Inhalt dieses Artikels

Am Montag, dem 7. September 2026, startet die 20. Staffel. Ein guter Anlass, nicht auf das zu schauen, was kommt, sondern auf das, was war. Wir haben die elf Staffeln davor durchgerechnet, Staffel 9 bis 19, also die Jahre 2021 bis 2026: 458 Pitches einzeln erfasst, jeder mit geforderter Bewertung, Kapitalbedarf, angebotenen Anteilen und Ausgang. Vier Ergebnisse widersprechen dem, was über diese Sendung erzählt wird.

Hinweis in eigener Sache: Dieser Rückblick ist am 5. September 2026 entstanden und am 6. September erweitert worden. Er wertet vergangene Staffeln aus, er ist keine Berichterstattung von damals. Unsere echten Beiträge aus den jeweiligen Jahren sind unten verlinkt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer einen Deal bekommt, gibt fast immer mehr ab als geboten. Von 57 Deals der Staffeln 17 bis 19 endeten 75,4 Prozent mit mehr Anteilen als angeboten, keiner mit weniger. Im Mittel wurde aus jedem gebotenen Prozent das Anderthalbfache.
  • Verhandelt wird über die Anteile, nicht über das Geld. 51 von 57 Gründerteams bekamen genau die Summe, die sie gefordert hatten.
  • Die Bewertung entscheidet über die Zusage. Wer unter 500.000 Euro Pre-Money aufruft, bekommt in 74,8 Prozent der Fälle eine Zusage. Über 3 Millionen Euro sind es 29,7 Prozent. Gerechnet über alle 458 Pitches.
  • Große Deals platzen häufiger. Unter 100.000 Euro Investment platzen 18,9 Prozent der Zusagen, über 400.000 Euro sind es 61,5 Prozent.
  • Die Umsetzungsquote ist über zwölf Jahre stabil und liegt bei rund zwei Dritteln. Weder wird es schlechter, noch war früher alles besser.
  • Das Publikum ist um 39 Prozent kleiner geworden. Staffel 9 sahen im Schnitt 2,12 Millionen Menschen je Folge, Staffel 16 noch 1,29 Millionen.

Die Zahlen der elf Staffeln

Balkendiagramm der Umsetzungsquote bei Die Höhle der Löwen, Staffel 9 bis 17, Durchschnitt 68,9 Prozent
Umsetzungsquote je Staffel, eigene Auswertung von 241 Zusagen, Stand 5. September 2026.
StaffelZeitraumFolgenZusagenrealisiertQuote
Staffel 922.03. bis 07.06.202112382771,1 %
Staffel 1006.09. bis 25.10.20218262180,8 %
Staffel 1104.04. bis 30.05.20229291862,1 %
Staffel 1229.08. bis 17.10.20228271763,0 %
Staffel 1303.04. bis 29.05.20239272177,8 %
Staffel 1428.08. bis 16.10.20238262076,9 %
Staffel 1508.04. bis 10.06.20248211047,6 %
Staffel 1602.09. bis 28.10.20248271970,4 %
Staffel 1728.04. bis 23.06.20258201365,0 %
Staffel 1825.08. bis 20.10.20258171 bestätigtkeine Quote möglich
Staffel 1923.02. bis 13.04.20268211 bestätigt, 4 geplatztkeine Quote möglich
Staffel 9 bis 19 im Überblick. Datenstand 2. März 2026, Quelle dhdl.info. Bei Staffel 18 und 19 sind zusammen 32 von 38 Fällen noch offen.

Neun Befunde aus elf Staffeln

1. Die Umsetzungsquote ist erstaunlich stabil

Über Staffel 9 bis 17 wurden 241 Deals zugesagt und 166 realisiert, das sind 68,9 Prozent. Über die ersten acht Staffeln waren es 226 Zusagen und 151 realisierte, also 66,8 Prozent. Der Unterschied über zwölf Jahre beträgt gut zwei Prozentpunkte.

Das ist bemerkenswert, weil beide gängigen Erzählungen damit falsch sind: Es wird weder immer schlechter, noch war früher alles besser. Die Sendung liefert seit 2014 eine bemerkenswert konstante Quote.

2. Die geforderte Bewertung entscheidet über die Zusage

Für alle 458 Pitches der Staffeln 9 bis 19 liegt die aufgerufene Pre-Money-Bewertung vor. Stellt man sie gegen den Ausgang, ergibt sich ein deutliches Gefälle.

Geforderte BewertungPitchesmit ZusageAnteil
unter 500.000 Euro1279574,8 %
500.000 bis 1 Million1196655,5 %
1 bis 3 Millionen1387352,9 %
über 3 Millionen742229,7 %
Eigene Auswertung von 458 Pitches der Staffeln 9 bis 19. Gezählt ist die Zusage in der Sendung, unabhängig davon, ob der Deal später zustande kam.

Wer eine Zusage bekam, hatte im Mittel 680.000 Euro Bewertung aufgerufen. Wer keine bekam, lag bei 1.350.000 Euro, also beim Doppelten. Die Gegenprobe am Median von 900.000 Euro: darunter 66,2 Prozent Zusagen, darüber 45,7 Prozent.

Wo der Zusammenhang schwächer wird, und das gehört dazu: Über die Staffeln 9 bis 16 allein fällt die Quote von 78,0 auf 25,0 Prozent, sauber über alle vier Klassen. In den Staffeln 17 bis 19 ist das Bild unruhiger: 63,0 Prozent unter 500.000 Euro, dann 30,8 Prozent, dann 46,9 Prozent, dann 40,9 Prozent. Die Richtung stimmt weiterhin, die Stufenfolge nicht mehr. Bei 22 bis 49 Fällen je Klasse ist das erwartbar, es heißt aber auch: Die scharfe Fassung dieses Befunds gilt für die älteren Staffeln, die abgeschwächte für alle elf.

Die höchsten Bewertungen gingen fast durchweg leer aus. Scewo aus Staffel 10 rief 45 Millionen Euro auf, Noac aus Staffel 15 19 Millionen, Sturfer aus Staffel 14 10,8 Millionen, ScaPAP aus Staffel 17 und streamcheck aus Staffel 19 je 10 Millionen. Keiner der fünf bekam einen Deal.

3. Wer einen Deal bekommt, gibt fast immer mehr ab als geboten

Das ist der Befund mit dem unmittelbarsten Nutzen für die eigene Vorbereitung, und er ist eindeutig. Für die Staffeln 17 bis 19 ist bei jedem Deal sowohl festgehalten, was das Gründerteam angeboten hat, als auch, worauf man sich geeinigt hat. 57 Deals lassen sich so vergleichen.

Balkendiagramm: 43 von 57 Deals der Staffeln 17 bis 19 endeten mit mehr Anteilen als geboten, 14 mit genau den gebotenen, keiner mit weniger
Eigene Auswertung von 57 Deals der Staffeln 17 bis 19. Die Grafik ist aus denselben Rohdaten erzeugt wie die Tabelle darunter.
Ausgang der VerhandlungDealsAnteil
mehr Anteile abgegeben als geboten4375,4 %
genau wie geboten1424,6 %
weniger als geboten00,0 %
Eigene Auswertung von 57 Deals der Staffeln 17 bis 19, bei denen Angebot und Abschluss beide vorliegen.

Aus jedem gebotenen Prozent wurde im Mittel das Anderthalbfache, der Median liegt bei Faktor 1,50. Der typische Aufschlag beträgt fünf Prozentpunkte, die Spanne reicht bis zu vierzig. My Spirulina aus Staffel 19 bot zehn Prozent und gab fünfzig ab, KRAFTFUTTER aus Staffel 17 bot zehn und gab vierzig, Miss Mineva’s aus Staffel 18 bot zehn und gab dreißig.

Über das Geld wird dagegen kaum verhandelt. 51 der 57 Teams bekamen exakt die Summe, die sie gefordert hatten, nur sechs bekamen mehr. Die Löwen greifen also nicht den Kapitalbedarf an, sondern den Preis: Sie zahlen, was verlangt wird, und nehmen dafür einen größeren Teil des Unternehmens.

Für die Vorbereitung heißt das: Wer mit einer Zahl in die Höhle geht, die er gerade noch verkraften kann, hat keinen Verhandlungsspielraum mehr. Realistisch ist, das eigene Angebot so zu setzen, dass die anderthalbfache Beteiligung immer noch tragbar ist.

4. Je größer der Deal, desto häufiger platzt er

Eine Zusage in der Sendung ist noch kein Geld auf dem Konto. Zwischen Aufzeichnung und Vertrag steht die Prüfung, und dort entscheidet sich, was übrig bleibt. Auch hier zeigen die Daten ein klares Muster, gerechnet über die 199 Zusagen der Staffeln 9 bis 16, bei denen eine Summe genannt wurde.

Zugesagtes InvestmentZusagendavon geplatztAnteil
unter 100.000 Euro531018,9 %
100.000 bis 200.000 Euro821822,0 %
200.000 bis 400.000 Euro512243,1 %
über 400.000 Euro13861,5 %
Eigene Auswertung. Die oberste Klasse umfasst nur 13 Fälle, die Zahl ist deshalb weniger belastbar als die darunter.

Gehaltene Zusagen lagen im Mittel bei 100.000 Euro, geplatzte bei 200.000 Euro. Die Gegenprobe am Median von 120.000 Euro: darunter platzen 16,7 Prozent, darüber 40,8 Prozent.

Beide Befunde zusammen ergeben eine unbequeme Rechnung. Wer hoch bewertet und viel fordert, bekommt seltener eine Zusage, und die Zusage, die er bekommt, hält seltener.

5. Es gibt weniger Deals je Folge

Staffel 9 brachte 3,17 Zusagen je Folge, Staffel 17 nur noch 2,50. Gleichzeitig sind die Staffeln kürzer geworden: zwölf Folgen in Staffel 9, seither meist acht. Wer sich bewirbt, konkurriert also um weniger Plätze als vor fünf Jahren.

6. Das Publikum ist um 39 Prozent kleiner geworden

Für Gründer ist die Sendung auch dann wertvoll, wenn kein Deal zustande kommt, weil die Aufmerksamkeit an einem einzigen Abend kommt. Genau diese Aufmerksamkeit ist messbar kleiner geworden.

StaffelZuschauer je Folge im SchnittSpanne
Staffel 92,12 Millionen1,70 bis 2,43
Staffel 102,18 Millionen1,99 bis 2,47
Staffel 111,94 Millionen1,73 bis 2,20
Staffel 121,73 Millionen1,52 bis 1,96
Staffel 131,68 Millionen1,30 bis 1,99
Staffel 141,55 Millionen1,42 bis 1,83
Staffel 151,30 Millionen1,11 bis 1,43
Staffel 161,29 Millionen1,15 bis 1,45
Reichweite je Folge, Quelle Wikipedia. Von Staffel 9 zu Staffel 16 ein Rückgang um 39,0 Prozent.

Der Rückgang verläuft mit einer Ausnahme gleichmäßig, Staffel 10 lag noch einmal leicht über Staffel 9. Das ist kein Sonderweg dieser Sendung, sondern der Weg des linearen Fernsehens insgesamt. Für die Planung heißt es trotzdem: Der Schub am Sendetag ist heute kleiner als der, von dem in älteren Erfahrungsberichten die Rede ist.

7. Ein Jahrgang fällt heraus

Staffel 15 im Frühjahr 2024 ist der schwächste Jahrgang der Sendung: von 21 Zusagen wurden nur 10 realisiert, 47,6 Prozent. Der beste war Staffel 10 im Herbst 2021 mit 80,8 Prozent. Zwischen zwei Staffeln liegen also mehr als 30 Prozentpunkte. Wer eine Quote für „die Höhle der Löwen“ nennt, ohne den Jahrgang dazuzusagen, sagt wenig.

8. Bei den letzten beiden Staffeln weiß es noch niemand

Für Staffel 18 und 19 sind zusammen 32 von 38 Fällen offen, gerade zwei sind bestätigt. Das ist kein Versäumnis der Zählenden, sondern der normale Lauf: Die Prüfung nach der Aufzeichnung dauert Monate, manchmal länger als ein Jahr. Jede Quote, die heute für Staffel 19 genannt wird, ist geraten. Wir nennen deshalb keine.

9. Die Jury ist unruhiger geworden

Von Staffel 9 bis 12 saß dieselbe Siebenerrunde. Ab Staffel 13 wechselte fast jede Staffel: Ensthaler und Schulz kamen, Kofler und Rosberg gingen, Onaran kam, Williams ging und kehrte zurück, Thelen kehrte zurück, Glagau, Onaran und Schulz verabschiedeten sich. Für Gründer heißt das: Wer sich auf einen bestimmten Löwen vorbereitet, bereitet sich womöglich auf jemanden vor, der gar nicht mehr dasitzt.

Staffel für Staffel: was in den einzelnen Jahren passiert ist

Jury Die Höhle der Löwen 2016
Jury Höhle der Löwen 2016

Die folgenden Abschnitte nennen je Staffel den Zeitraum, die Jury, die größten Zusagen und die auffälligsten Fälle. Der Status der einzelnen Deals stammt aus den Staffelartikeln der deutschsprachigen Wikipedia, die für Staffel 9 bis 16 jeden Pitch einzeln erfassen. Für Staffel 17 bis 19 gibt es dort noch keine Artikel, dort nennen wir die Sendungen und Startups nach dem Archiv von dhdl.info.

Die Höhle der Löwen Staffel 9 (Frühjahr 2021)

22. März bis 7. Juni 2021, zwölf Folgen, 60 Pitches. Die längste Staffel im Betrachtungszeitraum und die letzte mit zwölf Folgen. In der Jury saßen Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Georg Kofler, Dagmar Wöhrl, Ralf Dümmel, Nils Glagau und Nico Rosberg im Wechsel, je Pitch fünf von ihnen.

Die größte Zusage der Staffel ging an Lambus, eine Reise-Plattform-App: 500.000 Euro für 15 Prozent von Carsten Maschmeyer. Der Deal kam nach der Aufzeichnung nicht zustande. Ebenfalls geplatzt sind GreenBill (digitaler Kassenbon, 250.000 Euro) und The Makery (Plattform für Heimwerkerkurse, 250.000 Euro von Georg Kofler).

Gehalten hat unter anderem Nao, ein Nahrungsergänzungsmittel, mit 300.000 Euro von Maschmeyer und Dümmel. Die höchste Bewertung der Staffel rief Munevo Drive auf, eine Rollstuhlsteuerung über eine Datenbrille: 7,2 Millionen Euro, ohne Deal.

Der meistdiskutierte Auftritt der Staffel war Pinky Gloves, ein Handschuh zur Entsorgung von Hygieneartikeln, mit 30.000 Euro von Ralf Dümmel einer der kleinsten Deals der Staffel. Wie die Sendung damals aufgenommen wurde, haben wir 2021 in einem eigenen Beitrag gesammelt.

Die Höhle der Löwen Staffel 10 (Herbst 2021)

6. September bis 25. Oktober 2021, acht Folgen, 39 Pitches. Der beste Jahrgang im gesamten Betrachtungszeitraum: 80,8 Prozent der Zusagen wurden realisiert. Auch die Reichweite war mit 2,18 Millionen Zuschauern je Folge die höchste der elf Staffeln.

Die größten Zusagen: Grundriss in Lebensgröße, eine maßstabsgetreue Bauplan-Visualisierung, 300.000 Euro von Maschmeyer und Williams, gehalten. Laufmaus, eine Lauf-Handhilfe, 280.000 Euro, gehalten. HealthMe, eine App zur Prüfung von Lebensmittelinhalten, 250.000 Euro, gehalten.

Geplatzt ist JoyBräu, ein alkoholfreies Proteinbier, mit 300.000 Euro von Nils Glagau die zweitgrößte Zusage der Staffel. Die mit Abstand höchste Bewertung der elf Staffeln rief Scewo auf, ein treppensteigender Elektrorollstuhl: 45 Millionen Euro, ohne Deal.

Die Höhle der Löwen Staffel 11 (Frühjahr 2022)

4. April bis 30. Mai 2022, neun Folgen, 45 Pitches. Die Staffel mit der höchsten Zahl geplatzter Zusagen im Verhältnis: von 29 Zusagen hielten 19, zehn platzten.

Betroffen waren gerade die großen: Read-O, eine Plattform für Buchempfehlungen, 600.000 Euro von Maschmeyer, geplatzt. Aivy, eine Berufswahl-App, 450.000 Euro, geplatzt. Keego, eine titanbeschichtete Trinkflasche, 380.000 Euro, geplatzt. Gehalten hat dagegen VapoWesp, eine Räucherbox gegen Wespen, mit 450.000 Euro von Dümmel und Williams.

Die Höhle der Löwen Staffel 12 (Herbst 2022)

29. August bis 17. Oktober 2022, acht Folgen, 40 Pitches. In dieser Staffel fiel die einzige Millionenzusage des gesamten Betrachtungszeitraums: Trivida, ein teilbares Rollstuhlrad, sollte 1.000.000 Euro von Nico Rosberg und Dagmar Wöhrl bekommen, bei einer Bewertung von 9 Millionen Euro. Der Deal kam nicht zustande.

Dasselbe gilt für die zweit- und drittgrößte Zusage: hyrise, eine Weiterbildungsplattform für Quereinsteiger im Vertrieb, 750.000 Euro, und Campus Held, eine Rabatt-App für Studierende, 600.000 Euro. Alle drei größten Zusagen der Staffel platzten. Gehalten hat unter anderem Silkslide Pro, ein Nassrasierer für die Nase, mit 250.000 Euro von Kofler und Dümmel.

Erstmals trat mit Diana zur Löwen eine Gastlöwin an, deren Nachname zum Format passte. Sie kehrt in Staffel 20 zurück, dann allerdings als Gründerin.

Die Höhle der Löwen Staffel 13 (Frühjahr 2023)

3. April bis 29. Mai 2023, neun Folgen, 45 Pitches. Die erste Staffel mit Janna Ensthaler und Tillman Schulz, die Georg Kofler und Nico Rosberg ersetzten. Mit 77,8 Prozent realisierter Zusagen der zweitbeste Jahrgang.

Größte gehaltene Zusagen: Mary Kwong, Fertig-Kochboxen für chinesisches Essen, 300.000 Euro von Wöhrl, Glagau und Schulz. Lockcard, eine modulare Geldbörse, 200.000 Euro von Maschmeyer und Dümmel. Volummi, ein Haargummi mit Knopfverschluss, 200.000 Euro von Williams und Schulz.

Geplatzt sind Tinus, ein Kopfkissen mit eingebautem Lautsprecher, mit 350.000 Euro die größte Zusage der Staffel, und eSelly, eine Verkaufsplattform mit Social-Media-Elementen, 250.000 Euro von Janna Ensthaler.

Die Höhle der Löwen Staffel 14 (Herbst 2023)

28. August bis 16. Oktober 2023, acht Folgen, 40 Pitches. Die erste Staffel mit Tijen Onaran, die Judith Williams ersetzte.

Die größte Zusage der Staffel hielt: Zeedz, eine Spiele-App für Klimaschutz, bekam 600.000 Euro von Maschmeyer, Glagau und Wöhrl bei einer Bewertung von 5,4 Millionen Euro. Ebenfalls gehalten haben Futurised (Automatisierung von Geschäftsprozessen mit KI, 250.000 Euro) und FreeMOM (Freelancing-Plattform für arbeitende Mütter, 250.000 Euro von Tijen Onaran).

Geplatzt sind AnimalChat, eine Messenger-Plattform für Tierarztpraxen (250.000 Euro), und The Blood, eine Analyse von Menstruationsblut (200.000 Euro).

Die Höhle der Löwen Staffel 15 (Frühjahr 2024)

8. April bis 10. Juni 2024, acht Folgen, 40 Pitches. Der schwächste Jahrgang der Sendung: Von 21 Zusagen wurden nur zehn realisiert, 47,6 Prozent. Elf platzten. Auch die Reichweite fiel erstmals unter 1,4 Millionen.

Unter den geplatzten war die größte Zusage der Staffel: Casablanca, eine Software, die in Videokonferenzen per KI Blickkontakt herstellt, 500.000 Euro von Carsten Maschmeyer bei 9,5 Millionen Euro Bewertung. Ebenfalls geplatzt: Khroom, Schnorchel-Zubehör, 400.000 Euro.

Gehalten haben peers. (psychologische Online-Gruppenkurse, 400.000 Euro von Maschmeyer und Wöhrl), BionicToys (Konstruktionsspielzeug, 320.000 Euro von Dümmel) und Steiner’s, die Low-Carb-Lebensmittel von Inge und Matthias Steiner, mit 300.000 Euro von Nils Glagau.

Die Höhle der Löwen Staffel 16 (Herbst 2024)

2. September bis 28. Oktober 2024, acht Folgen. Die Jubiläumsstaffel mit der 150. Folge und zehn Jahren Sendung. Judith Williams kehrte zurück, Frank Thelen und Jochen Schweizer traten als Gastlöwen auf. Damit saßen erstmals acht Namen in der Jury.

Zwei Zusagen über 500.000 Euro hielten beide: Metorbike, ein Elektromotorrad, von Maschmeyer und Glagau, und RocketTutor, eine Mathematik-Nachhilfeplattform, von Maschmeyer, bei der höchsten Bewertung der Staffel von 9,1 Millionen Euro. Geplatzt sind Nayca, ein akkubetriebenes Wärmekissen (250.000 Euro), und Maleup, ein Concealer für Männer (200.000 Euro).

Hinweis zur Datenlage: Der Wikipedia-Artikel zu Staffel 16 erfasst 25 Pitches, bei acht Folgen mit je fünf Auftritten wären rund 40 zu erwarten. Die Angaben zu dieser Staffel sind deshalb unvollständig, die Quote in der Tabelle oben stammt aus der Zählung von dhdl.info.

Die Höhle der Löwen Staffel 17 (Frühjahr 2025)

28. April bis 23. Juni 2025, acht Folgen, 40 Pitches. Die Abschiedsstaffel für Nils Glagau, Tijen Onaran und Tillman Schulz. 20 der 40 Pitches endeten mit einer Zusage, also genau die Hälfte.

Die größte Zusage ging an family.cards mit 250.000 Euro, allerdings für 7,5 Prozent statt der gebotenen 5. Danach folgen Max Fitness, eine Halterung für Faszienrollen, mit 240.000 Euro für 30 statt 20 Prozent, sowie pick’em (Zahnstocher mit Geschmack), Cravies und Soulfi mit je 200.000 Euro. In allen fünf Fällen blieb die Summe unverändert und der Anteil stieg.

17 der 20 Deals dieser Staffel kamen zu härteren Konditionen zustande als angeboten, der höchste Aufschlag traf KRAFTFUTTER: zehn Prozent geboten, vierzig abgegeben.

Die höchste Bewertung rief ScaPAP mit 10 Millionen Euro auf, gefolgt von mo energy systems mit 8 Millionen und TukToro mit 5 Millionen. Keiner der drei bekam einen Deal.

Die Höhle der Löwen Staffel 18 (Herbst 2025)

25. August bis 20. Oktober 2025, acht Folgen, 40 Pitches. Frank Thelen kehrte als fester Löwe zurück, und die Sendung führte die Battle-Pitches ein, bei denen zwei Startups gegeneinander antreten. 16 Zusagen bei 40 Auftritten, die niedrigste Zusagequote der drei jüngsten Staffeln.

Hier fiel die größte Zusage des gesamten Betrachtungszeitraums nach Trivida: FYTA, ein Sensor für Zimmerpflanzen, bekam 1.000.000 Euro, das Doppelte der geforderten 500.000, dafür allerdings für 10 statt 5 Prozent. Es ist zugleich einer der wenigen Fälle, in denen mehr Geld floss als verlangt.

Weiter Precision mit 500.000 Euro für 12 statt 8 Prozent, kniti mit 400.000 Euro für 15 statt 10 Prozent und Tallow Naturals mit 400.000 Euro für 12 statt 5 Prozent bei einer Forderung von nur 300.000. steets gab für 300.000 Euro 25 statt 15 Prozent ab.

14 der 16 Deals endeten mit mehr Anteilen als geboten. Die höchsten Bewertungen: FYTA und hey mela mit je 10 Millionen Euro, Alangu mit 9 Millionen. Von diesen dreien bekam nur FYTA einen Deal.

Von den 17 Zusagen dieser Staffel ist nach der Zählung von dhdl.info bislang genau eine bestätigt, die übrigen sind offen.

Die Höhle der Löwen Staffel 19 (Frühjahr 2026)

23. Februar bis 13. April 2026, acht Folgen, 44 Pitches. Die jüngste abgeschlossene Staffel und die mit den meisten Auftritten seit Staffel 13. 21 Zusagen. Von diesen ist eine bestätigt, vier sind bereits geplatzt, der Rest ist offen. Eine Umsetzungsquote lässt sich daraus nicht bilden.

Die größte Zusage ging an Supernutural mit 500.000 Euro für 10 statt der gebotenen 6,25 Prozent, bei einer Bewertung von 8 Millionen Euro die zweithöchste der Staffel. Es folgen Hansegrün mit 350.000 Euro für 20 statt 10 Prozent und Purora mit 300.000 Euro für 13,75 statt 10 Prozent.

Der auffälligste Fall ist admark.ai: gefordert waren 20.000 Euro für 20 Prozent, geflossen sind 200.000 Euro für 25,1 Prozent. Das Zehnfache an Kapital bei nur gut fünf Prozentpunkten mehr, in dieser Auswertung die deutlichste Aufwertung eines Angebots durch die Investorenseite.

Die höchste Bewertung rief streamcheck mit 10 Millionen Euro auf und ging leer aus, ebenso LipoCheck mit 6 Millionen. 12 der 21 Deals kamen zu härteren Konditionen zustande als geboten, das ist der niedrigste Anteil der drei jüngsten Staffeln.

Warum zwei Zählungen zu verschiedenen Zahlen kommen

Es gibt keine amtliche Bilanz dieser Sendung. Weder RTL noch VOX noch die Produktionsfirma veröffentlichen, wie viele der zugesagten Deals am Ende unterschrieben wurden. Wer eine Quote nennt, nennt die Zählung eines Dritten.

Wie sehr das ins Gewicht fällt, zeigt der Vergleich der beiden Quellen, die wir für diesen Artikel ausgewertet haben. Für Staffel 13 und Staffel 15 kommen dhdl.info und Wikipedia auf exakt dieselben Zahlen. Bei Staffel 14 unterscheiden sie sich um fünf Fälle, bei Staffel 16 um dreizehn, letzteres allerdings, weil der Wikipedia-Artikel dort unvollständig ist.

Für den Leser heißt das zweierlei. Erstens: Eine Quote ohne Quellenangabe ist wertlos. Zweitens: Die Größenordnung von rund zwei Dritteln ist trotzdem belastbar, weil beide Zählungen unabhängig voneinander dorthin kommen. Wir nennen deshalb in der Tabelle oben durchgehend die Zahlen von dhdl.info und weisen die eigenen Auswertungen, die auf den Wikipedia-Daten beruhen, getrennt aus.

Was Gründer daraus mitnehmen

Rechne damit, anderthalbmal so viel abzugeben, wie du bietest. Drei von vier Deals endeten mit mehr Anteilen als angeboten, keiner mit weniger. Wer mit einer Zahl hineingeht, die er gerade noch verkraftet, hat keinen Spielraum mehr. Setze das Angebot so, dass auch das Anderthalbfache tragbar bleibt.

Verhandelt wird über die Anteile, nicht über die Summe. 51 von 57 Teams bekamen genau das Geld, das sie gefordert hatten. Wer seinen Kapitalbedarf gut begründen kann, muss ihn selten verteidigen. Den Preis dagegen schon.

Bewerte realistisch, das entscheidet über die Zusage. Unter 500.000 Euro Pre-Money bekommen 74,8 Prozent eine Zusage, über 3 Millionen 29,7 Prozent. Keine andere Größe in den Daten trennt so deutlich.

Fordere nicht mehr, als du brauchst. Große Zusagen platzen häufiger. Wer 400.000 Euro zugesagt bekommt, hat rechnerisch eine schlechtere Aussicht auf einen unterschriebenen Vertrag als jemand mit 80.000 Euro.

Rechne mit rund zwei Dritteln. Etwa jede dritte Zusage wird nie ein Investment. Das ist kein Makel der Sendung, sondern das Ergebnis einer Prüfung, die vorher niemand gemacht hat.

Die Plätze werden knapper. Weniger Folgen, weniger Deals je Folge. Die Bewerbung braucht mehr Vorbereitung als vor fünf Jahren, nicht weniger.

Bereite dich auf die Runde vor, nicht auf einen Namen. Die Jury wechselt inzwischen fast jede Staffel.

Plane den Sendetag als Logistikereignis, aber rechne mit weniger Schub als früher. Die Aufmerksamkeit kommt auch ohne Deal, und sie kommt an einem einzigen Abend. Sie ist allerdings um rund 39 Prozent kleiner als zu Zeiten von Staffel 9.

Was sich in Staffel 20 ändert

Acht leere Ledersessel stehen im Halbkreis in einer warm beleuchteten Felshöhle
Acht Sessel für acht Löwen: Staffel 20 hat so viele feste Juroren wie nie. Symbolbild, mit KI erzeugt.

Zum Jubiläum wächst das Rudel auf acht feste Löwen, so viele wie nie. Dabei sind Dagmar Wöhrl, Janna Ensthaler, Judith Williams, Ralf Dümmel, Carsten Maschmeyer und Frank Thelen, neu dazu kommen Johannes Kliesch und Andreas W. Herb. Acht Folgen, ab dem 7. September 2026 immer montags um 20:15 Uhr auf VOX, jede Folge steht bei RTL+ eine Woche vor der Ausstrahlung bereit.

Diana zur Löwen, in Staffel 12 noch Gastlöwin, tritt diesmal als Gründerin an. Als Markenbotschafter sind Johann Lafer, Micaela Schäfer und Steffen Baumgart angekündigt. Quelle ist die Pressemitteilung von RTL Deutschland vom 10.08.2026: die Pressemitteilung bei presseportal.de

Mehr Löwen bedeutet rechnerisch mehr mögliche Investoren je Pitch. Ob daraus mehr Deals werden, sagt keine der geprüften Quellen voraus, und wir raten es nicht. Was die Daten der elf Staffeln davor nahelegen, ist etwas anderes: Entscheidend wird sein, mit welcher Bewertung die Gründer in die Höhle gehen.

Häufige Fragen zu den Staffeln 9 bis 19 der Höhle der Löwen

Wie viele Deals aus den Staffeln 9 bis 17 wurden umgesetzt?

Von 241 Zusagen wurden 166 realisiert, das sind 68,9 Prozent. In den ersten acht Staffeln waren es 66,8 Prozent, die Quote ist über zwölf Jahre also stabil.

Welche Bewertung erhöht die Chance auf eine Zusage?

Eine niedrige. Wer unter 500.000 Euro Pre-Money-Bewertung aufrief, bekam in 74,8 Prozent der Fälle eine Zusage, über 3 Millionen Euro waren es 29,7 Prozent, gerechnet über 458 Pitches.

Geben Gründer bei einem Deal mehr Anteile ab als angeboten?

Meistens ja. Von 57 Deals der Staffeln 17 bis 19 endeten 75,4 Prozent mit mehr Anteilen als angeboten, keiner mit weniger. Die Summe blieb dagegen fast immer gleich: 51 von 57 Teams bekamen genau das geforderte Geld.

Welche Staffel hatte die niedrigste Umsetzungsquote?

Staffel 15 im Frühjahr 2024: Von 21 Zusagen wurden nur 10 realisiert, 47,6 Prozent. Die beste war Staffel 10 im Herbst 2021 mit 80,8 Prozent.

Wie viele Zuschauer hat Die Höhle der Löwen verloren?

Staffel 9 sahen im Schnitt 2,12 Millionen Menschen je Folge, Staffel 16 noch 1,29 Millionen. Das ist ein Rückgang um 39 Prozent.

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Quellen und Rechenweg

Die Quoten je Staffel in der Tabelle oben stammen aus dem Datensatz von dhdl.info, Datenstand 2. März 2026: die Statistikseite von dhdl.info. Die Quoten sind unsere eigene Rechnung aus diesen Werten: realisierte geteilt durch zugesagte Deals je Staffel. Für Staffel 18 und 19 wird bewusst keine Quote gebildet, weil dort 32 von 38 Fällen offen sind.

Die Auswertung nach Bewertung und Dealgröße beruht auf zwei Quellen. Für Staffel 9 bis 16 auf den Staffelartikeln der deutschsprachigen Wikipedia. Dort ist jeder Pitch einzeln erfasst, mit Pre-Money-Bewertung, Kapitalbedarf, angebotenen Anteilen, tatsächlichem Investment und einem Farbcode für den Ausgang. Wir haben alle 334 Pitches maschinell ausgelesen und die Kategorien anhand der dort dokumentierten Legende zugeordnet: kein Deal, Deal in der Sendung und später gescheitert, Deal zu anderen Konditionen, Deal wie gewünscht. Die letzten beiden zählen wir zusammen als zustande gekommen.

Die Reichweiten stammen aus denselben Wikipedia-Artikeln, die sie je Folge ausweisen. Der Staffelschnitt ist unsere Rechnung aus den Einzelwerten.

Für Staffel 17 bis 19 gibt es in der Wikipedia noch keine Artikel. Die Angaben stammen dort aus dem Sendungsarchiv von dhdl.info, wo jede Sendung je Startup eine Tabelle mit Gesuch und Abschluss führt: Kapitalbedarf, angebotene Anteile, Unternehmenswert und, bei einem Deal, die tatsächlichen Konditionen. Auch diese 124 Pitches haben wir maschinell ausgelesen.

Warum die beiden Auswertungen unterschiedliche Grundgesamtheiten haben: Die Zusagequote nach Bewertung läuft über alle 458 Pitches der Staffeln 9 bis 19, weil beide Quellen den Ausgang in der Sendung festhalten. Die Platzquote läuft nur über Staffel 9 bis 16, weil dhdl.info auf den Sendungsseiten nicht ausweist, ob ein Deal nach der Aufzeichnung noch scheiterte. Der Vergleich von Angebot und Abschluss läuft nur über Staffel 17 bis 19, weil nur dort beide Werte getrennt vorliegen. Wir nennen die Grundgesamtheit deshalb bei jeder Tabelle einzeln, statt eine gemeinsame Zahl über alles zu behaupten.

Was diese Zahlen nicht sind: eine amtliche Statistik. Weder RTL noch VOX noch die Produktionsfirma veröffentlichen eine Bilanz. Es handelt sich um die Zählung einer Fanseite und um ein Gemeinschaftswerk von Freiwilligen. Wo beide voneinander abweichen, haben wir das oben benannt, statt einen der beiden Werte stillschweigend zu bevorzugen.

Was die Zahlen ebenfalls nicht sagen: ob es die Firmen heute noch gibt. Ein realisierter Deal ist ein unterschriebener Vertrag, kein Beleg für Fortbestand oder Erfolg. Umgekehrt sind mehrere Unternehmen ohne Deal später erfolgreich geworden. Diese Frage lässt sich nur Firma für Firma beantworten, nicht aus einer Quote.

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Gründerfreunde
Dennis Weidner ist Gründer und Chefredakteur von Gruenderfreunde.de. Das Portal startete 2013 neben seiner eigenen Selbstständigkeit, gehört bis heute keinem Verlag und wird vom Gründer selbst geführt. Diese Unabhängigkeit entscheidet, worüber hier geschrieben wird und worüber nicht. Sein Weg begann in der Bankenbranche, es folgten rund zehn Jahre Krypto und Online-Marketing. Heute verantwortet er mehrere Gesellschaften in Medien, E-Commerce und KI und arbeitet im Tagesgeschäft mit KI-Agenten. Daher kommen die Themen, über die er schreibt: Finanzierung, Steuern und Bürokratie, Vertrieb und Automatisierung, Standortwahl und Auswandern. Er schreibt über das, was er selbst gemacht hat, Umwege eingeschlossen, und stützt sich auf amtliche Quellen und Kontakte vor Ort. Die Beiträge ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung, sie sollen die eigene Entscheidung vorbereiten. Kontakt und weitere Beiträge über LinkedIn oder dennis-weidner.com.