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Das Berliner Startup Kuro erhält 10 Mio. Euro. Angeführt wird die Runde von UVC Partners, dazu kommen Foundamental, Realyze Ventures und helloworld. Kuro entwickelt eine KI-Plattform für Generalunternehmer in der Bauindustrie, und die Kundenliste ist für ein Unternehmen, das nicht einmal zwei Jahre alt ist, bemerkenswert: Von den zwölf bestehenden Kunden zählen sechs zu den 20 größten Generalunternehmern im deutschsprachigen Raum.
Wir haben uns angesehen, welches Problem Kuro löst, wer hinter dem Unternehmen steht und was Gründerinnen und Gründer aus dieser Runde für den eigenen Weg mitnehmen können.
Das Problem: Hunderttausende Seiten, die sich widersprechen
Ein Generalunternehmer steht im Zentrum jedes Bauprojekts. Bei ihm laufen Bauherr, Planer, Nachunternehmer und Behörden zusammen, und mit ihnen die Unterlagen: Pläne, Baubeschreibungen, Gutachten, Leistungsverzeichnisse, 3D-Modelle. Nach Angaben von Kuro kommen so schnell Hunderttausende Seiten zusammen.
Diese Unterlagen widersprechen sich regelmäßig. Ein Plan zeigt dann etwas anderes als die Baubeschreibung, und niemand merkt es rechtzeitig. Bleibt ein solcher Widerspruch unentdeckt, trägt der Generalunternehmer den Schaden, der je nach Projekt in die Millionen gehen kann. Kuro nennt noch einen zweiten Verlust: Mit jedem abgeschlossenen Projekt geht Erfahrungswissen verloren, weil es in den Köpfen einzelner Menschen steckt und nicht im System.
Wie groß der Hebel ist, zeigt eine Angabe auf der Website von Kuro: Die Hälfte der Arbeitszeit gehe beim Generalunternehmer in das Suchen und Strukturieren von Informationen. Die Zahl stammt vom Unternehmen selbst, sie beschreibt aber ein Problem, das jeder kennt, der einmal ein Bauprojekt von innen gesehen hat.
So arbeitet die Plattform
Kuro liest alle Unterlagen eines Projekts ein und verknüpft sie zu einem Datenmodell. Darüber legt die Software das Regelwerk des jeweiligen Unternehmens: seine Bauteile, seine Prüfkriterien, seine Vergabeeinheiten. Auf diesem Fundament laufen die eigentlichen Anwendungen.
Die Plattform findet Widersprüche zwischen Plänen und Baubeschreibungen und bewertet Risiken. Sie reichert Bauteile in 3D-Modellen an und bearbeitet Ausschreibungen sowie Angebote von Nachunternehmern. Der wichtigste Punkt steckt im Detail: Korrigiert ein Kalkulator eine Einschätzung, bleibt die Korrektur im Regelwerk gespeichert und gilt automatisch im nächsten Projekt. Die Software lernt also die Logik des Unternehmens.
Zwei Zahlen nennt Kuro zum Nutzen. Kunden sparen rund 90 Stunden pro Angebot. Und 70 Prozent der Nutzer geben an, dass Kuro Informationen gefunden hat, die sie sonst übersehen hätten.
Die Finanzierungsrunde im Überblick
Die Angaben stammen aus der Pressemitteilung von UnternehmerTUM vom 30. September 2026 und der Mitteilung von UVC Partners. Eine Rundenbezeichnung wie Seed oder Series A nennen beide nicht, eine Bewertung ebenfalls nicht.
| Kennzahl | Wert laut Unternehmen und Investor |
|---|---|
| Volumen | 10 Mio. Euro |
| Lead-Investor | UVC Partners |
| Weitere Investoren | Foundamental, Realyze Ventures, helloworld |
| Gründung | November 2024 in Berlin |
| Team | 16 Mitarbeitende in Berlin |
| Kunden | zwölf, davon sechs unter den 20 größten Generalunternehmern im deutschsprachigen Raum |
| Genannte Kunden | Goldbeck, Köster, Geiger, Riedel, Implenia |
| Zeitersparnis laut Kunden | rund 90 Stunden pro Angebot |
Dr. Ingo Potthof, Managing Partner bei UVC Partners, kennt die beiden Gründer nach eigener Aussage schon seit vielen Jahren, bereits vor der Gründung von Kuro. Er hebt ihre Startup-Erfahrung und ihr Branchenwissen hervor, „was gerade in der Bauindustrie von großer Bedeutung ist“. Die schnell wachsende Kundenbasis sei ein Beleg für ihre Strategie.
Wer hinter Kuro steht
Gegründet haben Kuro Lea Scherer und Jonas Minkler im November 2024 in Berlin. Beide hatten zuvor Führungsrollen bei den Bau-Software-Unternehmen alcemy und Capmo inne, sie kennen die Branche also nicht vom Reißbrett. Lea Scherer führt das Unternehmen als CEO, Jonas Minkler verantwortet als CPO das Produkt. Die Kuro Technology GmbH ist beim Amtsgericht Charlottenburg unter HRB 267384 B eingetragen, beide sind Geschäftsführer, so steht es im Impressum.
Lea Scherer beschreibt die Mission mit einem Satz, der hängen bleibt: „Eine Branche, die schneller vergisst, als sie lernt, kann diese Aufträge nicht erfüllen.“ Gemeint sind die großen Vorhaben, die in Europa anstehen: Straßen, Wohnungen, Rechenzentren, Energie und Verteidigung. Generalunternehmer, die ihr Wissen in ein Produkt übersetzen, würden im Wachstum weniger abhängig von einzelnen Personen.
Jonas Minkler erklärt gegenüber UVC Partners, warum Kuro bei der Kalkulation angefangen hat: Dort werde ein Projekt geboren und entschieden. Die Probleme zögen sich aber durch alles, was danach kommt. Deshalb baut das Team die Plattform nun Schritt für Schritt auf das gesamte Backoffice aus, auf Einkauf, Buchhaltung und Compliance.
Warum das Geld gerade jetzt in die Baubranche fließt
Der Bedarf ist hoch. UVC Partners verweist darauf, dass die EU-Mitgliedstaaten 2025 rund 1,6 Billionen Euro in den Bau investiert haben. Den größten Teil davon setzen Generalunternehmer um. Wer dort Fehler in der Kalkulation verhindert, spart keine Kleinbeträge.
Dazu kommt ein demografisches Argument, das Kuro selbst anführt: Erfahrene Fachleute gehen in Rente. Ihr Wissen verschwindet, wenn es nirgends festgehalten ist. Eine Software, die Korrekturen und Prüfregeln speichert, wird damit zum Gedächtnis des Unternehmens.
Wie Investoren solche Chancen gerade insgesamt bewerten, zeigt unser Überblick zum VC-Markt Deutschland 2026.
Was Gründerinnen und Gründer von Kuro lernen können
Branchenwissen ist Kapital. Lea Scherer und Jonas Minkler kamen aus der Bau-Software und kannten die Kunden, bevor sie gründeten. Das verkürzt den Weg zu den ersten Aufträgen erheblich.
Klein anfangen, dann ausweiten. Kuro hat nicht das ganze Bauprojekt auf einmal digitalisiert, sondern mit einem klar umrissenen Anwendungsfall in der Kalkulation begonnen. Erst mit messbarem Nutzen folgen Einkauf, Buchhaltung und Compliance.
Referenzkunden verkaufen die nächste Runde. Sechs der 20 größten Generalunternehmer als Kunden sind ein stärkeres Argument als jedes Pitch Deck. Welche Nachweise Investoren in welcher Phase erwarten, erklären wir im Beitrag über die Finanzierungsphasen eines Startups. Einen Überblick über Geldgeber jenseits von Wagniskapital gibt unser Ratgeber zur Startup-Finanzierung.
Ein alter Investorenkontakt zahlt sich aus. Der Lead-Investor kannte die Gründer seit Jahren. Beziehungen zu Geldgebern entstehen selten erst in der Woche, in der man Geld braucht.
Fazit
Kuro verbindet ein handfestes Problem mit einer überzeugenden Kundenliste. Die Plattform setzt dort an, wo Fehler im Bau am meisten kosten, nämlich vor der Angebotsabgabe. Mit 10 Mio. Euro und 16 Leuten steht dem Team jetzt der schwierigere Teil bevor: die Ausweitung auf weitere Abteilungen, ohne die Stärke im Kerngeschäft zu verlieren. Wir wünschen Lea Scherer und Jonas Minkler viel Erfolg und sind gespannt, wie weit die Plattform in einem Jahr in das Backoffice der Baubranche vorgedrungen ist.
Häufige Fragen zu Kuro
Was macht Kuro?
Kuro entwickelt eine KI-Plattform für Generalunternehmer in der Bauindustrie. Sie verknüpft alle Projektunterlagen zu einem Datenmodell, findet Widersprüche zwischen Plänen und Baubeschreibungen und bewertet Risiken, bevor ein Angebot abgegeben wird.
Wie viel Geld hat Kuro eingesammelt?
Kuro erhält 10 Mio. Euro. Die Runde führt UVC Partners an, beteiligt sind außerdem Foundamental, Realyze Ventures und helloworld.
Wer hat Kuro gegründet?
Lea Scherer und Jonas Minkler haben Kuro im November 2024 in Berlin gegründet. Beide hatten zuvor Führungsrollen bei den Bau-Software-Unternehmen alcemy und Capmo.
Welche Unternehmen nutzen Kuro?
Zu den Kunden zählen Goldbeck, Köster, Geiger, Riedel und Implenia. Von den zwölf Kunden gehören sechs zu den 20 größten Generalunternehmern im deutschsprachigen Raum.
Wie viel Zeit spart Kuro?
Nach Angaben des Unternehmens sparen Kunden rund 90 Stunden pro Angebot. 70 Prozent der Nutzer sagen, dass Kuro Informationen gefunden hat, die sie sonst übersehen hätten.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Seiten von Kuro und UVC Partners sowie gegen die Pressemitteilung von UnternehmerTUM vom 30. September 2026 abgeglichen. Das Foto stammt aus den Pressematerialien von Kuro.



















