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Jochen Schweizer saß von 2014 bis 2016 in den ersten drei Staffeln der „Höhle der Löwen“ und vereinbarte dort 23 Deals. Bekannt wurde er als Stuntman und mit seinen Erlebnisgutscheinen, sein größter Schritt als Unternehmer war 2017 der Verkauf der Mehrheit an ProSiebenSat.1. Hier steht, was sich über sein Vermögen belegen lässt, mit welchen Startups er in der Sendung Deals vereinbart hat, was er heute macht, und unser Interview mit ihm aus dem Oktober 2015.
Das Wichtigste in Kürze
- Jochen Schweizer wurde am 23. Juni 1957 in Ettlingen geboren, wuchs in Heidelberg auf und gilt als Wegbereiter des Bungeespringens in Deutschland.
- 2017 übernahm ProSiebenSat.1 die Mehrheit an seiner Jochen Schweizer GmbH bei einem Unternehmenswert von 108 Millionen Euro. Seine restlichen 10,1 Prozent verkaufte er im April 2025.
- Die Markenrechte und die Jochen Schweizer Arena bei München gehören weiter ihm.
- In der Höhle der Löwen vereinbarte er in 23 Pitches einen Deal, elf davon kamen zustande. Bei Spottster stieg er nach der Sendung ein.
- Seinen Platz übernahm 2017 Dagmar Wöhrl. Zum zehnjährigen Jubiläum saß er am 23. September 2024 noch einmal als Gast in der Jury.
Wer ist Jochen Schweizer?
Jochen Schweizer wurde am 23. Juni 1957 in Ettlingen geboren und wuchs in Heidelberg auf. Bekannt wurde er als Stuntman, etwa in dem Film „Feuer, Eis & Dynamit“ von Willy Bogner. 1997 kam er ins Guinness-Buch der Rekorde, mit einem Bungeesprung aus einem Hubschrauber an einem besonders langen Seil. 1985 gründete er in München die Event- und Werbeagentur Kajak Sports Productions, aus der die Jochen Schweizer Unternehmensgruppe wurde. 1989 eröffnete sein Unternehmen in Oberschleißheim die erste feste Bungee-Anlage in Deutschland, so die Wikipedia.
Der Wendepunkt kam 2003: Bei einem Sprung am Florianturm in Dortmund riss ein Seil, ein Mensch starb. Schweizer schloss vorübergehend alle Anlagen, und die Firma geriet in eine schwere Krise. Ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten wurde nicht festgestellt. Danach baute er das Geschäft um und handelte fortan mit Erlebnissen aller Art, verkauft als Gutschein. Damit wurde sein Name zur Marke. 2018 nannte die Seite der Unternehmensgruppe über 2.000 verschiedene Erlebnisse und mehr als 550 feste und freie Mitarbeiter. Er hat mehrere Bücher geschrieben, darunter die Autobiografie „Warum Menschen fliegen können müssen“ und 2024 „Das Jochen-Schweizer-Prinzip“, und tritt als Redner auf.
Jochen Schweizer und sein Vermögen: was belegt ist
Sein Privatvermögen hat Jochen Schweizer nicht beziffert. Die Eckdaten seiner Geschäfte sind dagegen öffentlich, und sie zeigen, wo sein Geld herkommt.
Der Verkauf an ProSiebenSat.1
Im Juni 2017 vereinbarte ProSiebenSat.1 die Übernahme der Mehrheit an der Jochen Schweizer GmbH, vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden. Der Unternehmenswert lag bei 108 Millionen Euro, rund das Elffache des operativen Ergebnisses vor Abschreibungen Ende 2016, so die Kanzlei Milbank, die den Konzern bei dem Kauf beriet. ProSiebenSat.1 legte die Firma mit der eigenen Tochter mydays in der Jochen Schweizer mydays Holding GmbH zusammen. An der neuen Holding hielt der Konzern rund 90 Prozent, Jochen Schweizer über seine Beteiligungsgesellschaft 10,1 Prozent.
Im April 2025 zog ProSiebenSat.1 eine vereinbarte Option und kaufte diese 10,1 Prozent, die Schweizer seit 2017 über seine Jochen Schweizer Beteiligungs GmbH gehalten hatte. Einen Kaufpreis nannten beide Seiten nicht. Schweizer verließ damit auch den Beirat. In der Mitteilung von ProSiebenSat.1 stellte er klar, dass die umfassenden Markenrechte samt der Jochen Schweizer Arena in seinem Besitz bleiben. Die Gutscheine für Angebote Dritter vermittelt weiter Jochen Schweizer mydays.
Was ihm heute gehört

Sein eigenes Geschäft betreibt er vor den Toren Münchens. Die Jochen Schweizer Arena in Taufkirchen bietet Indoor-Skydiving im Windkanal, Surfen auf einer stehenden Welle, einen Kletterpark und 4.500 Quadratmeter Eventfläche für bis zu 1.500 Personen. Nach eigenen Angaben kamen schon über eine Million Gäste. Mit dem Verkauf 2025 kündigte Schweizer an, die Arena zu einem Vorzeigeprojekt für nachhaltige Firmenveranstaltungen auszubauen, versorgt mit Solarstrom aus eigener Produktion.
Ganz losgelassen hat er das Gutscheingeschäft nicht. Im Juni 2026 sagte er der Nachrichtenagentur Reuters, er könne sich vorstellen, es zurückzukaufen: „Ich wäre interessiert, aber nicht um jeden Preis.“ Er wolle erst prüfen, wie sich der Wert seiner früheren Firma seit 2017 entwickelt habe, berichtete t-online.
Was er in der Höhle der Löwen zugesagt hat
Die Statistik von dhdl.info zählt für seine drei Staffeln 24 Zusagen mit einem Volumen von zusammen 3,91 Millionen Euro. Gemeinsame Deals stehen dort bei jedem beteiligten Löwen mit der vollen Summe, sein eigener Anteil ist also kleiner. Und es ist die Summe der Angebote in der Sendung, nicht das Geld, das am Ende floss: Mehr als die Hälfte seiner Deals platzte bei der Prüfung nach der Aufzeichnung.
Jochen Schweizer in der Höhle der Löwen
VOX holte ihn 2014 für die erste Staffel, gemeinsam mit Vural Öger, Lencke Steiner, Judith Williams und Frank Thelen. Viele seiner Deals hatten mit Freizeit, Reisen und Erlebnissen zu tun, von Musicworks über HipTrips bis Find Penguins, dazu kamen digitale Ideen wie die Bezahl-App Lendstar. Nach drei Staffeln stieg er aus, ab Staffel 4 übernahm Dagmar Wöhrl seinen Platz. Zum zehnjährigen Bestehen der Sendung kehrte er am 23. September 2024 für eine Jubiläumsfolge zurück, zusammen mit Frank Thelen, berichtete DWDL.
Alle Deals von Jochen Schweizer
| Staffel, Folge | Startup | Was es macht | Angebot | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 1, Folge 3 | Le Petit Raisin | Wein in PET-Gläsern | 150.000 € für 40 %, mit Öger, Thelen, Williams | geplatzt |
| 1, Folge 4 | Musicworks | Teambuilding als Band | 40.000 € für 25,1 % | zustande gekommen |
| 1, Folge 4 | Locca! | GPS-Ortungsgeräte | 350.000 € für 14 %, mit Öger, Thelen | geplatzt |
| 1, Folge 5 | my-lovesong.de | personalisierte Liebeslieder | 115.000 € für 26 % | zustande gekommen |
| 1, Folge 7 | HipTrips | Plattform für Individualreisen | 150.000 € für 26 % | zustande gekommen |
| 1, Folge 7 | Adamus & Evamus | Taschen-WC für unterwegs | 150.000 € für 27 %, mit Öger, Williams | geplatzt |
| 1, Folge 8 | Calmdura | Akkusysteme | 180.000 € für 30 %, mit Öger, Steiner | geplatzt |
| 2, Folge 1 | Heimatgut | Wirsing-Chips | 125.000 € für 15 % | geplatzt |
| 2, Folge 2 | BABO blue | blaues Biermischgetränk | 100.000 € für 25,1 %, mit Steiner | zustande gekommen |
| 2, Folge 3 | Spottster | Merkzettel mit Preisalarm | kein Deal in der Sendung | Beteiligung nach der Sendung |
| 2, Folge 3 | Mobile Garden | hängende Gärten | 20.000 € als Darlehen | zustande gekommen |
| 2, Folge 6 | Lendstar | App für Überweisungen unter Freunden | 250.000 € für 6,14 % | zustande gekommen |
| 2, Folge 7 | Dinnery | Menüs in Restaurantqualität zum Aufwärmen | 100.000 € für 26 %, mit Öger, Williams | zustande gekommen |
| 2, Folge 8 | Die Bademeisterei | Badezusätze | 350.000 € für 30 %, mit Williams, Öger | geplatzt |
| 2, Folge 8 | GreenLab | Biodünger aus Kakaoschalen | 110.000 € für 26 %, mit Öger | geplatzt |
| 2, Folge 9 | koawach | Kakao mit Koffein aus Guaraná | 120.000 € für 15 % | geplatzt |
| 2, Folge 11 | my SCHOKO WORLD | Schokolade mit eigenem Fotomotiv | 80.000 € für 25,1 % | geplatzt |
| 2, Folge 11 | Skolder | Tragesystem für Ski | 360.000 € für 33 %, davon 180.000 € zur Vorfinanzierung der Ware | zustande gekommen |
| 3, Folge 1 | Find Penguins | Reiseblog-Plattform | 200.000 € für 50 % | zustande gekommen |
| 3, Folge 2 | Foreverly | Online-Hochzeitsplaner | 150.000 € für 10 % | zustande gekommen |
| 3, Folge 6 | Froogies | Fruchtpulver | 40.000 € für 10 % | zustande gekommen |
| 3, Folge 9 | eBall | elektrisches Rollboard | 500.000 € für 50 %, mit Dümmel, Maschmeyer, Thelen, Williams | geplatzt |
| 3, Folge 10 | Scuddy | Elektroroller | 100.000 € für 25,1 %, mit Dümmel | geplatzt |
| 3, Folge 11 | Casino4Home | mobiles Casino für Veranstaltungen | 50.000 € für 25,1 % | geplatzt |
Sein größtes Angebot der zweiten Staffel ging an Skolder, einen Tragegriff für Ski: 360.000 Euro für 33 Prozent, laut Wikipedia zur Hälfte als Beteiligung und zur Hälfte zur Vorfinanzierung der Ware. Die Firma dahinter führte auch Sportbekleidung und passte gut zu einer Merchandising-Firma, die Schweizer gerade gegründet hatte. So haben wir es in Die Schoko-Schlacht in der Höhle der Löwen beschrieben. Bei koawach stieg er zunächst aus, kam überraschend zurück und machte den Deal doch noch, der später platzte. Was aus den Startups seiner Staffeln wurde, steht in unseren Monitoren zu Staffel 1, Staffel 2 und Staffel 3.
Unser Interview mit Jochen Schweizer aus dem Oktober 2015
Im Oktober 2015 haben wir Jochen Schweizer in seinem Büro in München getroffen. Er saß damals in der zweiten Staffel der Höhle der Löwen. Das Gespräch haben wir als Video in zwei Teilen veröffentlicht. Sein Motto aus dem ersten Teil trägt bis heute: „Never give up, immer wieder neu versuchen!“
Teil 1: Was einen guten Gründer ausmacht
Im ersten Teil erklärt Jochen Schweizer, warum die Sendung so erfolgreich wurde und was er von Gründerinnen und Gründern erwartet, bevor er Geld gibt. Ein Satz, der hängen bleibt: Noch jeder Businessplan sei von der Wirklichkeit überholt worden. Warum er trotzdem einen verlangt und worauf er im Gespräch mit Gründern achtet, erklärt er im Video. Das passt zu seiner eigenen Geschichte: Nach dem Unfall 2003 baute er sein Unternehmen mit einem anderen Geschäftsmodell neu auf.
Teil 2: Die Höhle der Löwen, Show oder Wettkampf?
Im zweiten Teil geht es hinter die Kulissen. Was ist Unterhaltung, was echter Wettbewerb um die besten Deals? Schweizer spricht offen über die Sendung und über sein Lieblingsprojekt aus der zweiten Staffel: Lendstar, eine App, mit der man Freunden Geld schicken sollte. Er investierte 250.000 Euro für 6,14 Prozent. Am Ende richtet er einen Aufruf an alle, die gründen wollen.
Lendstar ging 2018 in die Insolvenz und wurde im April 2025 wegen Vermögenslosigkeit aus dem Handelsregister gelöscht, so der Eintrag bei North Data. Wer aus Schweizers Geschichte etwas für die eigene Gründung mitnehmen will, findet bei uns einen Ratgeber zum Elevator Pitch, der Investoren in wenigen Sätzen überzeugen muss.
Häufige Fragen zu Jochen Schweizer
Wie hoch ist das Vermögen von Jochen Schweizer?
Eine offizielle Zahl gibt es nicht. Belegt ist, dass ProSiebenSat.1 2017 die Mehrheit seiner Firma bei einem Unternehmenswert von 108 Millionen Euro übernahm. Seinen Anteil von zuletzt 10,1 Prozent verkaufte er im April 2025. Die Markenrechte und die Jochen Schweizer Arena bei München gehören weiter ihm.
Wann war Jochen Schweizer bei der Höhle der Löwen?
In den ersten drei Staffeln von 2014 bis 2016. Danach übernahm Dagmar Wöhrl seinen Platz. Im September 2024 kehrte er einmalig als Gastlöwe für die Jubiläumsfolge zurück.
Wie viele Deals hat Jochen Schweizer in der Höhle der Löwen gemacht?
In 23 Pitches vereinbarte er einen Deal, elf davon kamen nach der Sendung zustande, darunter Skolder, Lendstar und Dinnery. Bei Spottster stieg er erst nach der Ausstrahlung ein.
Gehört Jochen Schweizer noch das Erlebnisportal?
Nein. Die Mehrheit verkaufte er 2017 an ProSiebenSat.1, den Rest im April 2025. Die Marke Jochen Schweizer liegt aber bis auf die Gutscheinvermittlung weiter bei ihm. Im Juni 2026 sagte er, er sei an einem Rückkauf interessiert, aber nicht um jeden Preis.
Was ist die Jochen Schweizer Arena?
Ein Erlebniszentrum in Taufkirchen bei München mit Indoor-Skydiving, Indoor-Surfen, Kletterpark und Eventflächen für bis zu 1.500 Personen. Die Arena gehört Jochen Schweizer, nicht zum Gutscheingeschäft von ProSiebenSat.1.
Wo wurde Jochen Schweizer geboren und wie alt ist er?
In Ettlingen in Baden-Württemberg, am 23. Juni 1957. Er ist 69 Jahre alt und wuchs in Heidelberg auf.
Alle Löwinnen und Löwen seit 2014 stehen in unserem großen Überblick zur Höhle der Löwen, die Jury der laufenden Staffel in Die Löwen 2026: Wer sitzt in der Jury?. Wer selbst vor die Löwen treten will, findet alles Nötige in unserem Beitrag so bewerben sich Gründer für die nächste Staffel.
Aktualisiert am 22. Oktober 2026: zum Porträt ausgebaut, mit allen Deals aus der Sendung und den belegten Zahlen zum Verkauf an ProSiebenSat.1. Am 29. September 2026 hatten wir den ersten Teil unseres Interviews vom Oktober 2015 überarbeitet und den zweiten Teil eingearbeitet. In unserer ersten Fassung stand Heidelberg als Geburtsort, richtig ist Ettlingen.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Quellen abgeglichen.



















