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Eine Entscheidung zu treffen, kennt zuoberst zwei Komponenten: Die rational vertretbare, durch den Verstand begründete, wie auch die emotional begreifbare aus dem Bauchgefühl entstandene Entscheidung.

Jeder Mensch entscheidet anders. Die Einen sitzen stundenlang vor einer zweiseitigen Speisekarte und können kein Gericht auswählen, während sie andererseits sofort zu wissen scheinen, wann die Zeit für ihren Backflip auf dem Motorrad gekommen ist. Woran liegt das? Worin unterscheiden sich Entscheidungen? Und vor allem: Wie triffst du die richtigen – besonders in Krisensituationen?

Diesen Artikel kannst du dir auf unserem Blogcast auch in voller Länge anhören!

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Analyse mit dem Cynefin-Framework

Entscheidungen entstehen, wenn wir uns an einer Gabelung im Leben befinden. Ob klein oder groß: Gehe ich nun rechts oder links entlang? Kaufe ich die Bohnen aus dem Glas oder aus der Dose? Schlage ich zu oder nicke ich nur? Setze ich alles – oder nichts? 

Dabei gibt es natürlich immer wieder unterschiedlich wiegende Entscheidungen – ein Gericht auszuwählen, um auf unser ebend genutztes Beispiel zurückzukommen, ist weniger risikoreich als ein Backflip auf dem Motorrad. Verschiedene Komponenten machen die Situation also mehr oder weniger überfordernd.

Um diese Situationen zu analysieren, hilft das Cynefin-Framework. Wikipedia sagt dazu:

  1. Simple / Obvious, in der die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung für alle offensichtlich ist. Die Herangehensweise ist hier Sense – Categorise – Respond, und wir können bewährte Praktiken anwenden.
  2. Complicated, in der die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung eine Analyse, eine andere Form der Prüfung und/oder die Anwendung von Fachwissen erfordert. Hier geht man mittels Sense – Analyze – Respond heran, und man kann gute Praktiken anwenden.
  3. Complex, in der die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung nur im Nachhinein wahrgenommen werden kann, aber nicht im Voraus. Hier ist der Ansatz Probe – Sense – Respond, und wir können emergente Praktiken feststellen.
  4. Chaotic, in der es keine Beziehung zwischen Ursache und Wirkung auf Systemebene gibt (wohl aber in der System-Umwelt, jedoch nicht erfahrbar). Hier ist der Ansatz Act – Sense – Respond, und wir können innovative Praktiken entdecken.

Was also kurz bedeutet:

  1. Geordneter Zustand: Die Entscheidung liegt auf der Hand > Beispiel: Formaler Kick-off, Stakeholderinterviews
  2. Komplizierter Zustand: Die Entscheidung muss erstmal analysiert werden > Beispiel: L&D Strategie, Roadmapping
  3. Komplexer Zustand: Die Auswirkungen der Entscheidung sind erst im Nachhinein ersichtlich > Beispiel: Empfehlungen von Experten im Business umsetzen
  4. Chaotischer Zustand: die Auswirkungen der Entscheidung sind gar nicht ersichtlich > Beispiel: Restrukturierung des Unternehmens, wie in Zeiten von Corona für viele Firmen erforderlich

Es ist wichtig, zu analysieren, in welchem Zustand man sich befindet, bevor man eine Entscheidung trifft. Ansonsten reagiert der Autopilot – im Cynefin-Framework der sg. disabled Zustand

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Schwere Entscheidungen treffen

Das aktuelle Problem aller Startups in Deutschland und europaweit: Wir müssen heute handeln, obwohl wir nicht wissen (können), wie das Morgen aussieht. Niemand vor uns hat eine Coronakrise oder eine andere Pandemie durchgestanden unter den Umständen, in denen wir uns heute befinden. Das liegt auf der Hand. Wir können uns also nicht an den Erfahrungen und Fehlern unserer Vorfahren entlang hangeln (wie das zum Beispiel beim Klimawandel der Fall ist), sondern müssen jetzt unter extremen Zeitdruck die richtigen Entscheidungen treffen, die obendrein achtsam beobachtet und laufend neu ausgerichtet werden müssen. 

Es ist nicht mehr die Entscheidung ob ja oder nein, rechts oder links, sondern vielmehr eine strapaziöse Entdeckungsfahrt über einen wilden, unbekannten Ozean ohne Landkarten, Navi, Wettervorhersagen und Co. Ob das Schiff auf Grund läuft, in einen Sturm gerät oder von einem Seeungeheuer gefressen wird? Keiner kann es wissen. 

Die neueste Ausgabe des Founders Sentiment Index von Bits & Pretzels zeigt auf, welche Entscheidungen deutsche Startups derzeit während der Coronakrise treffen (siehe Abbildung). Die Vielfältigkeit der Optionen und die prozentuale Verteilung zeigen – es gibt wohl keinen goldenen Weg.

Analysiere das Problem

Du kannst also weder in die Zukunft schauen, noch in die Vergangenheit. Deshalb musst du dich auf all das konzentrieren, was du jetzt in diesem Moment vor dir liegen hast. 

Stelle dir folgende Fragen:

  • Was ist in diesem Augenblick das konkrete Problem?
  • Was wäre die ideale Lösung?
  • Was ist der erste Schritt in die richtige Richtung?
  • Wer ist die ideale Person dafür, diese Angelegenheit zu übernehmen?

Menschen unterscheiden sich

Wie bereits zu Beginn angedeutet, gibt es unterschiedliche “Entscheidungstypen”. Es gibt eben Menschen, die wohl für immer über dieser Speisekarte verharren würden, und solche, die es einfach direkt wissen.

So hält es sich auch mit Entscheidungen: Einen Experten für Germanistik zu fragen, was unsere nächsten Schritte im Klimawandel sein sollten, ist vermutlich weniger zielführend, als mehrere Experten aus den entsprechend korrelierenden Themenbereichen zu konsultieren. 

Nachdem du die Entscheidung also analysiert hast, schaue, welche deiner Mitarbeiter, Freunde, Kollegen und Co. am besten in das ans Cynefin-Framework gelehnte Raster fallen:

  1. Geordneter Zustand: Jemand mit Prozessdenken und klar strukturiertem Vorgehen
  2. Komplizierter & Komplexer Zustand: Jemand mit der Fähigkeit, unterschiedliche Experten zusammenzukriegen und mit diesen diskutieren zu können, daraus eine einheitliche Meinung zu beschließen und diese zu kommunizieren
  3. Chaotischer Zustand: Jemand, der umsichtig, entscheidungsstark und achtsam ist, sich ständig hinterfragt, die zu beleuchtenden Ergebnisse dauernd beobachtet und vor allem daraus die richtigen Konsequenzen zieht, um die nächsten sinnvollen Schritte anzugehen
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Optimiere dich, optimiere deine Entscheidungen

  • Sorge für dich! Denn wenn es dir nicht gut geht – wie sollen dann deine Entscheidungen gut getroffen werden? Das ist absurd. Deshalb kümmere dich um dich selbst, beispielsweise mit einer täglichen Morgenroutine, die erfolgreiche Menschen ohnehin pflegen sollten – für weitere Inspiration schau mal auf die Mentalität von Steve Jobs.
  • Bleib authentisch! Vor allem, wenn du ein Startup hast oder den großen Traum hegst, trotz der aktuellen Krise deinem Ziel einer Gründung ein paar Schritte näher zu kommen, ist Ehrlichkeit dir selbst und deinen Mitmenschen gegenüber das A und O. Mache dir nichts vor, kenne deine Grenzen und habe keine Geheimnisse deinem Team gegenüber. Auf diese Weise bleiben deine Entscheidungen auf starken Pfeilern stehen und können ihr wahres Potenzial entfalten, ohne Risse und Brüche. Denn Lügen haben kurze Beine!
  • Sei menschlich! Tritt mit deinen Mitmenschen, Mitarbeitern, Kollegen und Co. in Kontakt und zeige Vertrauen und Fürsorge. Bestärke sie so gut du kannst und zeige ihnen, dass sie wichtig sind. Entscheidungen können nämlich viel besser getroffen werden, wenn du auch die Perspektiven deiner Mitmenschen kennst. Das sind wichtige Faktoren, die in eine stimmige, nachhaltige Entscheidung einfließen sollten.
  • Kommuniziere richtig! Homeoffice kann ganz schön nervig sein: Der eine antwortet erst Stunden später, der andere müllt dich zu, der nächste arbeitet zu Zeiten, in denen du schläfst. Wie soll man da auf einen gemeinsamen Nenner kommen, geschweige denn, gute Entscheidungen treffen? Sorge dafür, dass alle am Ball bleiben. Über Tools wie Slack oder Asana lassen sich Aufgaben leicht strukturieren und der Workflow im Auge behalten. Wenn du Aufgaben vergibst, mache deutlich:
  • Welcher Arbeitsauftrag?
  • Welche Qualität und Quantität wird erwartet?
  • Welche Deadline?
  • Mit wem muss zusammengearbeitet werden?

> Je mehr Hintergrundinformationen du bietest, desto selbstständiger können die Aufgaben erfüllt werden!

  • Einfach machen! Nike sagt schon richtig: Just do it. Keiner weiß genau, welcher Weg der Richtige ist, aber nicht zu entscheiden ist ebenfalls eine Entscheidung: Nämlich die, nichts zu tun. Wird dadurch das Problem gelöst? Ganz sicher nicht! Lieber aus Fehlern lernen, anstatt sich in hypothetischen Theorien zu verwickeln. Mach das Beste draus!

Wie gehst du mit der aktuellen Situation um? Welchen Entscheidungen stehen dir bevor? Schreibe gerne von deinen Erfahrungen an [email protected]!

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