden, die sonst nur Nachrichten austauschen.
Ein Ort zum Abschalten. Der Kickertisch ist ein Klischee, aber die Idee dahinter ist richtig: Menschen, die den ganzen Tag auf Bildschirme schauen, brauchen zwischendurch etwas mit den Händen und ohne Display. Ob Kicker, Tischtennisplatte, Basketballkorb am Papierkorb oder ein Garten mit Bank, ist Geschmackssache. Wichtig ist nur, dass die Nutzung erlaubt und erwünscht ist.

Whiteboard oder Flipchart. Ideen, die nur in Chats stehen, verschwinden. Eine große beschreibbare Fläche im Raum macht Pläne sichtbar und hält Diskussionen fest. Das Flipchart hat den Vorteil, dass sich Blätter abnehmen und aufhängen lassen; das Whiteboard ist besser für Skizzen, die sich täglich ändern.
Eine Meeting-Zone. Kundentermine und Teamrunden brauchen einen Ort, der nicht mitten im Arbeitslärm liegt. Es muss kein eigener Raum sein. Raumteiler, Pflanzen oder ein Regal grenzen eine Ecke ab. Ein Tisch aus mehreren Modulen lässt sich für vier Personen oder für zwölf zusammenschieben.
Eine Couch oder Ruhezone. Ein Sofa ist mehr als Deko: Es ist der Platz für das kurze Gespräch, die Lektüre eines Vertrags oder zwanzig Minuten Pause nach einer langen Nacht vor dem Pitch. Ob Schlafen im Büro erlaubt ist, entscheidet die Unternehmenskultur; die Möglichkeit zur Erholung in der Pause ist ohnehin Pflicht.
Ergonomie: Stuhl, Tisch, Bildschirm
Am Möbelbudget zu sparen ist die teuerste Sparmaßnahme im Büro, weil sie sich in Rückenschmerzen und Fehltagen auszahlt. Die Arbeitsstättenverordnung enthält in ihrem Anhang eigene Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätze, vom Bildschirm ohne störende Reflexionen über die getrennte Tastatur bis zu ausreichend Platz für Maus und Unterlagen. Die Arbeitsfläche muss so bemessen sein, dass sich Bildschirm, Eingabegeräte und Unterlagen flexibel anordnen lassen, und vor der Tastatur muss Platz zum Auflegen der Handballen bleiben. In der Praxis heißt das: ein höhenverstellbarer Stuhl mit Lordosenstütze, ein ausreichend großer Tisch, ein externer Monitor auf Augenhöhe und eine Beleuchtung ohne Spiegelungen. Wer mit dem Laptop arbeitet, stellt ihn erhöht auf und ergänzt Tastatur und Maus.
Gebrauchte Büromöbel sind eine gute Wahl: Insolvenzverwerter, Büroauflösungen und Händler für gebrauchte Möbel bieten Markenstühle für einen Bruchteil des Neupreises, und die Umwelt freut sich mit. Wie du Kaffeepausen, Meetings und Prioritäten so organisierst, dass die Einrichtung auch genutzt wird, steht in unseren Produktivitäts-Tipps für Startups.
Kosten planen und von der Steuer absetzen
Beim eigenen Büro sind Miete und Nebenkosten nur der Anfang. Dazu kommen Kaution, Einrichtung, Internetanschluss, Reinigung, Versicherung und die Renovierung beim Auszug. Plane die Einrichtung in zwei Stufen: Was das Team am ersten Tag braucht, und was nach drei Monaten dazukommt, wenn klar ist, wie der Raum genutzt wird.
Steuerlich gilt: Möbel und Geräte sind Betriebsausgaben. Kostet ein einzelnes, selbständig nutzbares Wirtschaftsgut netto nicht mehr als 800 Euro, kannst du es nach § 6 Abs. 2 EStG im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abziehen. Teurere Möbel schreibst du über ihre Nutzungsdauer ab. Welche Regeln für Schreibtisch, Stuhl und Regal im Einzelnen gelten, erklärt unser Beitrag Büromöbel von der Steuer absetzen. Wer zu Hause bleibt, nimmt die oben genannte Tagespauschale.
Checkliste vor der Unterschrift
- Fläche gegen die ASR A1.2 gerechnet: 8 Quadratmeter für den ersten, 6 für jeden weiteren Arbeitsplatz, Besprechungs- und Nebenflächen extra.
- Tageslicht und Sichtverbindung nach außen in allen Arbeitsräumen, lichte Höhe mindestens 2,50 Meter.
- Laufzeit, Kündigungsfrist, Untervermietungsrecht und Staffelmiete im Gewerbemietvertrag geprüft, am besten mit Anwalt.
- Internetanschluss verfügbar und Bandbreite geprüft, bevor du unterschreibst.
- Budget für Einrichtung, Kaution und Renovierung beim Auszug eingeplant, nicht nur die Kaltmiete.
- Ausweichplan, falls das Team in zwölf Monaten doppelt so groß ist oder halb so groß.
Häufige Fragen zum Startup-Büro
Wie viel Quadratmeter braucht ein Büro pro Person?
Die ASR A1.2 nennt für Zellenbüros 8 bis 10 Quadratmeter je Arbeitsplatz als Richtwert, für Großraumbüros 12 bis 15. Die absolute Untergrenze liegt bei 8 Quadratmetern für den ersten und 6 für jeden weiteren Arbeitsplatz. Besprechungsräume, Küche und Flur kommen dazu.
Kann ich das Büro zu Hause absetzen?
Ja, mit der Tagespauschale von 6 Euro je Homeoffice-Tag, höchstens 1.260 Euro im Jahr. Ein abgeschlossenes Arbeitszimmer, das den Mittelpunkt der Tätigkeit bildet, lässt sich alternativ mit den tatsächlichen Kosten absetzen; das lohnt eine Rücksprache mit der Steuerberatung.
Ist Coworking für ein Startup günstiger als ein eigenes Büro?
Pro Quadratmeter meist nicht, pro Risiko fast immer. Coworking enthält Möbel, Internet, Reinigung und Besprechungsräume und ist kurzfristig kündbar. Ein eigenes Büro wird günstiger, sobald das Team stabil groß ist und den Raum voll nutzt.
Gilt die Arbeitsstättenverordnung auch für Gründer ohne Angestellte?
Die Verordnung richtet sich an Arbeitgeber und schützt Beschäftigte. Wer allein arbeitet, ist rechtlich frei, tut aber gut daran, die Maße als Untergrenze für die eigene Gesundheit zu nehmen. Mit der ersten Einstellung gelten sie verbindlich.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen.



















