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Jede Woche melden sich junge Unternehmen bei uns, per Mail, über das Kontaktformular oder über Melde dein Startup. Nicht jede Meldung wird ein eigenes Porträt, aber viele haben eine Geschichte, die andere Gründer weiterbringt. In dieser Ausgabe stellen wir fünf Startups vor, die uns in den letzten Wochen geschrieben haben: eine KI, die Werbung auf Rechtssicherheit prüft, zwei Werkzeuge für Vermieter und Mieter, einen kostenlosen Markencheck für die Namenssuche und einen Musikdienst für Kitas mit einem prominenten neuen Gesellschafter.
Die fünf Startups im Überblick
| Startup | Sitz | Was es macht | Einstieg |
|---|---|---|---|
| Caidera | Berlin | KI prüft Marketinginhalte in regulierten Branchen | kostenlose Demo |
| NebenkostenPro | Nürnberg | Nebenkostenabrechnung prüfen und erstellen | Vorschau kostenlos |
| CIRO | Eching bei München | Vermietersoftware für private Vermieter | 60 Tage kostenlos testen |
| markencheck.ai | ohne Angabe | Markennamen im EU-Register prüfen | 3 Checks am Tag kostenlos |
| KIMMA | Hamburg | Musikstreaming für Kitas und Grundschulen | 14 Tage kostenlos, danach ab 16 Euro im Monat |
Alle Angaben stammen von den Gründern selbst und von ihren Websites, abgefragt Ende September. Preise verstehen sich, wo nicht anders genannt, zuzüglich Umsatzsteuer.
Caidera: KI prüft Werbung, bevor sie Ärger macht
Wer in Pharma, Medizintechnik oder Kosmetik wirbt, kennt das Nadelöhr: Eine fertige Kampagne liegt wochenlang in der internen Prüfung, weil jede Werbeaussage rechtlich sauber sein muss. Eine einzige nicht freigegebene Aussage kann eine Abmahnung oder einen Rückruf bedeuten. Caidera aus Berlin hat eine KI-Plattform gebaut, die Marketinginhalte in solchen regulierten Branchen automatisch auf Compliance und Werbeaussagen prüft und gefundene Probleme in Sekunden erklärt.
Gegründet haben Caidera Max Sieg und Daniel Fernau im Umfeld von Science and Startups, dem Gründungsnetzwerk von Charité, TU, FU und HU Berlin. Gefördert wird das Startup über AI Nation, ein KI-Programm der Bundesregierung, und es stand zuletzt unter den neun Finalisten des Berliner Gründungspreises. Als Kunden nennt das Team Takeda, Bauerfeind und Weleda, bei Bauerfeind sinke der Aufwand in der Freigabe um 80 Prozent. Diese Zahl stammt vom Startup. Eine kostenlose Demo steht auf caidera.ai bereit.
Für Gründer im Gesundheitsbereich ist das Thema ohnehin Pflichtlektüre. Wie man KI im eigenen Unternehmen sicher einsetzt, beschreiben wir in unserem Beitrag zur KI-Richtlinie für Startups.
NebenkostenPro: Abrechnung prüfen und erstellen mit KI
Julian Falk hat NebenkostenPro allein in Nürnberg gegründet. Die Idee: Viele Mieter zweifeln an ihrer Nebenkostenabrechnung, prüfen sie aber nie, weil das ohne juristische Kenntnisse kaum möglich ist. Bei NebenkostenPro laden Nutzer ihre Unterlagen hoch, mehrere KI-Modelle lesen die Daten aus und prüfen sie. Danach gehen Mieter die Auffälligkeiten durch und laden einen fertigen Bericht als PDF herunter. Die Vorschau ist kostenlos.
Spannend ist, dass Falk beide Seiten bedient. Vermieter erstellen mit demselben Werkzeug ihre Abrechnung nach der Gliederung der Betriebskostenverordnung. Nebenbei hat der Gründer eine offene Datenbank mit kommunalen Nebenkostendaten für rund 400 Städte aufgebaut, von Grundsteuer-Hebesätzen bis zu Wasserpreisen. Mehr steht auf nebenkostenpro.de. Für ein Solo-Startup ist das eine kluge Mischung: Die Datenbank bringt Besucher über Suchmaschinen, das Werkzeug verdient das Geld.
CIRO: die Verwaltung für private Vermieter
Ebenfalls rund um die Mietwohnung arbeitet CIRO aus Eching bei München. Die Vermietersoftware nimmt privaten Vermietern die Verwaltung ab: Nebenkostenabrechnung, Buchhaltung mit Bankabgleich, ein Portal für Mieter und die Kommunikation mit ihnen. Belege erfasst eine KI. Gegründet haben CIRO Markus Froese als Geschäftsführer und André Teich als Technikchef, ohne Investoren. Live ist die Software seit Juni, ab Ende des Jahres soll sie sich auch an Hausverwaltungen richten.
Wer testen will, kann das nach Angaben auf ciro.immo 60 Tage kostenlos tun, die Nebenkostenabrechnung gibt es auch ohne Abo. Für Gründer, die nebenbei eine Wohnung vermieten, ist das Thema oft näher, als sie denken: Mieteinnahmen gehören in die Steuererklärung, und eine saubere Buchhaltung spart Ärger mit dem Finanzamt.
markencheck.ai: Ist der Name noch frei?
Fast jede Gründung beginnt mit einem Namen, und fast jede Gründerin stellt sich dieselbe Frage: Gibt es den schon? Dr. Ron van de Sand hat nach eigener Aussage mehrfach gegründet und jedes Mal einen schnellen Markencheck vermisst. Deshalb hat er markencheck.ai gebaut. Das Werkzeug prüft einen Namen im EU-Markenregister auf gleiche und ähnliche Marken, berechnet einen Ähnlichkeitswert per KI und ordnet die Treffer den Nizza-Klassen zu, also den Waren- und Dienstleistungsklassen des Markenrechts.
Drei Namensprüfungen am Tag sind ohne Anmeldung kostenlos. Ein geführter Markencheck kostet einmalig 19 Euro, ein Paket mit zehn Prüfungen für Agenturen 49 Euro, jeweils ohne Abo, so steht es auf markencheck.ai. Ein solcher Check ersetzt keine Beratung durch einen Markenanwalt, er ist aber ein sinnvoller erster Filter, bevor man Logo und Domain bezahlt. Wie die Anmeldung danach abläuft und was sie kostet, erklären wir im Ratgeber Marke anmelden.
KIMMA: Musik für die Kita, legal lizenziert
Musik gehört zum Kita-Alltag, vom Morgenkreis bis zur Mittagsruhe. Wer dafür einfach einen gewöhnlichen Streamingdienst nutzt, bewegt sich rechtlich oft auf dünnem Eis, denn private Abos decken den Einsatz in Einrichtungen in der Regel nicht ab. KIMMA aus Hamburg bietet deshalb einen Audiodienst, der für Kitas, Krippen, Horte und Grundschulen lizenziert ist, mit mehr als 11.000 ausgewählten Titeln für Kinder bis zehn Jahre und fertigen Playlists für jede Situation des Tages.

Ende September ist die KIMMA GmbH aus dem Hamburger Unternehmen MOTECO ausgegründet worden. Geschäftsführer sind Firmengründer Arndt-Helge Grap und Viktoria Schamberger. Neu an Bord ist Arne Kahlke, Gründer von ElitePartner und früherer Geschäftsführer von Parship, als Gesellschafter und Berater. Nach Angaben des Unternehmens läuft KIMMA bereits in mehr als 1.000 Kitas, unter anderem bei Trägern wie DRK und AWO, und die Stadt Frankfurt hat einen Rahmenvertrag für rund 150 Kitas geschlossen. Die Pakete beginnen laut kimma.de bei 16 Euro im Monat bei jährlicher Zahlung, die ersten 14 Tage sind kostenlos.

Was die fünf gemeinsam haben
Auffällig ist, wie viele dieser Gründungen ohne Wagniskapital auskommen. NebenkostenPro und CIRO sind selbst finanziert, Caidera startet mit öffentlicher Förderung, KIMMA ist aus einem bestehenden Unternehmen heraus gewachsen. Wer ohne Investoren startet, braucht ein Produkt, das früh Geld verdient, und genau das sieht man hier: klare Preise, kostenlose Testphasen und ein Problem, das Kunden sofort verstehen.
Ebenso auffällig ist der Einsatz von KI, und zwar nicht als Schlagwort, sondern als Werkzeug für eine lästige Aufgabe: Belege auslesen, Werbeaussagen prüfen, Marken vergleichen. Wer selbst mit einer solchen Idee starten will, findet in unserem Ratgeber zum Businessplan den ersten Schritt und in unserem Leitfaden zur UG-Gründung die passende Rechtsform für einen günstigen Start.
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