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Ein eigenes Unternehmen gründen – der Weg von der eigenen Idee zum eigentlichen Business ist lang und mit viel Bürokratie verbunden.

Welche einzelnen Schritte dein Startup bis zum ersehnten Tag durchläuft, erfährst du in diesem Artikel.

Schritt 1: Die Geschäftsidee

Am Anfang ist dein Unternehmen nicht viel mehr als eine Vorstellung in deinem Kopf. Hier bist du Visionär: In deinem Geist kannst du alles erreichen, was du dir erträumen kannst.

Dieser erste Schritt wird oft unterschätzt – viel zu viele Gründer wollen direkt ins Business starten. Dieser Enthusiasmus ist lobenswert, doch nicht immer zielführend. Schließlich willst du nicht nur für ein paar Monate dein Startup-Leben feiern, sondern auf nachhaltige Weise ein erfolgreiches Unternehmen führen.

Deshalb ist es wichtig, bei deiner Geschäftsidee auf folgendes zu achten:

  1. Deine Geschäftsidee löst ein echtes Problem (von einer speziellen Zielgruppe)
  2. Deine Geschäftsidee passt zu dir und zu deinen Prinzipien
  3. Deine Geschäftsidee trifft auf einen Markt, der groß genug ist, um davon leben zu können

Grundsätzlich kannst du drei Wege zur eigenen Geschäftsidee wagen.

  1. Setze auf bewährte Geschäftsideen. Von Fitnessstudios zu Zahnpasta über Tische – die Liste der bereits erprobten Geschäftsideen ist schier endlos. Wenn du dich hier für die Zukunft deines Startups siehst, solltest du im Vorfeld klären, ob a) der Markt übersättigt ist, b) wie du dich gegenüber deinen Wettbewerbern durchsetzen kannst und c) was dein Unternehmen einzigartig macht (Stichwort: Alleinstellungsmerkmal / USP).
  2. Mach es nach, nur besser: Mit einer verbesserten Geschäftsidee. Der Grundgedanke liegt hierbei, dass du ein bestehendes Produkt bzw. eine bestehende Dienstleistung auf dem Markt schlichtweg kopierst aber dabei ein zu lösendes Problem noch besser löst. Setze den Fokus hierbei auf das Problem, welches du besser zu lösen glaubst: Was kannst du entfernen, hinzufügen oder ändern, um eine bessere Lösung zu erreichen?
  3. Die Königsdisziplin: Eine völlig neue Geschäftsidee. Ein Problem zu lösen, für das es bisher noch gar keine Lösung gibt, kann auch ein riskantes Unterfangen sein: So hat sich die Idee noch gar nicht auf dem Markt erprobt, der Erfolg ist unsicher. Deshalb ist es hierbei enorm wichtig, a) das Problem und die Lösung genau zu definieren, b) deine Zielgruppe genau im Blick zu behalten und c) herauszufinden, weshalb es bisher noch keine Lösung gibt.

Schritt 2: Businessplan schreiben

Vorbereitung ist das A und O: Um dein Startup ins Rollen zu bringen, musst du schon allein für künftige Finanzierungen etwa über Business Angels einen Businessplan aufstellen.

Die Planung im Detail kann die Augen für viele Aspekte öffnen. Manchmal wird einem Gründer nicht ganz klar, ob die Geschäftsidee theoretisch überhaupt umsetzbar ist. Im Businessplan werden die einzelnen Milestones gesetzt. Es wird herauskristallisiert, welche Experten benötigt und wie viele Mitarbeiter rekrutiert werden müssen.

Zum Businessplan gehören:

  1. Die Executive Summary
  2. Vorstellung des Gründers bzw. des Gründerteams
  3. Die Geschäftsidee
  4. Eine Analyse von Markt und Wettbewerb
  5. Unternehmensziele sowie -strategie
  6. Marketing
  7. Organisation, Rechtsform und Personal
  8. Finanzplan
  9. SWOT-Analyse: Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Risiken)

Mit einem Online-Tool wie etwa die kostenfreie Businessplan-Software von lexware wird diesem aufwändigen Unterfangen etwas Erleichterung verschaffen.

Schritt 3: Finanzen

Indem du deinen Finanzplan erstellst, wird ersichtlich, wie viel Kapital du anfangs benötigst und wie viel zu letztlich in den Anfangsstadien deines Unternehmens generieren kannst.

Hast du genügend Eigenkapital, um mit Bootstrapping dein Vorhaben umzusetzen? Oder setzt du auf Business Angels? Willst du doch eher gleich an die Öffentlichkeit und dich in der Höhle der Löwen versuchen?

Schritt für Schritt sieht die Kalkulation der Finanzen so aus:

  • Kosten vor und während der Gründung. Hiermit sind die Höhe der Gründungskosten und Investitionen gemeint. Muss ein Büro gemietet werden? Welche MitarbeiterInnen werden ab Tag 1 benötigt?
  • Voraussichtlicher Umsatz. Wie entwickelt sich der Absatz deines Startups? Wann kannst du mit ersten Umsätzen rechnen und wie hoch werden diese ausfallen?
  • Kosten nach der Gründung. Laufendes Income geht nicht ohne laufendes Outcome: Betriebskosten, Unternehmerlohn sowie weitere variable Kosten müssen berücksichtigt werden.

Daraus ergibt sich dann, wie viel Kapital du benötigst, um dein Startup ins Leben zu rufen.

  • Kapitalbedarf gesamt. Wie stehen deine Ausgaben deinen Einnahmen gegenüber und wie viel benötigst du, um haushalten zu können? Hier einen Puffer einzuplanen, ist sinnvoll! Andernfalls können Liquiditätsengpässe im laufenden Betrieb deinen Fortschritt verhindern.
  • Finanzierung des Kapitalbedarfs. Wie willst du das benötigte Geld auftreiben? Willst du den Weg über externes Kapital gehen, wie etwa über einen Kredit, Investoren oder staatl. Fördermittel? Oder hast du das Zeug zum Bootstrapper?
  • Rentabilität. Das ist vor allem interessant für Kapitalgeber, die den Erfolg deines Startups im Auge haben. Lohnt sich dein Konzept? Beweise, dass du groß raus kommst!

Ohne Eigenkapital selbstständig machen

Viele Unternehmer haben bewiesen, dass Eigenkapital nicht unbedingt notwendig ist, um die eigene Geschäftsidee zum großen Erfolg zu machen.

Das schaffst du auch!

Alternative Möglichkeiten sind:

  • Entscheide dich für ein Geschäftsmodell, dessen Umsetzung und Betrieb nicht viel kosten, wie beispielsweise ein eigener Onlineshop.
  • Überzeuge Geldgeber wie Business Angels und Investoren von deiner Geschäftsidee.
  • Nutze einen Kredit für Existenzgründer (hier gibt es zum einen den staatl. Förderkredit als auch zum anderen Online-Kredite und klassische Kredite bei deiner Hausbank)
  • Nimm an Gründungswettbewerben teil, bei denen dir Geld, Expertenwissen oder zumindest zusätzliche Aufmerksamkeit zugute kommen.

Schritt 4: Rechtsform & Markenrechte

Es ist wichtig, sich früh darüber Gedanken zu machen, welche Rechtsform für dein Startup vorgesehen ist. Das rechtliche Gerüst bestimmt maßgeblich, ob aus deinem Startup später ein Schloss oder ein Kolosseum entsteht, eine Villa oder eine Blockhütte. Wenn deine Geschäftsidee sowie du selbst als Gründer das Fundament deines Startups ist, so ist die Rechtsform das Gerüst, das bestimmt, wie du dich aufbauen kannst.

Natürlich kannst du die Rechtsform im weiteren Verlauf noch ändern. Etwa 80 Prozent der Gründerinnen und Gründer in Deutschland startet mit einem Einzelunternehmen. Das ist unkompliziert und auch ohne größeren Kapitaleinsatz umsetzbar.

Kurzübersicht der Rechtsformen in Deutschland

  • GmbH: Benötigt mind. 1 Gründer und 25.000 Euro Stammkapital. Die Haftung ist auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt.
  • UG: Benötigt mind. 1 Gründer und 1 Euro pro Gesellschafter als Stammkapital. Die Haftung ist auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt.
  • Einzelunternehmen: Benötigt 1 Gründer und kein Stammkapital. Die Haftung ist unbegrenzt.
  • GbR: Benötigt mind. 2 Gründer und kein Stammkapital. Die Haftung ist unbegrenzt.

Kosten der Rechtsformen

Je nach Rechtsform kommen andere Kosten auf dich zu.

Wenn du mit einem Einzelunternehmen startest, musst du nichts weiter tun, als dein Gewerbe anzumelden. Hierbei kannst du mit 30 bis 40 Euro rechnen.

Bei der Gründung einer UG fallen zusätzlich noch Notarkosten an, die abhängig von der Anzahl der Gesellschafter und der Höhe deines Stammkapitals sind. Außerdem kommt die Anmeldung im Handelsregister hinzu: Das geht bei 150 Euro aufwärts los.

Die GmbH legt noch einen drauf: Mindestens 12.500 Euro der 25.000 Euro Stammkapital müssen sofort eingezahlt werden.

Die Taufe deines Startups: Name und Markenrechte

Der Name deines Startups muss sowohl eingängig sein als auch dein Produkt / deine Dienstleistung widerspiegeln. Er sollte nicht von anderen Unternehmen geschützt sein.

Dies ist beispielsweise online möglich auf der Seite des Deutschen Patent- und Markenamts.

Schritt 5: Anmeldung deines Startups und Genehmigungen

Du hast deine Geschäftsidee entworfen, einen Businessplan erstellt und auch die Finanzen kalkuliert, dich für eine Rechtsform und einen Namen entschieden. Zeit, es offiziell zu machen: Dein Startup kannst du nun bei verschiedenen Behörden registrieren.

Je nach Berufsfeld fallen allerdings einige Genehmigungen oder Zertifikate an, die bei der Gewerbeanmeldung bereits vorgelegt werden müssen. Beispielsweise musst du ein Gesundheitszeugnis vorweisen, um einen Gastronomiebetrieb zu starten oder im Handwerk einen entsprechenden Meistertitel.

Am besten ist es hierbei, sich im Vorfeld bei deiner IHK/HWK zu informieren, ob du eine Gewerbeerlaubnis oder spezielle Genehmigungen benötigst.

Dein Unternehmen anmelden: Kurzübersicht der Behörden

Je nach Rechtsform gibt es andere Behörden, die für deine Gründung essentiell sind.

  • Handelsregister – für die GmbH
  • Gewerbeamt – für die GmbH, Einzelunternehmen und GbR
  • Finanzamt – für die GmbH, Einzelunternehmen und GbR, Freiberufler
  • IHK/HWK – für die GmbH, Einzelunternehmen und GbR
  • Berufsgenossenschaft – für die GmbH, Einzelunternehmen und GbR

Schritt 6: Geschäftskonto und Steuern

Je nach Unternehmensart, Berufsgruppe, Branche, Größe und Betriebsform passt ein anderes Konto zu dir und deinen Bedürfnissen. Gesetzlich vorgeschrieben ist es, wenn dein Startup als GmbH, UG, AG oder Kommanditgesellschaft eingetragen ist. Mehr zum rechtlichen Hintergrund erfährst du übrigens hier.

Bekannte Banken sind zum Beispiel: N26, Penta, Holvi, Fidor, Kontist, Fyrst, Netbank sowie miles & more. Einen kompletten Überblick und Vergleich findest du im Artikel über das perfekte Konto für Gründer.

Doch dein Geld geht nicht nur aufs Konto ein – mit Steuern musst du natürlich ebenfalls rechnen:

Einkommensteuer: Auf deine Gewinne zahlst du eine Einkommensteuer, wenn dein Unternehmen zu den Rechtsformen der Personengesellschaften und Einzelunternehmen gehört.

Kapitalgesellschaften geben anstelle der Einkommensteuer die sg. Körperschaftsteuer ab.

Gewerbesteuer: Außerdem kommt die Gewerbesteuer für alle gewerblichen Betriebe hinzu. Hierbei können sich Personengesellschaften und Einzelunternehmen bei der Erhebung der Gewerbesteuer über einen Freibetrag freuen.

Umsatzsteuer: Alle Unternehmen müssen eine Umsatzsteuer auf Lieferungen und Leistungen abführen. Die bereits gezahlte Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer kann auf die Umsatzsteuer angerechnet werden. Hierbei spricht man von einem Vorsteuerabzug. Die Kleinunternehmerregelung unterstützt Unternehmen mit geringem Umsatz: Diese müssen keine Umsatzsteuer mehr ausweisen.

Besteuerung des Arbeitslohns der Arbeitnehmer: Sobald dein Unternehmen Mitarbeiter beschäftigt, musst du auch für diese Steuern entrichten.

Schritt 7: Wahl des Standorts

Jetzt wird’s konkret! Ist der ganze Papierkram erledigt, kannst du dir Gedanken über den Standort deines Startups machen, wenn das nicht schon längst geschehen ist. Je nach Branche deines Unternehmens macht es mehr oder weniger Sinn, eine detaillierte Standortanalyse vorzunehmen.

Bist du beispielsweise mit einem Onlineshop dabei, spielt der Standort deines Laptops, von dem aus du arbeitest, eine eher geringfügige Rolle (es sei denn, wir gehen auf WLAN-Konditionen und Arbeitsatmosphäre ein). Ansonsten können Faktoren wie Einzugsgebiet, Wettbewerb, Kaufkraft, Laufkundschaft, Parkmöglichkeiten/Erreichbarkeit, Mietpreise, Lieferantenzugang, Einkaufspreise, Verkehrswege etc. maßgeblich über den Erfolg deines Unternehmens entscheiden.

Virtueller Standort: Facebook, Instagram & Co.

Natürlich geht der Standort über offline hinaus: Deine Laufkundschaft solltest du im 21. Jahrhundert natürlich auch über Google und Amazon sowie Social Media (Facebook, Instagram, Twitter, Pinterest, TikTok & Co.) angehen.

Finde heraus, auf welchen sozialen Medien sich deine Zielgruppe aufhält und fokussiere dich darauf, dein Startup auf der jeweiligen Plattform entsprechend zu vernetzen.

Schritt 8: Marketing – Coporate Identity und Kundenakquise

Marketing darf nicht unterschätzt werden. Dein Produkt bzw. deine Dienstleistung kann noch so herausragend sein – wenn niemand etwas davon weiß, kauft es auch keiner. Marketing Trends ändern sich stetig – Online-Marketing ist gar nicht mehr wegzudenken.

Werbung schalten, in Suchmaschinen wie Google platzieren und sich darauf einstellen, eine ganze Weile laut für dein Startup trommeln zu müssen – das sollte hier der Fokus sein. 

Die Corporate Identity deines Startups

Der Wiedererkennungswert deines Unternehmens ist wichtig, um deinen Kundenstamm zu halten und dich “in aller Munde” zu verbreiten.

Hierzu gehören Logo, Website, Visitenkarten, Briefpapier und vieles andere mehr. Dieser Schritt sollte nicht unterschätzt werden, denn wenn sich niemand an dein Produkt / Dienstleistung oder an deine Marke erinnern kann, dann kann das auch an einem nicht durchdachten Außenauftritt liegen.

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