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Ganze 65 Teilnehmer bewarben ihre Produkte und Dienstleistungen in elf Folgen vom 18. August bis zum 27. Oktober 2015.

Der Gründerfreunde Monitor untersucht die zweite Staffel rückblickend und gibt Insights auf spannende Fragen.

Wir wünschen viel Spaß!

Investments

Jochen Schweizer griff in der zweiten Staffel richtig tief in die Tasche. Die zwei größten Investments gehen auf seine Kappe: 360.000€ für 33 Prozent der Firmenanteile in Skolder (Ski Tragegurt) sowie 250.000€ in Lendstar (Elektronisches Zahlungssystem, Übernahme von epay nach Insolvenz im August 2018) für 6,14 Prozent. Insgesamt brachte die zweite Staffel der Höhle der Löwen zwölf bestätigte Deals zusammen. 

aus https://www.dhdl.info/staffel-2/

Staffelübergreifende Umfrage

Aus der zweiten Staffel der Höhle der Löwen erhielten wir rund zehn Rückmeldungen – immerhin doppelt so viele wie in der Staffel zuvor. Sechs dieser Startups schickten uns spannende Berichte über ihren Werdegang: my SCHOKO WORLD, Kleine Prints, HEELBOPPS, Bademeisterei, Sunbonoo und Antelope.

Was uns aufgefallen ist: All die eingegangenen Berichte stammen von Startups, die in der Show kein Investment erhielten. Dass sie aber trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb?) erfolgreich sind, lässt sich durch ihre interessanten Schilderungen (s.u.) nachvollziehen.

Insights

Wie auch immer der Erfolg aussehen mag – manche Startups bleiben in den Köpfen der Zuschauer hängen und ziehen besondere Aufmerksamkeit auf sich. Die Top 5 prägnantesten Startups der zweiten Staffel waren Koawach, AngelCab, Heimatgut, Popcornloop und von Jungfeld.

My SCHOKO WORLD (personalisierte Schokolade als Geschenk) berichtet, dass durch DHDL vor allem ihre Bekanntheit in hohem Maße gesteigert werden konnte – auch wenn kein Deal zustande kam. Entsprechend hohe Umsätze bis zum heutigen Tage sowie eine stabile Situation schreiben sie unter anderem ihrem Auftritt bei DHDL 2015 zu. Obwohl 2018 der ursprüngliche Gründer Christian Keller aufgrund neuer Projekte das Startup an die langjährige Mitarbeiterin Simone Bauer verkaufte, wird das Unternehmen bis heute genauso weitergeführt wie jeher. Unterstützt wurde die primäre Strategie vor allem durch das positive Feedback der Jury sowie der zahlreichen Neukunden. Als Tipp gibt my SCHOKO WORLD allen Teilnehmern für die kommende Staffel auf den Weg, sich selbst treu zu bleiben und nicht unter ihrem Wert zu verkaufen, aber trotzdem nicht zu abgehoben in die Sendung reinzugehen.

Derzeitige Inhaberin Simone Bauer auf einem my SCHOKO WORLD Schokotäfelchen

Einzigartige, hochwertige Fotobücher für Kinder – Kleine Prints bekam leider kein Investment, der Deal mit Lencke Steiner platzte nach der Sendung. Trotzdem nicht verzagen: Die Ausstrahlung brachte viel PR und Sales, weshalb die Gründerin Eva Malwaska Vollzeit für ihr Startup arbeiten konnte. Seither wächst es stetig. “Das Gründen ist und bleibt eine Achterbahnfahrt”, erklärt die Gründerin, “ein Leben ohne Investor ist auch sehr schön.” Frischen Gründern rät sie, authentisch zu sein und das eigene Produkt zu leben. 

Gründerin Eva Malwaska zeigt stolz ihre schönen Produkte

Viele ehemalige Teilnehmer berichten vom weitreichenden Marketing eines Auftritts bei DHDL – doch welche konkreten Auswirkungen das haben kann, berichtete uns HEELBOPPS styling & comfort heels. Zur Sendung rüstete das Startup für Absatz Schmuck und Schutz ihre Website auf. Allein am Abend der Ausstrahlung stürmten 1,7 Mio. Besucher / 300.000 Concurrent User ihre Homepage. Ärgerlich: Vom Sender bekam das Startup völlig falsche Zahlen genannt. “Ein guter Server müsste die Concurrent User bei solch einem Nischenprodukt aushalten”, hieß es – trotzdem waren immer alle Seiten der Teilnehmer down während der Sendezeit von DHDL. Aus diesem Grunde richtete HEELBOPPS eine Server Cloud ein. Sie zeigen sich erleichtert darüber, dass dies bei Amazon nicht zu machen war – schließlich wäre es bei 73 GB Traffic extrem teuer geworden.

Ausreichend Ware hatte das Startup vorproduziert, Probleme gab es jedoch beim Verpacken und im Versand nach der Ausstrahlung, sodass es zu einigen Verzögerungen bei der Auslieferung kam. Ein Grund zur Beschwerde? “Die Kunden waren anscheinend alle zufrieden mit unseren HEELBOPPS, denn es gab nahezu keine Retouren”, berichtet uns der Onlineshop, der seither stetig weiterläuft und mittlerweile Produkte in einigen repräsentativen Boutiquen und Kaufhäusern anbietet.

Ein weiterer After-Show Beitrag über die HEELBOPPS stärkte den Verkauf der Produkte. Laufende TV- und Radio-Auftritte sowie Presseartikel unterstützen die Beliebtheit der halbjährlich neuen Designs. 

Und was hat das Team rund der HEELBOPPS in den vergangenen Jahren gelernt? Online Shopping sei in der Modebranche in den letzten Jahren von verpönt zu fast 90 Prozent des Geschäfts geworden. Vielleicht ein Grund, mehr auf mobiles Shopping zu setzen. Außerdem raten sie zukünftigen Gründerinnen und Gründern, bei DHDL mitzumachen. Die TV-Werbung sei unbezahlbar, die hohen Einschaltquoten sprechen für sich.

Der Tag nach DHDL. Vorne: Gründerin Katharina Hermes.

Spannend ging es ebenfalls bei der Bademeisterei zu, die damals einen geplatzten Deal mit Vural Öger, Jochen Schweizer und Judith Williams verkraften mussten. Grund dafür waren nach Angaben des Gründers Alexander Kraml die Unstimmigkeiten der Investoren und deren Verträge. Glücklicherweise fand sich nach der Ausstrahlung ein privater Investor, der 50 Prozent des Unternehmens kaufte. Notwendig war dies, um in die Markenbildung vorzufinanzieren. Als exklusiven Handelspartner hatte die Bademeisterei den Drogeriekonzern dm. Leider riss das Geschäft nach etwa 4 Monaten ab – die Artikel wurden aufgrund der späteren mangelnden Nachfrage aufgelistet. “Nach der Sendung hatten wir durch Investitionen und Wachstum ein bilanzielles Verlustjahr, welches das Unternehmen auf Dauer belastet hat”, erklärt uns Alexander Kraml. Deshalb meldete der Gründer im August 2018 die Insolvenz in Oberösterreich an und führte den Betrieb weiterhin bis Ende November 2018, um offene Aufträge auszuliefern und einen Käufer für das Unternehmen zu finden, wie er uns berichtete. Mit Erfolg: Neu als Bademeisterei Manufaktur GmbH in Hartberg firmiert und in die Steiermark übersiedelt nahmen sie als Tochterunternehmen von Ringana im Jahr 2019 die Produktion wieder auf. Wir finden, die Bademeisterei ist ein vorbildliches Startup für all jene, die Rückschläge hinnehmen müssen und trotzdem weitermachen – eben den Glauben an das eigene Potenzial niemals aufgeben.

Handgemacht, tierversuchsfrei, vegan, biologisch – mit Leidenschaft und Liebe verwöhnt man die eigene Haut doch am besten.

Auch Sunbonoo berichtete uns vom Auf und Ab ihres Werdegangs. Gründerin Andrea Högner erzählt uns stolz, dass sie es mittlerweile von einem mittleren fünfstelligen auf einen siebenstelligen Umsatz geschafft haben – doch dieser Erfolg war nicht immer sicher. Dass kein Investment bei DHDL zustande kam, bedauert das Startup für Urlaubserlebnisse nicht. Es entschied sich gegen Finanzierungen von außen und fokussierte sich auf das organische Wachstum, was wesentlich härter ist, als sich auf die Unterstützung seitens Investoren zu verlassen. “Ohne Investment geht alles sehr viel langsamer und jeder Euro wird dreimal umgedreht, bevor er ausgegeben wird. Ressourcenknappheit gehört zu unserem Arbeitsalltag, was oft frustriert. Wir haben alles in die Expansion investiert, sind aber u.a. bei der Eigenvermarktung zurückgeblieben. Auch mit Standortnachteilen in Bezug auf den Arbeitsmarkt hatten/haben wir zu kämpfen. So ist es zu einer großen Herausforderung geworden, das richtige Team zusammenzustellen”, erklärt Andrea Högner. Trotzdem alles in allem eine Erfolgsgeschichte: Mittlerweile verkauft das Portal neben Urlauben auf den Balearen und Kanaren auch Reisen nach Griechenland, Portugal, Malta und Italien sowie auf dem spanischen Festland. 

Und was waren die Learnings des vierjährigen Startups? Die Gründerin führt an, dass, wenn sie nochmal am gleichen Punkt stehen würde, beispielsweise mehr Zeit in Quality-Recruiting verwendet hätte. Vielleicht ein guter Tipp für künftige Gründerinnen und Gründer? Andrea Högner gibt den Startups in 2020 auf den Weg, den adressierten Markt gründlich zu analysieren, bevor sich hineinzustürzen – “gibt es wirklich einen Bedarf für mein Produkt?” Wenn ja, so sollte dies zu 150 Prozent für den Kunden entwickelt werden – weder für Investoren, noch für Banken, noch zur Befriedigung der persönlichen Interessen. Außerdem empfiehlt sie ein Coaching zum Thema Verhandlungsgeschick – Kommunikation ist das A und O für starke Partnerschaften im Business. Sollte es in die Höhle der Löwen gehen: “Zeigt euch selbstbewusst und seid mutig”, rät Andrea Högner. Außerdem empfiehlt sie die amerikanische Variante “Shark Tank” anzuschauen.

Antelope (EMS-Sportbekleidung) meldete sich ebenfalls bei uns – das Startup erhielt in der Show kein Investment. Der Gründer Philipp Schwarz sprach trotzdem von perfektem Timing: “Die Ausstrahlung fiel zeitlich in den Start unseres Crowdfundings. Zusammen mit dem Sieg bei [email protected] hat dies zu einer der erfolgreichsten deutschen Crowdfunding Kampagnen beigetragen (ca. 1,5 Mio geraised). In der Folge haben wir Red Bull als Investor aufgenommen.” Überraschend: Nach erfolgreicher Auslieferung und dem Launch der gesamten Produktreihe trat der Gründer zurück und verkaufte seine Anteile Ende 2018. So verschaffte er sich den notwendigen Freiraum, Anfang 2019 die GLUCE GmbH zu gründen. Was es damit auf sich hat? “Aufbauend auf den Erfahrungen bei Antelope helfen wir Erfindern dabei, aus ihren Ideen Produkte zu entwickeln und zu launchen.” 

Ehrentafel – Teilnehmer der zweiten Staffel

In der zweiten Staffel machten folgende Startups mit:

  • 3aArt
  • ajoofa
  • AngelCab
  • Antelope Suit
  • BABO blue
  • Bademeisterei
  • Beer Buddy Bottoms Up
  • Buddy Watcher
  • Bug Break
  • Caro Cooler
  • Chilli Island
  • Cofix
  • Dinnery
  • Dr. Severin
  • Einhorn Kondome
  • Flowkey
  • FlyRad
  • Frizle
  • Gourmetfix
  • GreenLab
  • Hamaka
  • hand+fuss
  • Happystaffy
  • Heelbopps
  • Heimatgut
  • Kape Skateboards
  • Kleine Prints
  • Koawach
  • KrassFit Xletix
  • Lendstar
  • Life is you! Coffee Bags
  • LittleLunch
  • Lustblume
  • Mag’n’Tie
  • Mapeau
  • Math42
  • Mind Cookies
  • Mobile Garden
  • My Pillow Factory
  • My Schoko World
  • MyDog365
  • Papershape
  • Pfotenheld
  • Popcornloop
  • Rocky Dancing Colours
  • SchneeAde
  • Scoo Me
  • SignSpin
  • Sixtyone Minutes
  • Skolder
  • Slashpipe
  • SportyDate
  • Spottster
  • Stay2Day
  • Sunbonoo
  • Sunny Cage
  • The Eclectic Journey
  • Thronjuwel
  • Toby Rich
  • Tom Yang BBQ
  • Tragfix
  • Von Floerke
  • von Jungfeld
  • Woop Woop
  • Wundersam

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