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Stand: 11. Oktober 2026.

Eine Existenzgründung ist der Schritt in die berufliche Selbstständigkeit: Du baust dir mit einem eigenen Unternehmen ein Einkommen auf, statt im Angestelltenverhältnis für einen Chef zu arbeiten. Dieser Ratgeber zeigt dir den roten Faden einer Gründung in Deutschland, von der Geschäftsidee über Businessplan, Finanzierung und Rechtsform bis zur Anmeldung bei Gewerbeamt und Finanzamt, zu Versicherungen und Buchhaltung. Zu jedem Schritt findest du die Fristen aus dem Gesetz, eine Checkliste und den Link zu unserem ausführlichen Ratgeber, wenn du tiefer einsteigen willst.

Du bist nicht allein: Nach dem KfW-Gründungsmonitor haben sich 2025 rund 690.000 Menschen in Deutschland selbstständig gemacht, nach 585.000 im Jahr davor. 70 Prozent davon gründeten im Nebenerwerb, 86 Prozent allein und ohne Team (KfW Research, Pressemitteilung vom 06.04.2026).

Was ist eine Existenzgründung? Der Unterschied zur Unternehmensgründung

Existenzgründung heißt, eine selbstständige Tätigkeit aufzunehmen, mit der du deinen Lebensunterhalt ganz oder teilweise bestreitest. Das kann eine Neugründung sein, die Übernahme eines bestehenden Unternehmens oder der Einstieg als Franchisenehmer. Der Begriff ist weiter als die Unternehmensgründung im engeren Sinn: Auch wer sich als Grafikerin, Handwerker oder Berater ohne Firma im Handelsregister selbstständig macht, ist Existenzgründer. Von einer Unternehmensgründung spricht man meist, wenn eine Gesellschaft wie eine GmbH entsteht, oft mit dem Ziel, Mitarbeiter einzustellen und zu wachsen, wie bei vielen Start-ups. Im Alltag werden beide Begriffe gleich verwendet.

Drei Fragen entscheiden über deinen Weg, bevor du irgendetwas anmeldest:

  • Haupt- oder Nebenerwerb? Im Nebenerwerb behältst du dein Gehalt und testest die Geschäftsidee mit kleinem Risiko. Viele Arbeitsverträge verlangen, dass du eine Nebentätigkeit vorher anzeigst, sprich deinen Arbeitgeber deshalb rechtzeitig an. Mehr dazu im Ratgeber nebenberuflich gründen.
  • Gewerbe oder freier Beruf? Freiberufler nach § 18 EStG, etwa Ärzte, Ingenieure, Journalisten oder Lehrende, melden sich nur beim Finanzamt an. Alle anderen betreiben ein Gewerbe und gehen zusätzlich zum Gewerbeamt.
  • Allein oder im Team? Davon hängt die Rechtsform ab und damit, wer haftet und wie viel Startkapital nötig ist.

Voraussetzungen für den Weg in die Selbstständigkeit

Eine formale Prüfung, ob du für die Selbstständigkeit geeignet bist, gibt es nicht. Trotzdem entscheiden vier Bedingungen darüber, ob eine Existenzgründung gelingt:

  • Persönliche Voraussetzungen: Unternehmergeist, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, ohne feste Arbeitszeiten und ohne die Sicherheit eines Gehalts zu arbeiten.
  • Fachliche Voraussetzungen: Erfahrung in der Branche und kaufmännisches Grundwissen. Manche Tätigkeiten verlangen einen Nachweis, etwa den Meistertitel im zulassungspflichtigen Handwerk.
  • Finanzielle Voraussetzungen: genug Kapital oder Förderung, um Investitionen und die ersten Monate zu überbrücken.
  • Rechtliche Voraussetzungen: Volljährigkeit oder die Zustimmung des Familiengerichts, ein Aufenthaltstitel, der die selbstständige Tätigkeit erlaubt, und gegebenenfalls eine Erlaubnis für das Gewerbe.

Wer einen kompakten Überblick über die Anmeldung sucht, findet ihn auch im Ratgeber Selbstständig machen: Schritte, Anmeldung, Rechtsform und Steuern. Hier geht es um den ganzen Weg der Existenzgründung, Schritt für Schritt.

Die Existenzgründung in 8 Schritten

SchrittWas du tustErgebnis
1. Geschäftsidee prüfenMarkt, Zielgruppe und Wettbewerb untersucheneine Idee, für die jemand zahlt
2. Businessplan schreibenKonzept, Marketing und Finanzplanung zusammenführenein Plan für Bank, Arbeitsagentur und dich selbst
3. Finanzierung und FörderungKapitalbedarf rechnen, Zuschüsse und Kredite beantragengesicherte Startphase
4. Rechtsform wählenEinzelunternehmen, GbR, UG oder GmbHHaftung und Kosten geklärt
5. AnmeldenGewerbeamt oder Finanzamt, Fragebogen, HandelsregisterSteuernummer und offizielle Existenz
6. AbsichernKranken-, Haftpflicht- und Altersvorsorgekein Risiko, das die Gründung beendet
7. Konto und BuchhaltungGeschäftskonto, Belege, Rechnungen, Umsatzsteuersaubere Zahlen ab dem ersten Euro
8. Kunden gewinnenWebsite, Marketing, erste AufträgeUmsatz
Grafik: Existenzgründung in 8 Schritten, von der Idee über Businessplan, Finanzierung, Rechtsform und Anmeldung bis zu den ersten Kunden

Schritt 1: Die Geschäftsidee prüfen

Am Anfang jeder Existenzgründung steht die Idee. Sie muss nicht neu sein. Viele erfolgreiche Unternehmen verbessern eine bestehende Lösung, bieten sie in einer anderen Region an oder für eine Zielgruppe, die bisher übersehen wird. Entscheidend ist, dass die Geschäftsidee ein echtes Problem löst und dass Menschen bereit sind, dafür zu bezahlen.

Prüfe deine Idee mit diesen Fragen:

  • Wer genau ist deine Zielgruppe, und wie groß ist der Markt? Wie du das Marktvolumen mit öffentlichen Zahlen schätzt, zeigt der Ratgeber Marktvolumen berechnen.
  • Wer bietet heute schon etwas Ähnliches an, zu welchem Preis, und was machst du besser?
  • Passt das Geschäftsmodell zu deinen Stärken, deiner Erfahrung und deinem Leben?
  • Kannst du die Idee günstig testen, etwa mit einer Landingpage, einem Prototyp oder den ersten drei zahlenden Kunden?

Gute Geschäftsideen entstehen selten am Schreibtisch, sondern aus einem Problem, das du selbst im Beruf oder im Alltag erlebst. Notiere Ideen, sprich mit möglichen Kunden über ihre Probleme und frage, was sie heute dafür bezahlen. Ein Test mit echten Kunden ist mehr wert als jede Umfrage unter Freunden. Erst wenn jemand bezahlt, weißt du, dass die Idee trägt.

Schritt 2: Den Businessplan schreiben

Der Businessplan ist das schriftliche Konzept deiner Existenzgründung. Er zwingt dich, Idee, Markt, Marketing, Organisation und Zahlen zu Ende zu denken, und er ist Pflicht, sobald du einen Förderkredit oder den Gründungszuschuss willst. Banken und die Agentur für Arbeit lesen ihn genau.

Ein Businessplan besteht aus einem Textteil und einem Finanzteil:

  • Textteil: Zusammenfassung, Gründerperson, Geschäftsidee, Markt und Wettbewerb, Marketing und Vertrieb, Organisation und Rechtsform, Chancen und Risiken.
  • Finanzteil: Kapitalbedarf, Finanzierungsplan, Rentabilitätsvorschau, Liquiditätsplan für mindestens die ersten Monate und dein privater Lebensbedarf.

Zwei Rechnungen gehören in jeden Finanzplan: Mit welchem Preis deckst du deine Kosten, und ab welchem Umsatz verdienst du Geld? Beides findest du mit Beispielen in den Ratgebern Preiskalkulation und Break-even-Point berechnen. Wie du die Zahlungsströme Monat für Monat planst, erklärt der Liquiditätsplan für Startups. Aufbau, Vorlagen und typische Fehler stehen im Ratgeber Businessplan erstellen.

Kostenlose Hilfe beim Businessplan bieten die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern und viele Beratungsstellen der Kommunen und Länder. Das Existenzgründungsportal des Bundeswirtschaftsministeriums stellt Checklisten und Vorlagen bereit.

Schritt 3: Finanzierung und Förderung

Rechne zuerst deinen Kapitalbedarf: Investitionen, Gründungskosten, Anlaufverluste der ersten Monate und eine Reserve für deinen privaten Lebensunterhalt. Erst dann suchst du die Finanzierung. Die meisten Gründungen kombinieren Eigenkapital mit Fördermitteln und einem Kredit.

WegFür wenWas du bekommstAmtliche Quelle
GründungszuschussGründung aus der Arbeitslosigkeit mit Anspruch auf Arbeitslosengeld6 Monate Arbeitslosengeld plus 300 Euro, danach bis zu 9 Monate je 300 Euro§ 94 SGB III
EinstiegsgeldGründung aus dem Bezug von GrundsicherungZuschuss nach Ermessen des JobcentersRatgeber Einstiegsgeld
ERP-Gründerkredit StartGeldGründer und junge Unternehmen bis fünf Jahre nach dem StartKredit bis 200.000 Euro, davon bis 80.000 Euro für BetriebsmittelKfW/)
Programme der Länderje nach Bundesland, oft Mikrokredite, Gründerstipendien und BeratungszuschüsseZuschuss, Darlehen oder BeratungFörderbank deines Bundeslands
Eigenkapital und Investorenjede Gründung, Investoren vor allem bei Startups mit WachstumsplänenGeld gegen Anteile oder aus eigenen ErsparnissenRatgeber Förderung für Startup-Gründung

Gründungszuschuss: Voraussetzungen und Höhe

Der Gründungszuschuss ist die wichtigste Förderung für Gründer, die aus der Arbeitslosigkeit heraus starten. Du musst bei Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit noch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld von mindestens 150 Tagen haben (§ 93 SGB III), und eine fachkundige Stelle, etwa die IHK, muss die Tragfähigkeit deines Gründungsvorhabens bestätigen. Dann zahlt die Agentur für Arbeit sechs Monate lang den Betrag deines Arbeitslosengelds plus monatlich 300 Euro für die soziale Absicherung, danach auf Antrag weitere neun Monate je 300 Euro (§ 94 SGB III).

Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Die Bundesagentur nennt den Gründungszuschuss ausdrücklich eine Ermessensleistung (Bundesagentur für Arbeit). Stelle den Antrag deshalb vor dem Start, mit vollständigen Unterlagen und einem überzeugenden Businessplan. Wie die Beantragung abläuft, welche Unterlagen du brauchst und was du gegen eine Ablehnung tun kannst, steht im Ratgeber Gründungszuschuss beantragen.

KfW-Kredit für Existenzgründer

Mit dem ERP-Gründerkredit StartGeld finanzierst du Investitionen und Betriebsmittel bis 200.000 Euro. Die KfW übernimmt 80 Prozent des Kreditrisikos deiner Bank, die Laufzeit beträgt bis zu zehn Jahre mit bis zu zwei tilgungsfreien Jahren. Den Antrag stellst du bei deiner Hausbank, und zwar bevor du mit dem Vorhaben beginnst (KfW/)).

Schritt 4: Die Rechtsform wählen

Die Rechtsform legt fest, wer für Schulden haftet, wie viel Kapital du brauchst, welche Formalitäten anfallen und wie du besteuert wirst. Die meisten Existenzgründer starten als Einzelunternehmen, weil es keine Gründungskosten und kein Mindestkapital gibt. Wer mit Partnern gründet oder die private Haftung ausschließen will, wählt eine Gesellschaft.

RechtsformGründerMindestkapitalHaftungHandelsregister
Einzelunternehmeneine Personkeinsunbeschränkt mit dem Privatvermögennur als Kaufmann
GbRab zwei Personenkeinsunbeschränkt, alle Gesellschafterfreiwillig
UG (haftungsbeschränkt)ab einer Personunter 25.000 Euro, ab einem Euroauf das Gesellschaftsvermögen beschränktPflicht, Gebühr 225 Euro
GmbHab einer Person25.000 Euro, davon mindestens 12.500 Euro bei der Anmeldungauf das Gesellschaftsvermögen beschränktPflicht, Gebühr 225 Euro

Rechtsgrundlagen: Mindeststammkapital der GmbH nach § 5 GmbHG, die Einzahlung der Hälfte vor der Anmeldung nach § 7 GmbHG, die Unternehmergesellschaft nach § 5a GmbHG, die Registergebühr nach Nr. 2100 der Handelsregistergebührenverordnung. Bei UG und GmbH kommen die Kosten des Notars hinzu.

Ausführlich mit Kosten und Ablauf: Einzelunternehmen gründen, UG gründen, GmbH gründen und GmbH & Co. KG. Prüfe vor der Wahl des Namens, ob er frei ist, und schütze ihn bei Bedarf als Marke, wie es der Ratgeber Marke anmelden beschreibt.

Schritt 5: Das Unternehmen anmelden

Jetzt wird die Existenzgründung offiziell. Welche Stellen du in welcher Reihenfolge informierst, hängt davon ab, ob du ein Gewerbe betreibst oder freiberuflich arbeitest.

StelleWerFristRechtsgrundlage
Gewerbeamtalle Gewerbetreibendengleichzeitig mit dem Beginn§ 14 GewO
Finanzamt, Fragebogen zur steuerlichen Erfassungalle Gründer, auch Freiberuflerinnerhalb eines Monats nach dem Start§ 138 AO
Berufsgenossenschaftalle Unternehmerbinnen einer Woche nach dem Start§ 192 SGB VII
HandelsregisterKaufleute, UG, GmbH, KG, OHGmit der Gründung, über einen NotarRatgeber Handelsregister-Eintragung
IHK oder HandwerkskammerGewerbetreibende, automatisch über das Gewerbeamtkeine eigene Anmeldung

Gewerbe anmelden: Die Gewerbeanmeldung erledigst du bei der Gemeinde, in vielen Städten online. Das Gewerbeamt meldet dich an Finanzamt, IHK oder Handwerkskammer und Berufsgenossenschaft weiter. Mit der Gewerbeanzeige gilt auch die Mitteilung an die Berufsgenossenschaft als erfüllt, wenn sie binnen einer Woche erstattet wurde (§ 192 SGB VII). Für manche Tätigkeiten brauchst du vorher eine Erlaubnis, etwa in der Gastronomie, im Bewachungsgewerbe oder als Makler, und im zulassungspflichtigen Handwerk den Meistertitel. Gebühren, Unterlagen und die Formulare je Stadt stehen im Ratgeber Gewerbe anmelden.

Freiberuflich anmelden: Freiberufler brauchen keinen Gewerbeschein. Sie melden sich direkt beim Finanzamt, wie der Ratgeber Freiberufler anmelden zeigt.

Finanzamt: Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung füllst du online über ELSTER aus. Darin schätzt du Umsatz und Gewinn, wählst zwischen Regelbesteuerung und Kleinunternehmerregelung und gibst an, ob du eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer brauchst. Danach bekommst du deine Steuernummer. Wie du jedes Feld ausfüllst, erklärt der Ratgeber Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, wie lange es dauert, der Ratgeber Steuernummer beantragen.

Schritt 6: Versicherungen und soziale Absicherung

Als Selbstständiger kümmerst du dich selbst um deine Absicherung. Einiges ist Pflicht, anderes schützt dich vor dem Risiko, das eine Gründung beenden kann.

  • Krankenversicherung: Pflicht für jeden mit Wohnsitz in Deutschland (§ 193 VVG). Du wählst zwischen freiwilliger gesetzlicher und privater Versicherung. Die Beiträge sind einer der größten Posten im Finanzplan.
  • Rentenversicherung: Für die meisten Selbstständigen freiwillig, für einige Berufe wie Lehrer, Hebammen oder Handwerker Pflicht. Wer betroffen ist und wie du dich bei der Deutschen Rentenversicherung meldest, steht im Ratgeber Rentenversicherungspflicht für Selbstständige.
  • Arbeitslosenversicherung: Freiwillig weiterversichern geht nur unter Fristen. Ob es sich lohnt, prüft der Ratgeber Arbeitslosenversicherung für Selbstständige.
  • Betriebliche Versicherungen: Eine Betriebshaftpflicht ist für fast jedes Unternehmen sinnvoll, dazu je nach Branche Berufshaftpflicht, Inhalts- oder Rechtsschutzversicherung. Einen Überblick gibt der Ratgeber Versicherungen für Existenzgründer.

Wer für einen einzigen Auftraggeber arbeitet, sollte außerdem das Risiko der Scheinselbstständigkeit kennen. Die Kriterien stehen im Ratgeber Scheinselbstständigkeit vermeiden.

Schritt 7: Geschäftskonto, Buchhaltung und Steuern

Trenne private und geschäftliche Finanzen vom ersten Tag an. Für Einzelunternehmer ist ein eigenes Geschäftskonto nicht vorgeschrieben, macht die Buchhaltung aber erheblich einfacher. UG und GmbH brauchen ein Konto schon für die Einzahlung des Stammkapitals. Anbieter, Gebühren und Kontomodelle vergleicht der Geschäftskonto-Vergleich. Bekannte Konten für Gründer sind zum Beispiel Qonto (früher Penta), Holvi, Kontist und Fyrst.

Die wichtigsten Steuern und Grenzen für Existenzgründer:

ThemaWas giltRechtsgrundlage
EinkommensteuerGrundfreibetrag 12.348 Euro im Jahr, darüber steigt der Steuersatz§ 32a EStG
Kleinunternehmerregelungkeine Umsatzsteuer, wenn der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht übersteigt§ 19 UStG
Umsatzsteuer-Voranmeldungbis zum zehnten Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums§ 18 UStG
GewerbesteuerFreibetrag 24.500 Euro für Einzelunternehmer und Personengesellschaften§ 11 GewStG
BuchführungEinnahmenüberschussrechnung, bis die Grenze von 800.000 Euro Umsatz oder 80.000 Euro Gewinn überschritten ist§ 141 AO

Die Grenzen der Buchführungspflicht gelten für Gewerbetreibende. Freiberufler dürfen unabhängig von der Höhe ihres Gewinns bei der Einnahmenüberschussrechnung bleiben, UG und GmbH bilanzieren immer. Wie du Belege sammelst, buchst und die Umsatzsteuer meldest, erklären die Ratgeber Buchhaltung im Startup, Buchhaltungsprogramme für Gründer, Kleinunternehmerregelung, Umsatzsteuervoranmeldung und Rechnung schreiben.

Schritt 8: Kunden gewinnen

Ohne Kunden keine Existenz. Plane dein Marketing schon im Businessplan: Wo erreichst du deine Zielgruppe, was kostet ein neuer Kunde, und wie viele brauchst du im Monat? Für fast jedes Geschäftsmodell gehören eine eigene Website, ein Eintrag bei Google und ein klares Angebot dazu. Wer Ware verkauft, startet oft mit einem eigenen Shop, wie es der Ratgeber Online-Shop erstellen beschreibt. Ideen für die ersten Kampagnen mit kleinem Budget sammelt der Ratgeber Marketing für Existenzgründer.

Was kostet eine Existenzgründung?

Die Kosten hängen vor allem von Branche und Rechtsform ab. Eine freiberufliche Beraterin kann mit einem Laptop und einer Website starten, ein Café braucht Räume, Einrichtung und Ware für mehrere zehntausend Euro. Diese Posten gehören in jede Rechnung:

  • Gründungskosten: Gewerbeanmeldung (Gebühr der Gemeinde), bei UG und GmbH Notar und Handelsregister, gegebenenfalls Genehmigungen und Markenanmeldung.
  • Investitionen: Ausstattung, Maschinen, Fahrzeug, Software, Erstausstattung an Ware.
  • Laufende Kosten: Miete, Versicherungen, Krankenversicherung, Software, Buchhaltung, Marketing.
  • Lebenshaltung: dein privater Bedarf, bis das Unternehmen genug Gewinn abwirft. Viele Gründer unterschätzen diesen Posten am stärksten.

Plane eine Reserve ein. Die Anlaufphase dauert fast immer länger als gedacht, und Kunden zahlen Rechnungen oft erst Wochen nach der Leistung.

Zeitplan: Was du wann erledigst

ZeitpunktAufgabe
Monate vor dem StartGeschäftsidee testen, Businessplan schreiben, Beratung nutzen
Vor dem StartGründungszuschuss und KfW-Kredit beantragen, Rechtsform wählen, Geschäftskonto eröffnen
Am ersten TagGewerbe anmelden (§ 14 GewO), bei UG und GmbH vorher Notartermin
In der ersten WocheBerufsgenossenschaft informieren, sofern das Gewerbeamt es nicht übernimmt (§ 192 SGB VII)
Im ersten MonatFragebogen zur steuerlichen Erfassung abgeben (§ 138 AO), Versicherungen abschließen
LaufendBelege sammeln, Rechnungen schreiben, Umsatzsteuer melden, Liquidität prüfen

Tipps für einen guten Start in die Selbstständigkeit

  • Setze dir messbare Ziele: Umsatz, Kundenzahl und Gewinn für die ersten zwölf Monate, und prüfe sie jeden Monat.
  • Nutze Beratung: Die Gründungsberatung der Kammern ist kostenlos, und eine zweite Meinung zum Businessplan deckt Schwächen auf, bevor die Bank sie findet.
  • Baue ein Netzwerk auf: Gründerstammtische, Branchenverbände und andere Selbstständige helfen bei Fragen, Aufträgen und Kontakten.
  • Starte klein: Viele Gründer beginnen im Nebenerwerb oder mit einem einzigen Produkt und bauen das Business aus, sobald die Nachfrage feststeht.
  • Halte Informationen aktuell: Steuergrenzen, Förderprogramme und Pflichten ändern sich. Prüfe Zahlen immer an der amtlichen Quelle.

Häufige Fehler bei der Existenzgründung

  • Kein Test der Geschäftsidee: Wer erst nach Monaten der Vorbereitung merkt, dass niemand kauft, hat Zeit und Geld verloren.
  • Zu knappe Finanzplanung: Lebenshaltung, Krankenversicherung und Steuern fehlen in vielen Plänen oder sind zu niedrig angesetzt.
  • Preise zu niedrig: Wer nur die direkten Kosten deckt, arbeitet ohne Unternehmerlohn. Rechne deine Preise vollständig durch.
  • Förderung zu spät beantragt: Gründungszuschuss und KfW-Kredit gibt es nur, wenn du vor dem Start beantragst.
  • Fristen beim Finanzamt verpasst: Fragebogen, Voranmeldungen und Steuererklärungen haben feste Termine. Lege Rücklagen für Steuernachzahlungen an.
  • Keine Trennung von privat und geschäftlich: Ein gemischtes Konto macht jede Buchhaltung teuer.

Checkliste zur Existenzgründung

  • Geschäftsidee mit echten Kunden getestet
  • Businessplan mit Finanzteil fertig und von einer Beratungsstelle gelesen
  • Kapitalbedarf berechnet, Finanzierung und Förderung beantragt
  • Rechtsform gewählt, Name geprüft
  • Gewerbe angemeldet oder als Freiberufler beim Finanzamt gemeldet
  • Fragebogen zur steuerlichen Erfassung abgegeben, Steuernummer erhalten
  • Krankenversicherung geklärt, Betriebshaftpflicht abgeschlossen
  • Geschäftskonto eröffnet, Buchhaltungsprogramm eingerichtet
  • Website und erste Marketingmaßnahmen gestartet

Häufige Fragen zur Existenzgründung

Was heißt Existenzgründung?

Existenzgründung bedeutet, sich beruflich selbstständig zu machen und eine wirtschaftliche Existenz mit einem eigenen Unternehmen aufzubauen. Dazu zählen Neugründungen, Übernahmen und Franchise, im Haupt- oder Nebenerwerb, gewerblich oder freiberuflich.

Welche Schritte sind bei einer Existenzgründung nötig?

Die Geschäftsidee prüfen, einen Businessplan schreiben, die Finanzierung sichern, eine Rechtsform wählen, das Unternehmen bei Gewerbeamt oder Finanzamt anmelden, Versicherungen abschließen, Konto und Buchhaltung einrichten und Kunden gewinnen.

Wie viel Geld bekommt man als Existenzgründer?

Einen festen Betrag für alle gibt es nicht. Wer aus der Arbeitslosigkeit gründet, kann den Gründungszuschuss erhalten: sechs Monate das Arbeitslosengeld plus 300 Euro, danach bis zu neun Monate je 300 Euro. Dazu kommen Förderkredite wie das ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW bis 200.000 Euro und Programme der Länder.

Wie schwer ist es, den Gründungszuschuss zu bekommen?

Der Gründungszuschuss ist eine Ermessensleistung. Du brauchst mindestens 150 Tage Restanspruch auf Arbeitslosengeld, eine Stellungnahme einer fachkundigen Stelle zur Tragfähigkeit und einen schlüssigen Businessplan. Ob die Agentur für Arbeit zahlt, entscheidet sie im Einzelfall.

Kann man sich ohne Eigenkapital selbstständig machen?

Ja, vor allem mit Dienstleistungen oder Geschäftsmodellen, die kaum Investitionen brauchen. Für das ERP-Gründerkredit StartGeld verlangt die KfW kein Eigenkapital. Ein Puffer für die Lebenshaltung bleibt trotzdem wichtig.

Muss ich als Existenzgründer ein Gewerbe anmelden?

Ja, wenn du ein Gewerbe betreibst, etwa Handel, Handwerk oder viele Dienstleistungen. Freiberufler nach § 18 EStG melden sich nur beim Finanzamt. Beim Finanzamt musst du dich in jedem Fall melden, mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung innerhalb eines Monats.

Wie viel darf ich als Existenzgründer verdienen, ohne Steuern zu zahlen?

Einkommensteuer fällt erst an, wenn dein zu versteuerndes Einkommen über dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro liegt. Umsatzsteuer sparst du als Kleinunternehmer, solange der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht übersteigt.

Wo bekomme ich kostenlose Beratung zur Existenzgründung?

Bei den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern, den Wirtschaftsförderungen der Städte und auf dem Existenzgründungsportal des Bundes. Viele Länder bezuschussen außerdem Beratungen durch Fachleute.

Fazit: Erst planen, dann anmelden

Eine Existenzgründung gelingt nicht mit dem Gewerbeschein, sondern mit einer getesteten Geschäftsidee, einem ehrlichen Finanzplan und dem richtigen Zeitpunkt für Förderanträge. Arbeite die acht Schritte der Reihe nach ab, nutze die kostenlose Beratung der Kammern und halte die Fristen bei Gewerbeamt, Berufsgenossenschaft und Finanzamt ein. Dann bleibt dir für das Wichtigste Zeit: deine ersten Kunden.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Jede Zahl wurde vor der Veröffentlichung nachgerechnet und jede Rechtsangabe gegen die im Text verlinkte Quelle geprüft.

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