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Eine Vorführung, die nicht klappte, kein Deal und danach Spott im Netz und im Fernsehen: SchaumPo aus der Steiermark hatte am 28. September in der vierten Folge der 20. Staffel von Die Höhle der Löwen keinen leichten Abend. Gründer Sebastian Wild sieht das inzwischen anders, als man erwarten würde. Nach der Ausstrahlung hätten trotzdem viele Menschen das Gerät vorbestellt, schreibt er uns. Wir haben ihn gefragt, wie es weitergeht, was hinter dem geplanten Refill-System steckt und wann der Schaumbadgenerator wirklich ins Badezimmer kommt.
SchaumPo auf einen Blick
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Was | Schaumbadgenerator für den Duschschlauch der Badewanne, ohne Strom, Akku oder Motor |
| Gründer | Sebastian Wild |
| Unternehmen | WILD Brands GmbH, Kapfenberg, Österreich |
| Sendung | Folge 4 der 20. Staffel, VOX, 28. September 2026 |
| Forderung | 200.000 Euro für 20 Prozent |
| Ergebnis | kein Deal |
| Nach der Sendung | mehr als 100.000 Aufrufe auf Instagram und neue Vorbestellungen, nach Angaben des Gründers |
| Lieferziel | erste Serie im ersten Quartal 2027 |
Der Abend: ein Stresstest vor Publikum
Sebastian Wild beschönigt nichts. Die Ausstrahlung sei „wahrscheinlich der härteste Stresstest, den man überhaupt einer jungen Produktidee verpassen kann“, schreibt er. Die Vorführung im Studio misslang, die Löwen reagierten deutlich, und danach wurde SchaumPo nach seinen Worten „zum perfekten Material für Memes und TV-Satire“. Schon zwei Tage nach der Sendung schrieb er uns mit viel Selbstironie, so etwas solle ihm erst einmal einer nachmachen, das sei auch eine Art, im Gedächtnis zu bleiben.
Wie der Pitch lief und warum am Ende alle Löwen ausstiegen, steht in unserem Porträt SchaumPo bei der Höhle der Löwen und in den Deal-Highlights der Folge 4.

Vorbestellungen trotz misslungener Vorführung
Was danach passierte, ist für Wild das eigentliche Ergebnis. Allein auf Instagram hätten die Inhalte von SchaumPo inzwischen mehr als 100.000 Aufrufe erreicht, Tausende hätten die Website besucht, und „ein bemerkenswert großer Teil davon“ habe das Gerät vorbestellt. Eine genaue Zahl nennt er nicht.
Bemerkenswert findet er vor allem, was diese Kunden kaufen. Ein fertiges Produkt gibt es noch nicht, gezeigt werden Prototypen und ein Entwicklungsdesign. „Die Menschen kaufen gerade nicht das fertige Produkt. Sie kaufen bereits nur die Idee“, schreibt Wild: ein Gerät, das man an den vorhandenen Brauseschlauch anschließt und das zuverlässig dichten Schaum erzeugt. Wer nach einer so schlechten Vorführung selbst nach dem Produkt suche und Geld dafür ausgebe, obwohl die Serie noch Monate entfernt sei, sende ein starkes Marktsignal. Zugleich räumt er ein, dass eine Unterhaltungssendung kein repräsentativer Test für den ganzen Wellnessmarkt ist.
Die Vorbestellung läuft über den eigenen Shop auf schaumpo.at. Im September kostete die Founder Edition mit Gerät und zehn Nachfüllpacks 29,90 Euro, und die Bestellung ließ sich bis zur Lieferung kostenlos stornieren.
Was sich am Gerät seit der Aufzeichnung geändert hat
Seit Mai habe das Team die Schaumerzeugung „massiv weiterentwickelt“, schreibt Wild, die Strömung optimiert und das Zusammenspiel von Wasser, Luft und Schaummittel verbessert. Das Gerät erzeuge heute deutlich schneller, dichter und verlässlicher Schaum als der Stand aus der Sendung. Parallel arbeite man an Konstruktion, Material, Haltbarkeit, Bedienung, Anschlüssen, Fertigung und Design. Auch das heutige Gehäuse sei noch nicht zwingend das, was später beim Kunden hängt.
Wichtig ist ihm die Unterscheidung zwischen serienreif und fertig entwickelt. Serienreif heiße, das Gerät funktioniere zuverlässig und sicher genug, um es guten Gewissens auszuliefern. Fertig entwickelt sei es dagegen nie, die erste Generation sei ein Anfang und kein Endpunkt. Die erste Serie soll im ersten Quartal 2027 ausgeliefert werden.
Gelernt habe das Team aus der Sendung bei Produkt, Positionierung, Social Media und Kommunikation, und beim Branding. Dort schreibt Wild selbst augenzwinkernd, der Name mit dem „Po“ sei „nicht ganz so ideal“ gewesen. Ob die Marke einen neuen Namen bekommt, lässt er offen.
Als Nächstes will er raus aus dem Studio: SchaumPo soll bei echten Menschen zu Hause getestet werden, mit unterschiedlichen Wasseranschlüssen, unterschiedlichem Wasserdruck und unterschiedlichen Erwartungen. Diesen Praxistest will das Team in den sozialen Medien begleiten.
Das Refill-System: Tabs und Sticks statt Flaschen
In der Sendung kaum zur Sprache kam, was Wild für das eigentliche Geschäftsmodell hält. SchaumPo soll nicht dauerhaft mit flüssigem Schaumbad aus der Flasche laufen, sondern mit einem trockenen Konzentrat, etwa als Tab oder Stick. Die Begründung ist logistisch: Heute transportiert die Branche flüssige Badezusätze, die größtenteils aus Wasser bestehen, samt Flasche durch die ganze Lieferkette. „Wir transportieren nicht mehr das fertige Schaumbad. Wir transportieren das, was man braucht, um das Erlebnis zu Hause zu erzeugen“, schreibt Wild. Weniger Gewicht, weniger Volumen und weniger Material wären die Folge.
Dazu kommt ein technischer Unterschied. Beim klassischen Schaumbad verteilen sich die schaumbildenden Stoffe im ganzen Badewasser. SchaumPo erzeugt den Schaum gezielt und legt ihn oben auf, auch nachträglich auf eine schon volle Wanne. Wie viel Schaum es sein soll, bestimmt man selbst, von wenigen Zentimetern bis zum Schaumberg wie im Film. Die ersten Refills sollen mit dem Serienstart oder kurz danach kommen. Ob sich Stick, Tab oder mehrere Formate durchsetzen, ist bewusst offen.

Das Schaumbad-Abo: Duftwelten statt Nachschub
Aus den Refills soll ein Abo werden. Wer regelmäßig badet, bekommt die Nachfüllungen in einem selbst gewählten Rhythmus nach Hause. Jeden Monat denselben Stick zu schicken, wäre Wild allerdings zu langweilig. Er orientiert sich am Drogerieregal, wo längst Stimmungen, Jahreszeiten und Rituale verkauft werden: warme, holzige Düfte im Herbst, Zimt, Vanille oder Tanne im Winter, florale Editionen im Frühling, dazu Geschenksets, limitierte Auflagen und Kooperationen. Das Abo soll flexibel bleiben, also pausierbar, mit wechselbaren Duftwelten und Einzelbestellungen. „Die Hardware bleibt dabei dieselbe. Aber das Erlebnis kann sich jedes Mal verändern“, schreibt Wild.
Kapital ohne Löwen
In der Höhle wollte SchaumPo Geld für genau diesen Entwicklungsschritt einsammeln. Daraus wurde nichts, und Wild nimmt das sportlich: Die Löwen hätten SchaumPo für einen schlechten Investment-Case gehalten, „fair enough“. Nun will er das Kapital auf anderem Weg holen. Neben dem bisherigen Investor gebe es in Europa genug Investoren und Business Angels, die nicht im Studio sitzen. Mit besserem Produkt, echten Marktdaten, Reichweite und Vorbestellungen stehe SchaumPo heute an einem anderen Punkt als im Mai.
Sein Rat an Gründer, die mit einem Prototyp in die Show gehen
Hier wird Wild grundsätzlich. Er fürchtet, dass seine Folge den falschen Schluss nahelegt, man dürfe sich erst mit einem perfekten, serienreifen Produkt vor Investoren stellen. „Ich halte genau das für den absolut falschen Schluss“, schreibt er. Wer Werkzeugbau, Produktion, Verpackung und Vertrieb schon finanziert habe, brauche keinen Investor mehr. Gute Produktentwicklung funktioniere andersherum: früh mit echten Menschen sprechen, den kleinsten Prototyp bauen, der die wichtigste Annahme prüft, und genau hinschauen, wann jemand wirklich bezahlt. Ein Fehler am frühen Prototyp sei viel billiger als derselbe Fehler nach einer sechsstelligen Serienproduktion.
Dazu kommt ein ganz praktischer Tipp für alle, die mit einem Gerät ins Fernsehen gehen: „Testet nicht nur euren Prototypen. Testet den Worst Case.“ Wer Wasser braucht, solle schlechten Wasserdruck testen, wer Internet braucht, den Ausfall, und für den einen entscheidenden Moment der Vorführung einen Plan B, C und D haben. Sein Fazit: „Habt keine Angst vor unfertigen Produkten. Habt Angst davor, ein sehr teures perfektes Produkt zu bauen, das niemand haben will!“ Er würde wieder früh mit einem Prototyp rausgehen, nur beim zweiten Mal besser vorbereitet, wenn eine Kamera läuft.
Unsere Einschätzung
Die Antworten zeigen einen Gründer, der aus einem schlechten Fernsehabend etwas macht, statt ihn kleinzureden. Dass nach dieser Vorführung überhaupt vorbestellt wird, ist ein echtes Signal, wie stark es ist, lässt sich ohne Zahl allerdings nicht beurteilen. Interessanter als das Gerät ist das Modell dahinter: Hardware einmal, Refills im Abo, saisonale Editionen. Das kennt man von Rasierern und Wassersprudlern, und es trägt nur, wenn das Gerät im Alltag zuverlässig funktioniert und die Kunden dauerhaft dabeibleiben. Genau das muss SchaumPo ab dem ersten Quartal 2027 in echten Badezimmern zeigen. Wir bleiben dran und berichten, wenn die Serie ausgeliefert wird.
Was aus den anderen Startups der Staffel geworden ist, fassen wir im Überblick Höhle der Löwen 2026: was aus den Startups wurde zusammen, alle Folgen stehen auf unserer Seite zur Höhle der Löwen. Die Sendung selbst läuft bei VOX.
Häufige Fragen zu SchaumPo nach der Höhle der Löwen
Hat SchaumPo bei der Höhle der Löwen einen Deal bekommen?
Nein. Sebastian Wild forderte 200.000 Euro für 20 Prozent, alle Löwen stiegen aus.
Wann ist SchaumPo lieferbar?
Die erste Serie soll im ersten Quartal 2027 ausgeliefert werden. Vorbestellen lässt sich das Gerät schon jetzt im eigenen Shop.
Was ist das Refill-System von SchaumPo?
Statt flüssigem Schaumbad aus der Flasche soll SchaumPo mit einem trockenen Konzentrat laufen, etwa als Tab oder Stick. Die ersten Refills sollen mit dem Serienstart oder kurz danach kommen, dazu ist ein flexibles Abo mit wechselnden Duftwelten geplant.
Hat sich SchaumPo seit der Sendung verändert?
Nach Angaben des Gründers ja. Die Schaumerzeugung sei deutlich weiterentwickelt, das Gerät erzeuge schneller und dichter Schaum als in der Sendung zu sehen war. Gehäuse und Design können sich bis zur Serie noch ändern.
Wer steht hinter SchaumPo?
Erfinder und Geschäftsführer ist Sebastian Wild. Hinter der Marke steht die WILD Brands GmbH mit Sitz in Kapfenberg in der Steiermark.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die Zitate stammen aus den schriftlichen Antworten von Sebastian Wild an die Redaktion vom 5. Oktober 2026.



















