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Termine per WhatsApp, Rechnungen am Abend, Zahlungen hinterherlaufen: Wer sich mit Tieren selbstständig macht, verbringt viele Stunden am Schreibtisch statt im Stall. Genau das wollte Vivien Dierichsweiler ändern. Ihr Startup PetPlanner aus Mainz bündelt Buchung, Kalender, Zahlung und Rechnung für Hundetrainer, Hufpfleger, Tierbetreuer und andere Tierprofis in einer App und hat in diesem Jahr den Verein für Deutsche Schäferhunde als Partner gewonnen, nach eigenen Angaben den größten Rassehundezuchtverein der Welt. Im schriftlichen Interview erzählt die Gründerin, wie aus ihrer eigenen Selbstständigkeit mit Pferden die Idee entstand, wie lange die Partnerschaft mit dem Verein gebraucht hat und warum PetPlanner ohne Investoren wächst.
PetPlanner auf einen Blick
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Was | App, die Tierbesitzer und selbstständige Tierprofis zusammenbringt: Suche, Buchung, Kalender, Chat, Zahlung und Rechnung an einem Ort |
| Services | unter anderem Hundetraining, Gassi-Service, Tierbetreuung, Pferdephysiotherapie, Hufpflege, Fellpflege und Tierfotografie |
| Kosten | für Tierbesitzer kostenlos; Anbieter zahlen keine Fixkosten, sondern 7,5 Prozent je abgewickelter Buchung, Stand 15. Oktober 2026 |
| Gründerin | Vivien Dierichsweiler, Geschäftsführerin |
| Sitz | Mainz, PetPlanner Business Solutions GmbH, gegründet 2025 |
| Start | Beta seit April 2026, heute deutschlandweit im App Store und bei Google Play |
| Finanzierung | vollständig durch die drei Gesellschafter, die Technik baut die Muttergesellschaft CollideX |
| Partner | Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e. V.: gewerblich tätige Mitglieder zahlen 6,75 statt 7,5 Prozent |
Wie kam es zur Gründung von PetPlanner?
Vivien Dierichsweiler: Zum 18. Geburtstag habe ich mich im Bereich Pferdeausbildung selbstständig gemacht und schnell festgestellt, dass ich viel zu viel Zeit mit Verwaltung und Organisation verbringe, statt im Stall bei meinen Pferden. Ich verbrachte viele Stunden damit, Termine zu organisieren, Rechnungen zu schreiben und Kunden hinterherzurennen. Zeit, die ich nicht damit verbringen konnte, Geld zu verdienen und Tiere zu versorgen. Außerdem war ich selbst auf der Suche nach Dienstleisterinnen. In dem Fall war es eine Huforthopädin, die ich für meine Pferde suchte. Ein Bereich, der sowieso schon ein knappes Angebot hat, und dann auch noch eines, das in vielen Fällen nicht online auffindbar und nur über Kontakte von Kontakten und mit viel Glück erreichbar war.
Die Tierbranche ist Hands-on, aber das muss nicht bedeuten, jeden Prozess manuell ausführen zu müssen. Ich denke, als Tierdienstleisterin sollte man sich auf die Arbeit mit Tieren fokussieren können und die administrativen Aufgaben der Selbstständigkeit bewältigen können, ohne regelmäßige Nachtschichten einzubauen oder die Wochenenden am PC zu verbringen.
PetPlanner ist eine Antwort auf die vielen Stunden, die ich lieber an der frischen Luft gewesen wäre, und auf die unzähligen Einblicke von anderen Dienstleisterinnen, die mir von den Herausforderungen ihrer Arbeit berichtet haben.

Wie haben Sie einen so großen Verein als Partner gewonnen?
Vivien Dierichsweiler: Den Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e. V. beziehungsweise dessen Hauptgeschäftsführerin Daniela Ruf haben wir auf einer großen Tiermesse Ende 2025 getroffen und ihr PetPlanner vorgestellt. Damals waren wir mitten in der App-Entwicklung und konnten noch kein Produkt vorzeigen.
Im Frühjahr 2026 haben wir dann die Gespräche wieder aufgenommen, durften PetPlanner noch einmal in größerer Runde vorstellen und eine tolle Kooperation ausarbeiten. Im September 2026 wurde die Zusammenarbeit dann offiziell bekanntgegeben und von beiden Seiten veröffentlicht. Wir freuen uns, allen SV-Mitgliedern dauerhaft 10 Prozent Rabatt auf die gewerbliche Nutzung von PetPlanner bieten zu können.
Was die Partnerschaft wert ist, zeigen die Zahlen aus der Pressemitteilung von PetPlanner: Der Verein für Deutsche Schäferhunde wurde vor über 125 Jahren gegründet, zählt nach eigenen Angaben rund 50.000 Mitglieder in 19 Landesgruppen und etwa 1.800 Ortsgruppen und stellt PetPlanner unter anderem in seiner Vereinszeitschrift mit einer Auflage von rund 45.000 Exemplaren vor. Der Rabatt bedeutet konkret: Gewerblich tätige Mitglieder zahlen 6,75 statt 7,5 Prozent auf den Umsatz, den sie über die App abwickeln. Neben dem SV führt PetPlanner auf seiner Seite zu Kooperationen drei weitere Partner, darunter die Pferdeplattform HorseUnity und den Tierschutzverein Soul Buddys.
Wo steht PetPlanner heute, bei Nutzern, Team und Finanzierung?
Vivien Dierichsweiler: PetPlanner ist noch ein junges Startup, doch wir sehen vor allem jetzt zum Anfang der diesjährigen Messesaison, wie es Fahrt aufnimmt. Wir wachsen vor allem im Mainzer Umfeld, aber auch rund um die großen Messestädte, in denen wir aktiv sind, deutlich. Vor allem ist uns aktuell wichtig, möglichst viel Nutzerfeedback zu sammeln und die Anwendung so weiterzuentwickeln, dass wir die konkreten Probleme unserer Anwenderinnen lösen.
Unser Team ist bewusst klein gehalten. Operativ sind wir nur zu zweit, dadurch haben wir einen engen Kontakt zu unseren Kunden und können schnell agieren. Die gesamte technische Umsetzung liegt bei CollideX, unserer Muttergesellschaft. Als seit vielen Jahren etabliertes Softwareunternehmen kann sie die Anwendung hinter PetPlanner auf eine solide technische Grundlage aufbauen, die mit über hunderttausend Nutzern getestet und etabliert ist.
PetPlanner ist vollständig durch uns drei Gesellschafter finanziert.
Was PetPlanner kostet und für wen sich das rechnet
Für Tierbesitzer ist die App kostenlos, sie zahlen nur den gebuchten Service. Anbieter zahlen keine Grundgebühr, sondern eine erfolgsabhängige Gebühr von 7,5 Prozent auf jede Buchung, die über PetPlanner abgewickelt und abgerechnet wird, so steht es auf der Seite für Dienstleister. Ein Beispiel: Wer im Monat Buchungen für 2.000 Euro über die App laufen lässt, zahlt 150 Euro, als Mitglied im SV 135 Euro. Dafür laufen Terminbuchung, Kalender, Zahlung und Rechnung an einem Ort. Wie viel Zeit das spart, rechnet PetPlanner auf derselben Seite vor: Mit den voreingestellten Werten, sieben Stunden Verwaltung in der Woche und einem Stundensatz von 50 Euro, kommt der Rechner auf rund 1.400 Euro unbezahlte Arbeitszeit im Monat.
Das Modell passt besonders gut zu Tierprofis, die gerade starten oder nebenher gründen: Kosten entstehen erst, wenn Umsatz entsteht, und das Profil in der App dient zugleich als Schaufenster für neue Kunden. Anbieter laden dafür ihre Gewerbeanmeldung hoch, bei reglementierten Berufen prüft PetPlanner zusätzlich Nachweise wie Zertifikate oder Genehmigungen des Veterinäramts. Wie die Gewerbeanmeldung funktioniert, erklärt unser Ratgeber zum Gewerbe anmelden, wie der Start neben dem Hauptjob gelingt, die Anleitung Gründen neben dem Vollzeitjob. Und wer Rechnungen bisher von Hand schreibt, findet in unserem Beitrag zur E-Rechnung für Kleinunternehmer, was sich 2026 ändert.
Unsere Einschätzung
PetPlanner ist ein Produkt aus der Branche für die Branche. Die Gründerin kennt das Problem aus dem eigenen Pferdebetrieb, und genau das merkt man an der Ausrichtung: nicht noch ein Kalender, sondern Buchung, Zahlung und Rechnung in einem Ablauf, zugeschnitten auf Solo-Selbstständige. Die Partnerschaft mit dem SV ist dabei der klügste Zug, denn ein Verein mit rund 50.000 Mitgliedern erreicht Hundetrainer, Züchter und Betreuer dort, wo Werbung kaum hinkommt. Im August 2026, vier Monate nach dem Start, zeichneten die German Stevie Awards die App laut PetPlanner zweimal mit Gold aus, in den Kategorien „User Experience“ und „Werkzeuge & Dienste“. Weil PetPlanner nur an erfolgreich abgewickelten Buchungen verdient, wächst das Geschäft genau in dem Maß, in dem die App den Tierprofis tatsächlich Kunden und Zeit bringt.
Die App gibt es über die Website von PetPlanner für iPhone und Android. Ein weiteres junges Unternehmen rund um den Hund stellen wir mit dem KI-Gesundheitstracker von Senani vor, weitere Gründungen des Monats in der Übersicht Neue Startups im Oktober 2026. Wer selbst ohne Investoren starten will, findet die Wege zum Startkapital in unserem Ratgeber Startup-Finanzierung: Wege, Geldgeber und Know-how.
Häufige Fragen zu PetPlanner
Was ist PetPlanner?
Eine App aus Mainz, die Tierbesitzer und selbstständige Tierprofis zusammenbringt. Besitzer finden und buchen Services wie Hundetraining, Tierbetreuung oder Hufpflege, Anbieter organisieren Termine, Zahlungen und Rechnungen an einem Ort.
Wer hat PetPlanner gegründet?
Vivien Dierichsweiler. Sie hat sich mit 18 Jahren in der Pferdeausbildung selbstständig gemacht und PetPlanner aus der eigenen Erfahrung mit Verwaltung und Terminorganisation entwickelt. Betrieben wird die App von der PetPlanner Business Solutions GmbH in Mainz.
Was kostet PetPlanner?
Für Tierbesitzer ist die App kostenlos. Anbieter zahlen keine Fixkosten, sondern 7,5 Prozent auf jede über PetPlanner abgewickelte Buchung, Stand 15. Oktober 2026.
Was haben Mitglieder des Schäferhundvereins von der Kooperation?
Gewerblich tätige Mitglieder des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV) e. V. bekommen dauerhaft 10 Prozent Rabatt auf die Gebühr. Sie zahlen 6,75 statt 7,5 Prozent auf den Umsatz, den sie über die App abwickeln.
Hat PetPlanner Investoren?
Nein. PetPlanner ist nach Angaben der Gründerin vollständig durch die drei Gesellschafter finanziert. Die Technik stammt von der Muttergesellschaft CollideX, einem Softwareunternehmen.
Beitragsbild: Vivien Dierichsweiler, Gründerin von PetPlanner. Foto: Julius Dierichsweiler.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die Antworten stammen aus dem schriftlichen Interview mit Vivien Dierichsweiler vom 14. Oktober 2026 und sind nur sprachlich leicht bearbeitet.


















