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Am 25. September 2026 um 15 Uhr war pinkoa.com eine geparkte Domain. Um 21:12 Uhr stand dort ein Onlineshop, mit KI erstellt: ein kostenloser Lern-Timer, Druckvorlagen, Merch, ein Blog und die ersten Social-Media-Kanäle. Gebaut hat ihn der Berliner Laurens Laudowicz zusammen mit Claude, dem KI-Assistenten von Anthropic, in rund sechs Stunden. Knapp vier Wochen später zeigt sein öffentliches Dashboard 32.074 Aufrufe in den sozialen Netzen, 386 Besuche im Shop und noch keine bezahlte Bestellung. Im schriftlichen Interview erzählt er, was die KI allein gebaut hat, was der Shop kostet und warum Reichweite die eigentliche Währung ist.
Pinkoa auf einen Blick
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Was | Kostenloser Lern-Timer mit dem pinken Koala Koa, Fokusrunden von 25, 50 oder 90 Minuten, ohne Konto und ohne Werbung; dazu Druckvorlagen, Planer und Merch |
| Sprachen | Deutsch, Englisch und Finnisch |
| Gestartet | 25. September 2026, nach rund sechs Stunden Bauzeit |
| Gebaut mit | Claude von Anthropic, Shopify, Printify, Buffer und Klaviyo |
| Sortiment | 101 Produkte laut Gründer, Stand 20. Oktober 2026; Versand nach Deutschland und in die übrigen EU-Länder |
| Laufende Kosten | rund 1 Euro im Monat für den Shop, Werbebudget 0 Euro, laut Gründer |
| Zahlen | 32.074 Aufrufe, 386 Shop-Besuche, 8 Warenkörbe, 2 kostenlose und 0 bezahlte Bestellungen, Stand 21. Oktober 2026 |
| Gründer | Laurens Laudowicz, Berlin, laut Impressum Kleinunternehmer nach § 19 UStG |
Den Timer gibt es auf pinkoa.com, alle Zahlen stehen im öffentlichen Dashboard von Pinkoa. Wie ein Onlineshop ohne KI Schritt für Schritt entsteht, mit allen Pflichten, zeigt unser Ratgeber Online-Shop erstellen.
Was hat die KI beim Onlineshop allein gebaut?
Fast alles, was man sieht. Laut Laurens Laudowicz hat Claude den Lern-Timer in drei Sprachen programmiert, Koa und die Marke gestaltet, ein 30-seitiges Malbuch, einen Lernplaner und 26 Hintergrundbilder erstellt, alle Produkttexte geschrieben, den Shop mit Kollektionen und Menüs eingerichtet, die ersten Merch-Artikel beim Druckdienst Printify angelegt und die ersten Blogbeiträge verfasst.
„Ich war eher der Regisseur mit Daumen hoch und Daumen runter: Konten anlegen, Zahlungen und Logins verbinden, Impressum und Rechtliches prüfen und viele Entscheidungen treffen. Fühlte sich ein bisschen an, wie mit einem kleinen Remote-Team zu arbeiten.“
Fehlerfrei lief es nicht. Einige Produkte liefen anfangs über Druckereien in den USA und standen in der EU deshalb als ausverkauft im Shop. Und beim Namen lag die KI nur halb richtig: Eine Such-KI behauptete, „pinkoa“ heiße auf Finnisch „schnell laufen“, Laudowicz hielt „büffeln“ dagegen. Das Institut für die Sprachen Finnlands hat es inzwischen geklärt: Die Hauptbedeutung ist „schnell rennen“, „büffeln“ sagen Schülerinnen und Schüler vor einer Prüfung. Pinkoa wirbt seither mit beidem: „Run fast. Study hard. Same word.“ Sein Fazit: „Fakten checken bleibt Menschensache.“
Seit dem 27. September arbeitet eine tägliche KI-Routine weiter. Jeden Morgen entstehen ein Blogbeitrag, neue Produkte und Beiträge für die sozialen Netze. Als Laudowicz uns am 8. Oktober zum ersten Mal schrieb, hatte der Shop 41 Produkte, am Tag darauf 67, am 20. Oktober 101.

Was kostet ein Onlineshop mit KI?
Bei Pinkoa im Moment rund einen Euro im Monat. Das liegt an einem Einstiegsangebot von Shopify, das nach drei Monaten endet. Ab Januar 2027 zahlt Laudowicz nach eigenen Angaben den normalen Basic-Tarif für 36 Euro im Monat. Die übrigen Werkzeuge laufen auf kostenlosen Plänen, und der Druckdienst rechnet erst ab, wenn jemand bestellt.
| Posten | Kosten im Monat | Anmerkung laut Gründer |
|---|---|---|
| Shopify | 1 Euro | Einstiegsangebot für drei Monate, ab Januar 2027 Basic-Tarif für 36 Euro |
| Domain | 0 Euro | lag schon in seinem Domain-Portfolio |
| Printify | 0 Euro | Druck und Versand werden je Bestellung abgerechnet |
| Buffer und Klaviyo | 0 Euro | kostenlose Pläne für Social-Media-Planung und E-Mails |
| Claude | 90 Euro | Abo, das er auch für andere Projekte nutzt |
| Werbung | 0 Euro | bisher kein Werbebudget |
Zählt man das KI-Abo nicht mit, weil es ohnehin bezahlt ist, kostet der Shop heute einen Euro und ab Januar 36 Euro im Monat. Rechnet man es voll ein, sind es 91 und ab Januar 126 Euro. Dazu kommt Zeit: sechs Stunden am ersten Tag, seitdem im Schnitt etwa 30 Minuten täglich für Freigaben und Antworten, bis heute also rund 19 Stunden. „Ehrlich mitgerechnet also eher ein Hobby-Budget als ein Gründer-Budget“, sagt Laudowicz. Ab Januar soll sich das Projekt selbst tragen. Wie weit man mit eigenen Mitteln kommt, ohne Investoren, haben wir im Ratgeber Bootstrapping zusammengestellt.

Mit KI Geld verdienen: Wo bei Pinkoa die Kunden fehlen
Nicht beim Bauen, sondern beim Finden. Seit dem 6. Oktober veröffentlicht Pinkoa alle Zahlen auf einem öffentlichen Dashboard, auch die unbequemen. Stand 21. Oktober kamen 32.074 Aufrufe auf sieben Kanälen zusammen, drei Viertel davon auf TikTok. Im Shop kamen in derselben Zeit 386 Besuche an, nur 32 davon über die sozialen Netze.
| Stufe | Anzahl | Anteil |
|---|---|---|
| Aufrufe in den sozialen Netzen | 32.074 | |
| Besuche im Shop seit 25. September | 386 | |
| davon über die sozialen Netze | 32 | 0,1 Prozent der Aufrufe |
| Warenkörbe | 8 | 2,1 Prozent der Besuche |
| Bestellungen, kostenlos | 2 | |
| Bestellungen, bezahlt | 0 |
Die Tabelle zeigt, wo der Engpass liegt. Ein Video mit ein paar hundert Aufrufen bringt fast niemanden in den Shop. Mehr bewegt hat etwas, das man teilen und ausdrucken kann: Am 18. Oktober, dem Tag der Wortwolke für das kostenlose Lernwörter-Poster, kamen 43 Besuche, so viele wie an keinem Tag zuvor. Laudowicz notiert die Lehre im Dashboard selbst: Etwas, das sich zu teilen lohnt, schlägt den nächsten Produktpost.

„Die eigentliche Währung ist Reichweite, und davon habe ich noch sehr wenig“, sagt Laudowicz. Für alle, die mit KI Geld verdienen wollen, ist das der wichtigste Satz dieser Geschichte: Das Bauen kostet kaum noch etwas, die ersten Kunden schon.
Was Pinkoa als Nächstes probiert
Laudowicz testet mehrere Wege gleichzeitig und hält jeden mit Zahlen fest.
- Product Hunt: Der Start auf der Plattform am 10. Oktober brachte ein Upvote. Seine Lehre: Ohne eine Community, die vorher schon da ist, bringt ein Launch dort fast nichts.
- Video statt Bild: Kurze Clips laufen deutlich besser als Bilder und Karussells, Instagram bekommt jeden Tag ein neues Video. Wie man Produktvideos mit wenig Aufwand plant, steht in unserem Ratgeber Produktvideo erstellen.
- Kooperationen: 60 Lern-Creator haben einen persönlichen Rabattcode; wer wirklich Lust hat, sucht sich ein bis zwei Merch-Teile aus.
- Presse und Schulen: Rund 300 E-Mails an Presse, Lehrkräfte und Creator hat die KI vorbereitet und verschickt. Das Portal Lehrer-Online hat den Lern-Timer laut Gründer als Tool-Tipp aufgenommen, für den Unterricht gibt es ein kostenloses Kit.
- Gefunden werden: eigene Seiten für Lern-Timer mit 25, 50 und 90 Minuten, damit Suchende direkt dort landen.
- Neue Kanäle: eine Facebook-Seite seit dem 21. Oktober, ein Profil bei Indie Hackers und ab Januar 2027 ein monatlicher Newsletter, der „Koa-Brief“.

Was Gründer aus dem KI-Shop lernen können
Pinkoa ist kein Erfolgsbericht, und genau das macht die Geschichte wertvoll. „Null Verkäufe sind auch ein Ergebnis“, sagt Laudowicz. „Ich teile die Zahlen, weil ein ehrliches Experiment mehr lehrt als eine polierte Erfolgsgeschichte.“ Drei Dinge nehmen wir daraus mit.
Bauen ist billig geworden, Vertrieb nicht. Wer heute einen Onlineshop mit KI erstellt, spart Wochen. Diese Zeit gehört in die Suche nach den ersten Kunden, nicht in den hundertzweiten Artikel. Wer selbst KI-Routinen wie Pinkoa einsetzen will, findet im Startup-Check für KI-Agenten die Fragen, die man vorher klären sollte.
Aufrufe sind keine Besuche. 32.074 Aufrufe brachten 32 Besuche über die sozialen Netze. Wer von Anfang an misst wie Laudowicz, sieht früh, welcher Kanal Kunden bringt, und kann umsteuern, bevor Geld in Werbung fließt.
Die Pflichten bleiben beim Menschen. Impressum, Widerrufsrecht und Verpackungsregister prüft keine KI verbindlich für dich, Laudowicz hat das Rechtliche selbst übernommen. Was ein Shop dafür braucht, steht in unseren Checklisten zum Widerrufsbutton im Online-Shop und zum Verpackungsregister LUCID.
Unsere Einschätzung: Das Experiment ist ehrlicher als die meisten Geschichten über schnelles Geld mit KI, und es ist früh. Ob sich Pinkoa ab Januar selbst trägt, entscheidet nicht die KI, sondern ob aus Aufrufen Besuche werden. Den ersten bezahlten Verkauf tragen wir hier nach. Weitere Gründungen dieses Herbstes stellen wir in unserer Übersicht neue Startups im Oktober 2026 vor, darunter mit Clarity School eine weitere Lern-App.
Häufige Fragen zu Pinkoa und Onlineshops mit KI
Was ist Pinkoa?
Ein kostenloser Lern-Timer im Browser mit dem pinken Koala Koa: Fokusrunden von 25, 50 oder 90 Minuten mit Pausen, ohne Konto und ohne Werbung, auf Deutsch, Englisch und Finnisch. Dazu verkauft Pinkoa Druckvorlagen und Planer sowie Merch, das in Europa gedruckt wird.
Wer steckt hinter Pinkoa?
Laurens Laudowicz, Unternehmer aus Berlin. Neben einem Familienunternehmen hält er ein Portfolio von Domainnamen; pinkoa.com war eine davon, bis er sie am 25. September 2026 in einen Shop verwandelte.
Wie lange dauert es, einen Onlineshop mit KI zu erstellen?
Bei Pinkoa rund sechs Stunden, von der geparkten Domain um 15 Uhr bis zum fertigen Shop mit Timer und Blog um 21:12 Uhr. Konten anlegen, Zahlungen verbinden und das Rechtliche prüfen blieb Handarbeit des Gründers.
Was kostet ein Onlineshop mit KI?
Bei Pinkoa derzeit rund einen Euro im Monat für Shopify, ab Januar 2027 nach Angaben des Gründers 36 Euro für den Basic-Tarif. Dazu kommt ein KI-Abo für 90 Euro im Monat, das er auch für andere Projekte nutzt. Werbung: bisher 0 Euro.
Kann man mit einem KI-Shop Geld verdienen?
Bei Pinkoa bisher nicht: Nach knapp vier Wochen stehen 386 Besuche, 8 Warenkörbe und 0 bezahlte Bestellungen im Dashboard, Stand 21. Oktober 2026. Den Shop zu bauen ist mit KI günstig geworden, die ersten Kunden zu finden bleibt die eigentliche Arbeit.
Was bedeutet pinkoa?
Ein finnisches Verb mit zwei Bedeutungen: vor allem „schnell rennen“, in der Schülersprache auch „büffeln“ vor einer Prüfung.
Beitragsbild: Laurens Laudowicz, Gründer von Pinkoa. Foto: Laurens Laudowicz.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die Antworten stammen aus dem schriftlichen Interview mit Laurens Laudowicz vom 9. Oktober 2026 und seinem Update vom 20. Oktober 2026 und sind redaktionell gekürzt.



















