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Drei Folgen, 17 Startups, neun Deals in der Sendung: Die 20. Staffel von „Die Höhle der Löwen“ ist gut angelaufen. Spannender als der Abend selbst ist aber, was danach passiert. Denn ein Handschlag vor der Kamera ist noch kein Vertrag, und ein geplatzter Deal ist noch lange kein Ende.

Wie dieser Beitrag entstanden ist: Wir haben alle Startups der ersten drei Folgen angeschrieben, und einige haben uns in den letzten Tagen geantwortet. Danke dafür! Wir bleiben weiter dran: Wer sich noch nicht gemeldet hat, ist herzlich eingeladen, das nachzuholen, unter redaktion@gruenderfreunde.de. Wir ergänzen diesen Beitrag laufend.

Die ersten drei Folgen im Überblick

Am 7. September ging es auf VOX los, am 14. und 21. September folgten die Folgen 2 und 3. Neun von 17 Startups verließen das Studio mit einer Zusage, acht ohne. Wie viele dieser Deals nach der Prüfung durch die Löwen tatsächlich zustande kommen, zeigt sich erst in einigen Wochen. Wie die Quote in früheren Staffeln aussah, haben wir in unserer Auswertung der Deals nachgerechnet.

Startup Folge Ergebnis in der Sendung
sauberdropz 1 Deal mit Frank Thelen und Ralf Dümmel, 65.000 Euro für 25 Prozent
KORALLS 1 Deal mit Judith Williams und Andreas W. Herb, 150.000 Euro für 30 Prozent
Piesel Piepser 1 Deal mit Carsten Maschmeyer und Janna Ensthaler, 100.000 Euro für 10 Prozent
Naturally Naughty 1 kein Deal
Ding Dong Ping Pong 1 kein Deal
Cupped 2 Deal mit Judith Williams, 200.000 Euro für 22,5 Prozent
plümoBaum 2 kein Deal
IRISgo 2 Deal mit Andreas W. Herb
Mellow Rush 2 kein Deal im Battle
Wunderdressing 2 kein Deal, mit Johann Lafer als Unterstützer im Studio
ivyclip 2 Deal mit Carsten Maschmeyer, 300.000 Euro für 10 Prozent
CompactGreens 3 Deal mit Dagmar Wöhrl, 180.000 Euro für 15 Prozent
clearBee 3 kein Deal
Poppy’s 3 Deal mit Johannes Kliesch und Carsten Maschmeyer, 40.000 Euro für 40 Prozent
monobag 3 kein Deal
DEKADOME 3 Deal mit Ralf Dümmel, 60.000 Euro für 30 Prozent
Penice 3 kein Deal

Die Einzelheiten stehen in unseren Berichten zu Folge 1, Folge 2 und Folge 3. Die Deal-Highlights aus Folge 3 haben wir gesondert zusammengefasst.

Ohne Deal heißt nicht ohne Wirkung

Auffällig an den Antworten, die uns erreicht haben: Gerade Startups, die ohne Löwen nach Hause gingen, berichten vom größten Schub. Das passt zu dem, was man aus früheren Staffeln kennt. Einige der bekanntesten Marken aus der Höhle sind ohne Deal groß geworden, weil die Sendung vor allem eines liefert: ein Millionenpublikum an einem einzigen Abend.

Wunderdressing: mehrere hundert Pakete am Tag

Stefano Suich hatte in Folge 2 Johann Lafer an seiner Seite, einen Deal gab es trotzdem nicht. Geschadet hat das nicht. „Direkt nach der Ausstrahlung sind die Bestellungen und Anfragen regelrecht explodiert“, schreibt uns Anke Angerhausen, Geschäftsführerin der World of Wunder GmbH. Aktuell verschicke das Unternehmen mehrere hundert Pakete am Tag, dazu kämen zahlreiche Anfragen von Händlern, Wiederverkäufern und möglichen Vertriebspartnern.

Glasflasche mit Kräuterdressing neben einer Schale mit grünem Salat, Tomaten und Radieschen
Symbolbild, mit KI erzeugt

Die größte Herausforderung sei deshalb „eine sehr schöne“: mit dem Wachstum Schritt zu halten, ohne bei Qualität, Lieferfähigkeit und dem persönlichen Kontakt zu Kunden nachzulassen. Auch international geht es weiter. Für Österreich und die Schweiz gibt es feste Landespartner, der österreichische Shop ist bereits online, der Schweizer soll in der Woche ab dem 28. September folgen. Über weitere Partnerschaften für Albanien, den Kosovo und Skandinavien werde derzeit gesprochen, und in Deutschland komme das Dressing Schritt für Schritt in mehr Verkaufsstellen. Ihr Fazit: „Wir haben das Gefühl, dass unsere Reise gerade erst richtig beginnt.“

Quelle: World of Wunder GmbH

plümoBaum: rund 100.000 Besucher in kurzer Zeit

Auch das Wuppertaler Startup plümoBaum ging in Folge 2 ohne Deal aus dem Studio. Die Ausstrahlung habe „trotz des ausgebliebenen Deals einen enormen Schub in der Wahrnehmung gebracht“, schreibt uns Benjamin Koch, CEO der Plümobaum GmbH: rund 100.000 Besucher und über 250.000 Seitenaufrufe auf der Website innerhalb kurzer Zeit.

Frisch aufgeschütteltes Bett vor einem geöffneten Fenster im Morgenlicht
Symbolbild, mit KI erzeugt

Jetzt gehe es darum, diese Aufmerksamkeit in nachhaltige Markenbekanntheit und Verkäufe zu verwandeln. plümoBaum will eine eigene Kategorie rund um Schlafhygiene etablieren und erklärt dafür ein Problem, über das kaum jemand spricht: Feuchtigkeit, Gerüche und das Mikroklima, das dadurch in Bettwaren entsteht. Die vielen Reaktionen und Anfragen nach der Sendung bestätigten das Team, diesen Weg weiterzugehen.

Quelle: Plümobaum GmbH

Piesel Piepser: Die nächste Generation übernimmt

Piesel Piepser gehört zu den Deals aus Folge 1: Carsten Maschmeyer und Janna Ensthaler boten 100.000 Euro für 10 Prozent. Hinter dem Produkt steht eine Familiengeschichte. Vor über 30 Jahren hat Marlon Osthoff den Piesel Piepser entwickelt und gemeinsam mit seiner Frau über viele Jahre aufgebaut. Inzwischen hat ein familieninterner Generationswechsel stattgefunden, wie uns ihr Sohn Dustin Osthoff schreibt: Das Geschäft liegt jetzt bei der Piesel Piepser GmbH, deren Geschäftsführer er ist. Gemeinsam mit seiner Frau Somaya und mit Unterstützung der Familie führt er das Unternehmen weiter.

Es gehe nicht darum, alles neu zu machen, sondern Bewährtes zu erhalten und die Strukturen Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Auf der Liste stehen die Digitalisierung und Automatisierung interner Abläufe, der Ausbau des Geschäfts mit Apotheken und Sanitätshäusern sowie neue Informationsmaterialien. Die Ausstrahlung habe zusätzliche Aufmerksamkeit gebracht, spürbar bei Privatkunden ebenso wie bei Apotheken, Sanitätshäusern und medizinischen Einrichtungen.

Quelle: Piesel Piepser GmbH

clearBee: „Man hätte auch eine ganz andere Geschichte erzählen können“

Der Fensterputz-Drohne clearBee aus Folge 3 wurde in der Sendung wenig geschenkt, einige Szenen gingen danach viral. Gründer Ronald Lilleg-Staudenherz hat dazu auf der Presseseite von clearBee ein Interview veröffentlicht. Darin nimmt er Sender und Produktion ausdrücklich in Schutz: Vor Ort sei niemand schlecht behandelt worden, erst im Schnitt sei die Dramaturgie zugespitzt worden. Aus Frank Thelens Kritik zieht er vor allem einen Gedanken, nämlich dass so in zehn Jahren Fenster geputzt würden. Seit der Sendung hat sich eine professionelle Firma für Drohnenreinigung bei clearBee gemeldet; mit ihr baut das Team gerade an einem Prototyp, wie Ronald Lilleg-Staudenherz uns schreibt. Wie die Drohne funktioniert, erklärt unser Porträt von clearBee.

Penice: 900 auf der Warteliste

Penice-Gründer Markus Flagner mit Krone als Prinz aus dem Penice-Märchen
Markus Flagner als Prinz aus dem Penice-Märchen. Foto: Melissa Töpfer

Penice ging in Folge 3 ohne Deal nach Hause, gefordert waren 70.000 Euro für 25,1 Prozent. Das Echo ist trotzdem groß. Markus Flagner, der Penice allein entwickelt, zählt inzwischen 900 Menschen auf der Warteliste und rund 60.000 Besucher auf seiner Website seit der Sendung, in der Spitze 25.000 bis 30.000 gleichzeitig. Das VOX-Reel zu seinem Pitch hat über 1,7 Millionen Aufrufe, und bei TV total lief der Auftritt gleich noch einmal. Auf den Markt kommen soll Penice voraussichtlich im November, 50 Milliliter für 19,90 Euro.

Quelle: Penice

DEKADOME: Das Dealrad war ihre eigene Idee

Die DEKADOME-Gründer Anton Vrouzos und Marius Ludwig mit ihrem Abflussreiniger
Die DEKADOME-Gründer Anton Vrouzos und Marius Ludwig. Foto: DEKADOME

DEKADOME holte in Folge 3 einen Deal mit Ralf Dümmel, 60.000 Euro für 30 Prozent. Das Glücksrad, an dem in der Sendung gedreht wurde, hatten die Gründer Anton Vrouzos und Marius Ludwig selbst mitgebracht: „Dabei kam uns auch die Idee mit dem Dealrad, weil wir etwas Besonderes machen wollten“, schreiben sie. Seit der Ausstrahlung bestellen Menschen, „die weder uns noch unsere Geschichte vorher kannten“, und für die beiden beginnt damit „eigentlich gerade der spannendste Teil“.

Quelle: DEKADOME

Und die anderen?

Von den übrigen Startups haben wir noch keine Aussagen, die wir veröffentlichen können. Naturally Naughty aus Folge 1 hat sich bereits zurückgemeldet und will uns Neuigkeiten schicken, IRISgo aus Folge 2 hat eine Antwort angekündigt. Bei sauberdropz, das ebenfalls mit Ralf Dümmel verhandelt hat, läuft unsere Anfrage noch über die DS Gruppe. Von KORALLS, Ding Dong Ping Pong, Cupped, Mellow Rush, ivyclip, CompactGreens, Poppy’s und monobag freuen wir uns ebenfalls über ein paar Sätze, wie es seit der Sendung läuft.

Mehr zu den Startups mit eigenem Porträt: Penice, Poppy’s, DEKADOME, CompactGreens, monobag und IRISgo.

Wie es weitergeht

Am 28. September läuft Folge 4, unter anderem mit Artem Oral Care, Sauberkugel und Loume. Alle Termine der Staffel stehen in unserer Übersicht der Sendetermine, die Löwen, alle Staffeln und Deals auf unserer Seite zur Höhle der Löwen. Und wer selbst in die Höhle will, findet hier, wie sich Gründer für die nächste Staffel bewerben.

Wir bleiben an allen Startups dieser Staffel dran und ergänzen diesen Beitrag, sobald sich weitere melden.

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Gründerfreunde
Dennis Weidner ist Gründer und Chefredakteur von Gruenderfreunde.de. Das Portal startete 2013 neben seiner eigenen Selbstständigkeit, gehört bis heute keinem Verlag und wird vom Gründer selbst geführt. Diese Unabhängigkeit entscheidet, worüber hier geschrieben wird und worüber nicht. Sein Weg begann in der Bankenbranche, es folgten rund zehn Jahre Krypto und Online-Marketing. Heute verantwortet er mehrere Gesellschaften in Medien, E-Commerce und KI und arbeitet im Tagesgeschäft mit KI-Agenten. Daher kommen die Themen, über die er schreibt: Finanzierung, Steuern und Bürokratie, Vertrieb und Automatisierung, Standortwahl und Auswandern. Er schreibt über das, was er selbst gemacht hat, Umwege eingeschlossen, und stützt sich auf amtliche Quellen und Kontakte vor Ort. Die Beiträge ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung, sie sollen die eigene Entscheidung vorbereiten. Kontakt und weitere Beiträge über LinkedIn oder dennis-weidner.com.