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Seit dem 27. September 2026 ist W3ltfrieden für alle offen. Der Name wird gesprochen wie Weltfrieden, geschrieben mit einer Drei statt des E. Der Hamburger Verein hat seine Plattform in die öffentliche Beta geschickt. Dort machen Menschen aus ihrer freien Zeit, ihren Fähigkeiten und einem eigenen Anliegen eine konkrete Friedensmission. Ein KI-Bot hilft beim Formulieren, veröffentlicht wird erst nach menschlicher Prüfung. Initiator ist Fabian Friedrich, den wir persönlich kennen. Wir stellen das Projekt vor: was die Plattform kann, wer dahintersteht, was Gründerinnen und Gründer davon lernen können und wie ihr mitmachen könnt.
Was W3ltfrieden ist
W3ltfrieden will Frieden als alltägliche Praxis zugänglich machen. Die Idee dahinter ist schlicht. Viele Menschen würden gern etwas für ein friedliches Zusammenleben tun, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen. Es fehlt ein nächster Schritt: eine passende Aufgabe, ein Team oder ein Ort, an dem das eigene Engagement sichtbar wird. Genau diese Lücke soll die Plattform von W3ltfrieden schließen.
Im Zentrum steht die Friedensmission. Gemeint ist ein veröffentlichtes Vorhaben mit einer verantwortlichen Person, einem überprüfbaren Ziel und einem Verlauf, den andere nachlesen können. Das kann eine Gesprächsrunde in der Nachbarschaft sein, eine Übersetzung, eine Schulstunde oder die Vermittlung zwischen zwei Gruppen. Eine bloße Absichtserklärung ist keine Mission, ein Spendenaufruf auch nicht. Geld für eigene Missionen einzuwerben, ist auf der Plattform nach den Nutzungsbedingungen derzeit nicht erlaubt.
Den gedanklichen Rahmen liefert die Friedensforschung. W3ltfrieden beruft sich auf den norwegischen Forscher Johan Galtung, der 1969 zwischen negativem und positivem Frieden unterschieden hat. Negativer Frieden heißt, dass die Waffen schweigen. Positiver Frieden meint mehr, nämlich auch die Bedingungen, unter denen Konflikte gar nicht erst in Gewalt umschlagen. An diesen Bedingungen können Menschen im Kleinen arbeiten, und genau dort setzt der Verein an.
So funktioniert die Plattform: fünf Fragen bis zum Missionsentwurf
Der Einstieg dauert etwa zwei Minuten. Der Friedensmissions-Bot stellt fünf Fragen: wie viel Zeit man realistisch aufbringen kann, welche Fähigkeiten man mitbringt, was einen gerade bewegt, wo man lebt und ob es ein Netzwerk gibt, das man bei Bedarf aktivieren könnte. Stichworte reichen. Aus den Antworten formuliert der Bot einen ersten Missionsentwurf, den man danach selbst weiterbearbeitet. Während des Tests wird nichts veröffentlicht und nichts automatisch eingereicht.
Wer keine eigene Mission starten möchte, stöbert im Marktplatz. Dort stehen die aktiven Missionen, die gerade Unterstützung suchen, und über den Knopf „Ich kann helfen“ bietet man seine Hilfe an. Die Missionsleitung lädt einen dann ins Team ein. Fortschritte landen im Missionslogbuch, ein öffentlicher Feed bündelt, was versucht, gelernt und erreicht wurde. Lesen können alle ohne Konto, und die Nutzung ist laut den häufigen Fragen des Vereins kostenlos.
Zum Start zeigt die Plattform schon eine Reihe echter Vorhaben, viele davon aus Hamburg und dem Umland. Es gibt eine digitale Karte für seltene Pflanzen und Tiere in Hamburg, eine offene KI-Sprechstunde für Menschen ohne Vorwissen, eine Holzwerkstatt im Landkreis Harburg und Begegnungsräume in Niendorf an der Ostsee. Im Logbuch dokumentiert ein Team den Aufbau eines Friedensforums für den Hamburger Süden, samt der ersten Recherche, dass es dort bisher keine vergleichbare Gesprächsrunde gibt.
Die Plattform besteht aus sechs Bausteinen, die zusammen den Weg von der Idee bis zum dokumentierten Ergebnis abbilden:
| Baustein | Was er leistet | Wer entscheidet |
|---|---|---|
| Pioniere | Registrierte Nutzer starten Missionen, arbeiten in Teams mit und teilen Erfahrungen | die Pioniere selbst |
| Friedensmissions-Bot | macht aus fünf Antworten zu Zeit, Fähigkeiten, Anliegen, Ort und Netzwerk einen Entwurf | der Mensch, der den Entwurf bearbeitet und einreicht |
| Friedensmissionen | konkrete Vorhaben für Frieden oder Nachhaltigkeit mit Ziel und verantwortlicher Person | die Missionsleitung |
| Ethik-Bot | markiert mögliche Konflikte mit der Ethik-Charta | das Moderationsteam des Vereins |
| Marktplatz | zeigt veröffentlichte Missionen und hebt die hervor, die Hilfe suchen | Pioniere bieten Hilfe an, die Missionsleitung lädt ein |
| Logbuch und Feed | dokumentieren Fortschritte und Ergebnisse öffentlich | die Missionsleitung gibt Einträge frei |
Technik unterstützt, Menschen entscheiden
Ein Grundsatz zieht sich durch alles, was W3ltfrieden veröffentlicht: Kein Bot reicht eine Mission ein, kein Bot veröffentlicht sie, und kein Bot entscheidet über Menschen. Der Ethik-Bot prüft eingereichte Missionen gegen die Ethikgrundlage des Vereins, die die UN-Menschenrechte mit der Hackerethik verbindet, und markiert mögliche Konflikte. Über Freigabe oder Ablehnung entscheidet danach ein Moderationsteam. Muss eine Mission überarbeitet werden, bekommt man eine Begründung.
Die Grenzen sind klar gezogen. Kritik an Staaten, Institutionen, Parteien und Unternehmen ist ausdrücklich erwünscht, Recherche und Aufklärung ebenso. Keinen Platz haben Gewaltaufrufe, menschenverachtende, antisemitische oder extremistische Inhalte und menschenfeindliche Verschwörungserzählungen. Der Verein arbeitet überparteilich, unterstützt keine Parteien und ist religiös ungebunden. Wer problematische Inhalte findet, meldet sie per Mail, und Betroffene können widersprechen. Die Ethik-Charta liegt derzeit als Entwurf in Version 2.2 vor.
Die Technik entwickelt W3ltfrieden gemeinsam mit der Hamburger deltaDAO AG. Im Mittelpunkt stehen nach Angaben des Vereins eine nachvollziehbare Architektur und ein verantwortungsvoller Einsatz von KI. Wie andere Gründer künstliche Intelligenz in ihr Angebot einbauen, zeigen wir in unserem Überblick zu KI-Geschäftsmodellen.
Vom persönlichen Impuls zum eingetragenen Verein
Am 24. August 2026 haben zehn Gründungsmitglieder den Verein in Hamburg gegründet, einige vor Ort, andere per Video zugeschaltet. Zum Vorsitzenden wählten sie Fabian Friedrich. Schatzmeister ist Sönke Mißfeld, der das Projekt mit angestoßen hat. Im Vereinsregister des Amtsgerichts Hamburg steht W3ltfrieden e.V. unter der Nummer VR 26424, das haben wir im gemeinsamen Registerportal der Länder nachgesehen. Eingetragen ist der Verein nach eigener Angabe seit dem 18. September 2026.

Die Mischung im Gründungsteam ist breit. Recht, Steuern und Wirtschaftsprüfung bringen Dr. Oliver Heising, Jaskaran Bajwa und der Steuerberater Leon Alexander Ostermann ein. Niels Pirck kommt aus dem Bankwesen, Jeannine Gsaller kümmert sich um Vernetzung und Strategie, Thomas Koch um das Markendesign. Carlos De Freitas und Cristiana Zaharia begleiten das Projekt spirituell. Zu den Zwecken des Vereins zählen Bildung, Forschung sowie Kinder- und Jugendhilfe, Völkerverständigung und ehrenamtliches Engagement für den Frieden.
Wer hinter W3ltfrieden steht: Fabian Friedrich
Fabian Friedrich ist in der Hamburger Gründerszene kein Unbekannter. Er hat die Blockchance ins Leben gerufen, eine Veranstaltung der Blockchain-Szene, und war von 2013 bis Anfang 2025 als Mitgründer im Verein Tomatenretter aktiv. Mit W3ltfrieden verbindet er beides: das Handwerk, etwas Neues aufzubauen, und den Blick auf das Gemeinwohl.
Sein Antrieb ist persönlich. „Ich schicke meine drei Söhne nicht in den Krieg“, sagt Friedrich in der Pressemitteilung zum Start. Aus dieser Haltung soll gemeinsames und wirksames Handeln werden, und zwar nicht irgendwann, sondern mit einem ersten Schritt, den jeder selbst gehen kann.

Im Gespräch verweist Friedrich gern auf die Schlussrede aus Charlie Chaplins Film „Der große Diktator“ von 1940, die als Rede an die Menschheit bekannt geworden ist. Chaplin lässt darin einen einfachen Friseur, der mit einem Diktator verwechselt wird, statt einer Kriegsrede einen Appell für Menschlichkeit und gegen Hass und Gier halten. Den Kern dieser Rede, dass Technik den Menschen dienen soll und nicht umgekehrt, findet man in W3ltfrieden wieder. Auch Musik gehört zum Projekt: Der Verein pflegt zwei Spotify-Playlists für Frieden und Miteinander, eine davon für Kinder.
TV-Kampagne zum Start der öffentlichen Beta
Für einen Verein, der gerade einen Monat alt ist, geht W3ltfrieden ungewöhnlich groß an die Öffentlichkeit. Laut der Pressemitteilung des Vereins ist eine vierwöchige TV-Kampagne bei ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins geplant. Nach unserem aktuellen Stand startet sie Mitte Oktober 2026. Dass Fernsehspots geplant sind, hatte Friedrich uns schon im persönlichen Gespräch erzählt. Der Spot greift eine alltägliche Frage auf: Wie wird aus dem Wunsch, etwas zu tun, eine konkrete Handlung? Er zeigt den Weg von den eigenen Stärken und der freien Zeit zu einer Mission, mit der Kernbotschaft, dass KI beim Entwurf hilft und Menschen prüfen. Der Leitsatz dazu lautet „Frieden beginnt, wenn Menschen handeln“.
Die öffentliche Beta versteht der Verein als Einladung. Wer sich jetzt registriert, wird Pionier, testet den Bot, veröffentlicht erste Missionen und gibt Rückmeldung zu Funktionen, Sprache und Abläufen. Diese Rückmeldungen sollen direkt in die Weiterentwicklung fließen.
Was Gründerinnen und Gründer von W3ltfrieden lernen können
Auf den ersten Blick ist W3ltfrieden ein Friedensprojekt. Auf den zweiten ist es ein Gründungsprojekt, das dieselben Entscheidungen trifft wie ein Startup, nur mit einem anderen Ziel als Rendite. Drei Punkte fallen uns auf.

Die Rechtsform folgt dem Zweck. W3ltfrieden hat sich für den eingetragenen Verein entschieden, weil die Plattform dem Gemeinwohl dienen soll und nicht Anteilseignern. Wie so eine Gründung abläuft, von der Satzung über die Gründungsversammlung bis zum Eintrag beim Amtsgericht, beschreiben wir in unserem Leitfaden zur Vereinsgründung.
Gemeinnützigkeit ist ein eigener Schritt. Eingetragen heißt noch nicht gemeinnützig. Die Anerkennung ist laut W3ltfrieden beantragt, aber noch nicht abgeschlossen, deshalb kann der Verein derzeit keine Spendenbescheinigungen ausstellen. Das ist ein typischer Engpass in den ersten Monaten eines gemeinnützigen Projekts. Wer so etwas plant, sollte diese Wartezeit in die Finanzplanung einrechnen und parallel prüfen, welche Förderprogramme für Gründer in Frage kommen.
Erst testen, dann skalieren. Statt die Plattform im Verborgenen fertigzubauen, lässt W3ltfrieden Pioniere eine Beta ausprobieren und sammelt ihre Rückmeldungen ein. Bei der Finanzierung setzt der Verein auf mehrere Säulen: Einzelspenden, Fördermitgliedschaften und einen Stifterkreis für Unternehmen, die im Einklang mit der Ethik-Charta handeln. Geplant sind Quartalsberichte zu Einnahmen und Ausgaben und ein öffentliches Live-Cockpit. Wer selbst über Geld aus der Crowd nachdenkt, findet in unserer Anleitung für Crowdfunding-Kampagnen das Handwerkszeug.
So könnt ihr W3ltfrieden unterstützen
Wir finden: Wer eine Plattform für friedliches Handeln aufbaut, verdient Rückenwind, gerade am Anfang. Es gibt mehrere Wege, und nicht jeder kostet Geld.
- Pionier werden und mit dem Bot eine eigene Mission entwerfen
- bei einer laufenden Mission über „Ich kann helfen“ einsteigen
- Zeit und Können in den Aufbau stecken, etwa beim Übersetzen, bei Texten, in der Moderation oder in der Entwicklung
- spenden oder Fördermitglied werden, mit dem Hinweis zur Spendenbescheinigung von oben
- als Unternehmen dem Stifterkreis beitreten
Alle Wege stehen auf der Unterstützerseite von W3ltfrieden. Der direkteste Draht führt zu Fabian Friedrich selbst: Wer helfen, kooperieren oder berichten möchte, schreibt ihm am besten über sein LinkedIn-Profil. Beiträge über das Projekt lassen sich mit #w3ltfrieden und #w3f markieren.
Häufige Fragen zu W3ltfrieden
Was ist W3ltfrieden?
W3ltfrieden, gesprochen Weltfrieden, ist ein eingetragener Verein aus Hamburg, der eine digitale Plattform für Friedensarbeit betreibt. Menschen entwickeln dort mit Hilfe eines KI-Bots konkrete Friedensmissionen, bilden Teams und dokumentieren ihre Fortschritte.
Kostet die Nutzung etwas?
Nein, die Nutzung ist kostenlos. Missionen, Logbücher und Profile kann man ohne Konto lesen. Ein Konto braucht, wer eine Mission verwaltet, Hilfe anbietet oder einem Team beitritt.
Entscheidet eine KI darüber, welche Missionen erscheinen?
Nein. Der Ethik-Bot markiert nur mögliche Konflikte mit der Ethik-Charta. Ob eine Mission veröffentlicht wird, entscheidet das Moderationsteam des Vereins, und bei einer Ablehnung gibt es eine Begründung.
Ist W3ltfrieden gemeinnützig?
Der Verein ist beim Amtsgericht Hamburg eingetragen. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ist nach eigener Angabe beantragt, aber noch nicht abgeschlossen. Spendenbescheinigungen gibt es deshalb derzeit nicht.
Wie erreiche ich die Initiatoren?
Allgemeine Anfragen gehen an die Kontaktadresse auf der Website des Vereins. Initiator Fabian Friedrich ist außerdem direkt über LinkedIn erreichbar.
Fazit
W3ltfrieden nimmt sich etwas vor, das groß klingt, und bricht es auf etwas sehr Kleines herunter: fünf Fragen, ein Entwurf, ein erster Schritt. Das Projekt verbindet KI mit der klaren Regel, dass Menschen entscheiden, und es ist organisatorisch sauber aufgestellt, vom Vereinsregister bis zur Ethik-Charta. Ob daraus eine Bewegung wird, entscheiden die Pioniere der nächsten Wochen. Wir wünschen Fabian Friedrich und seinem Team dafür viel Erfolg und schauen in ein paar Monaten nach, welche Missionen daraus geworden sind.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Die Redaktion kennt Initiator Fabian Friedrich persönlich. Die Fotos stammen aus den Pressematerialien des Vereins.



















