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Wer ein Handwerk, eine Werkstatt oder einen Salon führt, kennt das Problem: Das Telefon klingelt genau dann, wenn beide Hände voll sind. Der Anruf geht ins Leere, und der Kunde ruft beim nächsten Betrieb an. ImmerRuf aus Leimen bei Heidelberg will diese Lücke schließen. Das Startup bietet einen KI-Telefonassistenten, der rund um die Uhr Anrufe annimmt, Termine direkt in den Kalender bucht und nach jedem Gespräch eine Zusammenfassung schickt. Gegründet 2026, ohne Investoren, zu festen Monatspreisen ab 99 Euro netto. Gründer Yatin Arora hat uns das Konzept über unser Formular Melde dein Startup vorgestellt.
Was ist ImmerRuf?
ImmerRuf ist ein Telefonassistent auf Basis künstlicher Intelligenz für Betriebe mit einem bis fünfzig Mitarbeitern. Der Assistent spricht natürliches Deutsch und Englisch, versteht gängige Dialekte und kann mehrere Anrufe gleichzeitig führen. Er beantwortet Fragen zu Leistungen, Preisen und Öffnungszeiten, nimmt Anliegen auf und bucht Termine nach den Regeln, die der Betrieb vorgibt.
Nach dem Gespräch bekommt der Betrieb wahlweise die Aufnahme, ein vollständiges Transkript oder eine kurze Zusammenfassung, per SMS und E-Mail. Die bestehende Telefonnummer bleibt, eingerichtet wird lediglich eine Rufumleitung. So beschreibt es der Anbieter auf immerruf.de.
Der Unterschied zum Anrufbeantworter liegt im Gespräch selbst. Ein Anrufbeantworter zeichnet nur auf, und viele Anrufer sprechen gar nichts drauf. Der KI-Assistent fragt nach, klärt das Anliegen und bucht im besten Fall sofort einen Termin.
Wer steckt hinter ImmerRuf?
Hinter ImmerRuf steht Yatin Arora, der das Angebot als Einzelunternehmer in Leimen betreibt. Das Impressum nennt ihn als Diensteanbieter und Verantwortlichen, eine Gesellschaft gibt es bislang nicht. Das Startup ist nach eigenen Angaben 2026 gegründet und vollständig selbst finanziert.
Für Gründer ist dieser Weg lehrreich. Ein Softwareangebot als Einzelunternehmen zu gründen, hält die Kosten am Anfang niedrig und spart Notar und Stammkapital. Wer später Kapital aufnehmen oder die Haftung begrenzen will, kann immer noch in eine UG oder GmbH wechseln. Viele Gründer testen so erst den Markt, bevor sie die Rechtsform festzurren.
Auffällig ist, wie offen ImmerRuf mit Zahlen umgeht. Auf der eigenen Seite nennt das Startup eine durchschnittliche Gesprächsdauer von 3,8 Minuten, gemessen an 221 echten Anrufen, und rechnet seine Tarife vorsichtig mit 3,5 Minuten je Anruf. Solche Werte liest man bei jungen Anbietern selten.
Für wen ist der KI-Telefonassistent gedacht?
ImmerRuf zielt auf kleine und mittlere Betriebe, in denen niemand den ganzen Tag am Telefon sitzen kann. Der Gründer nennt uns Handwerk, Werkstätten, Kanzleien, Salons, Gastronomie und Hausverwaltungen. Überall dort gilt: Ein verpasster Anruf ist oft ein verlorener Auftrag.

Besonders interessant ist das Angebot für Gründer, die gerade erst starten. Wer allein ein Gewerbe führt, arbeitet beim Kunden, auf der Baustelle oder am Stuhl und ist in dieser Zeit nicht erreichbar. Eine eigene Kraft am Empfang lohnt sich in dieser Phase selten. ImmerRuf nennt für eine Empfangskraft Kosten von rund 3.900 bis 5.400 Euro im Monat für den Arbeitgeber, alles eingerechnet. Die Zahl stammt vom Anbieter selbst und dient ihm als Vergleich, sie zeigt aber die Größenordnung.
Was kostet ImmerRuf?
Das Startup arbeitet mit festen Monatspreisen und ohne Minutenabrechnung. Jeder Tarif enthält ein Kontingent an Minuten, die Terminbuchung ist überall dabei. Ist das Kontingent aufgebraucht, legt der Betrieb selbst fest, ob der Assistent am Limit endet oder über ein vorab aufgeladenes Guthaben weiterläuft. Nachberechnet wird nach Angabe des Anbieters nie.
| Tarif | Preis im Monat (netto) | Minuten | Anrufe nach Rechnung des Anbieters |
|---|---|---|---|
| Basis | 99 Euro | 600 | rund 170 |
| Empfang | 199 Euro | 1.500 | rund 430 |
| Wachstum | 349 Euro | 3.000 | rund 860 |
| Individuell | auf Anfrage | flexibel | für mehrere Standorte |
Dazu kommt eine einmalige Einrichtungsgebühr von 99 Euro. Eine Mindestlaufzeit gibt es nicht, gekündigt wird monatlich. Die Preise stehen vollständig auf der Preisseite von ImmerRuf. Für einen Betrieb, der am Tag fünf bis sechs Anrufe bekommt, reicht nach dieser Rechnung der kleinste Tarif.
Wie läuft die Einrichtung?
ImmerRuf verkauft keinen Baukasten. Das Team richtet den Assistenten nach eigenen Angaben vollständig selbst ein und trainiert ihn auf die Leistungen, Preise, Öffnungszeiten und häufigen Fragen des Betriebs. In der Regel läuft der Assistent innerhalb einer Woche. Was er im Gespräch abfragt, bestimmt der Betrieb: bei einer Werkstatt vielleicht Kennzeichen und Schaden, beim Friseur die gewünschte Leistung und die Uhrzeit.
Wichtig für die Praxis ist der Kalender. Bei mehreren Mitarbeitern prüft der Assistent mehrere Kalender und bucht beim passenden Ansprechpartner. Der Anbieter weist selbst darauf hin, dass noch nicht jedes Kalendersystem angebunden ist. Wer interessiert ist, klärt das am besten im ersten Gespräch.
Ehrlich ist ImmerRuf auch bei den Grenzen der Technik. Sprachsysteme mit KI arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten und können sich verhören. Das Startup rät deshalb zu Testanrufen und dazu, geschäftskritische Ergebnisse wie gebuchte Termine anfangs selbst nachzusehen. Ein sinnvoller Einstieg ist, den Assistenten zunächst nur außerhalb der Öffnungszeiten laufen zu lassen und die Zusammenfassungen eine Woche lang zu lesen.
Datenschutz und KI-Kennzeichnung
Ein Telefonassistent verarbeitet Stimmen, Namen und Anliegen von Kunden, also personenbezogene Daten. ImmerRuf speichert die Gesprächsdaten nach eigener Angabe in der EU und stellt einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung bereit, in dem jeder eingesetzte Unterauftragsverarbeiter namentlich steht. Das Sprachmodell und die Telefonie laufen teilweise über Anbieter in den USA, abgesichert über das EU-US Data Privacy Framework und Standardvertragsklauseln. Wie ein solcher Vertrag aufgebaut ist, erklären wir im Ratgeber zum Auftragsverarbeitungsvertrag für SaaS.
Dazu kommt die KI-Verordnung der EU. Nach Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 müssen Menschen erfahren, dass sie mit einem KI-System sprechen, wenn das nicht offensichtlich ist. Für Betriebe heißt das: Der Assistent sollte sich zu Beginn des Gesprächs als digitaler Assistent vorstellen. Das schafft auch Vertrauen, denn ein Anrufer, der sich getäuscht fühlt, ruft kein zweites Mal an.
Unsere Einschätzung
ImmerRuf trifft ein echtes Problem kleiner Betriebe, und das Startup macht es Interessenten leicht: öffentliche Festpreise, keine Mindestlaufzeit, eigene Messwerte statt Werbeversprechen. Das ist für einen Anbieter, der erst seit diesem Jahr am Markt ist, bemerkenswert transparent.
Offen ist, wie ImmerRuf gegen größere Anbieter von Telefonassistenten besteht, die mit Kapital im Rücken wachsen. Der Vorteil des kleinen Teams liegt in der persönlichen Einrichtung: Statt Konfiguration am Bildschirm übernimmt das Startup die Arbeit. Ob sich das bei wachsender Kundenzahl halten lässt, wird die spannende Frage der nächsten Monate. Für einen Handwerksbetrieb, der heute Anrufe verliert, ist ein Test im kleinsten Tarif ein überschaubares Risiko.
Wer selbst ein KI-Angebot aufbauen will, findet bei uns den Check zum Einsatz von KI-Agenten und die Schritte zum Gewerbe anmelden.
Häufige Fragen zu ImmerRuf
Was kostet ImmerRuf im Monat?
Der kleinste Tarif kostet 99 Euro netto im Monat für 600 Minuten, der mittlere 199 Euro für 1.500 Minuten, der größte 349 Euro für 3.000 Minuten. Einmalig kommen 99 Euro für die Einrichtung dazu. Eine Mindestlaufzeit gibt es nicht.
Behält man die eigene Telefonnummer?
Ja. Der Betrieb richtet eine Rufumleitung auf ImmerRuf ein, die bekannte Nummer bleibt bestehen.
Wer hat ImmerRuf gegründet?
Yatin Arora, der das Angebot 2026 als Einzelunternehmer in Leimen bei Heidelberg gestartet hat, ohne Investoren.
Ist ein KI-Telefonassistent datenschutzkonform?
Das hängt vom Anbieter und vom Vertrag ab. ImmerRuf speichert Gesprächsdaten in der EU und bietet einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung an. Der Betrieb bleibt trotzdem verantwortlich und sollte Kunden in der Datenschutzerklärung und im Gespräch informieren.
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Über unser Formular Melde dein Startup. Wir lesen jede Meldung und stellen regelmäßig junge Unternehmen vor.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen.



















