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Piesel Piepser war am 7. September 2026 in der ersten Folge der 20. Staffel von Die Höhle der Löwen zu sehen. Elke Osthoff, damals 66 Jahre alt, und Marlon Osthoff, damals 63, stellten dort einen Weckapparat vor, der Kindern beim Trockenwerden hilft. Das Ehepaar aus Erkrath forderte 100.000 Euro für zehn Prozent der Anteile und verließ die Höhle mit einem Deal, der an eine ungewöhnliche Bedingung geknüpft war.

Was ist Piesel Piepser?

Piesel Piepser ist ein medizinisches Hilfsmittel gegen nächtliches Einnässen, in der Fachsprache Enuresis. Das Gerät arbeitet ohne Medikamente. Ein Feuchtigkeitsfühler sitzt in der Unterwäsche und reagiert auf die ersten Tropfen. Sofort löst das System einen Weckreiz aus, damit das Kind aufwacht, bevor mehr passiert.

Dahinter steckt das Prinzip der Wecktherapie, auch Alarmtherapie genannt. Sie soll einen Reflex nachtrainieren, der bei betroffenen Kindern fehlt: das Aufwachen bei voller Blase. Nach Darstellung des Fan-Blogs Die Höhle der Löwen gilt diese Methode als Therapie der ersten Wahl.

Der Hersteller bietet zwei Geräte an. Der Classic ist kabelgebunden, der Fühler hängt am Weckapparat. Der Funki überträgt das Signal kabellos, alarmiert über Ton, Vibration und Licht und lässt sich zusätzlich mit einer App verbinden. Als Zubehör gibt es eine Sensormatte, die ins Bett kommt, sodass der Fühler nicht am Körper getragen werden muss.

Stapel frisch gewaschener Bettwäsche auf einer Waschmaschine neben einem leeren Wäschekorb
Symbolbild, mit KI erzeugt

Wer steckt hinter Piesel Piepser?

Erfunden hat das Gerät Marlon Osthoff. Gemeinsam mit seiner Frau Elke hat er es über drei Jahrzehnte weiterentwickelt, vom ersten Modell bis zur heutigen Funkvariante. In der Sendung sprachen die beiden offen über das, was in dieser Zeit dazwischenkam: eine schwere Erkrankung, knappes Geld, fehlende Vertriebswege. „Der Tag heute ist für uns der allerwichtigste seit 20, 30 Jahren“, sagte Marlon Osthoff zum Auftakt, wie deutsche-startups.de den Pitch schildert.

Vertrieben wurde der Piesel Piepser lange über die Handelsvertretung der Familie in Erkrath. Inzwischen steht eine eigene Gesellschaft dahinter. Das Impressum des Herstellers nennt die Piesel Piepser GmbH in der Kircheichstraße 114 in 52134 Herzogenrath, eingetragen beim Amtsgericht Aachen unter HRB 30207. Als Geschäftsführer ist dort Dustin Osthoff eingetragen, der Sohn der Gründer.

Damit ist das Unternehmen nicht mehr in der Hand des Ehepaars allein. Der Fan-Blog Die Höhle der Löwen berichtet, dass Sohn Dustin nach der Aufzeichnung gemeinsam mit seiner Frau weiterführt, was seine Eltern aufgebaut haben. Beides passt zusammen: eine junge Geschäftsführung war genau das, was die Löwen im Studio verlangt hatten.

Wie funktioniert die Wecktherapie im Alltag?

Der Ablauf ist einfacher, als das Wort Therapie klingt. Abends wird der Fühler in der Unterwäsche befestigt oder die Sensormatte ins Bett gelegt. Kommt es zum Einnässen, weckt das Gerät sofort. Über Wochen soll das Kind so lernen, den Harndrang selbst zu bemerken und rechtzeitig aufzustehen.

Entscheidend ist die Ausdauer. Eine Wecktherapie wirkt nicht in einer Nacht, sondern über mehrere Wochen, und sie verlangt in dieser Zeit auch von den Eltern etwas ab, weil jeder Alarm den Schlaf der ganzen Familie unterbricht. Die begleitende App dokumentiert trockene und nasse Nächte, sodass sich der Fortschritt ablesen lässt. Nach Angaben des Herstellers ist genau diese Dokumentation auch für den Arztbesuch gedacht.

Was kostet Piesel Piepser, und wo kann man es kaufen?

Verkauft wird über den eigenen Shop des Herstellers. Stand September 2026 kostet der kabellose Funki 184,99 Euro und der kabelgebundene Classic 126,99 Euro, jeweils inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Der Schwerpunkt liegt allerdings nicht auf dem Direktkauf.

Modell Verbindung Preis, Stand September 2026
Piesel Piepser Funki kabellos, Ton, Vibration und Licht, App möglich 184,99 Euro
Piesel Piepser Classic kabelgebunden, Alarm über den Weckapparat 126,99 Euro
Piesel Piepser Funki Light, laut TV Movie nur Sender, Alarm über die kostenfreie App 99,99 Euro

Der eigentliche Weg führt über das Rezept. Das Gerät hat eine Hilfsmittelnummer und eine Pharmazentralnummer, es kann also ärztlich verordnet und von der Krankenkasse übernommen werden. Wer ohne Rezept kaufen möchte, muss sich beim Hersteller melden. Einen klassischen Warenkorb für diesen Fall gibt es nicht, wie TV Movie nach der Sendung beschreibt. Den Classic führt laut TV Movie auch Amazon, dort günstiger als im eigenen Shop.

Hat Piesel Piepser bei der Höhle der Löwen einen Deal bekommen?

Ja, aber nicht auf dem üblichen Weg. Reihum stiegen die Löwen aus, die sich fachlich nicht zuständig sahen: zuerst Ralf Dümmel, dann Andreas Herb, danach Frank Thelen. Wer in dieser Staffel überhaupt auf den Sesseln sitzt, steht in unserem Beitrag zur Jury der Höhle der Löwen.

Dann machten Carsten Maschmeyer und Janna Ensthaler ein gemeinsames Angebot, das Maschmeyer laut TV Movie selbst als „schwierige News mit Chance auf Happy End“ ankündigte. Die beiden nahmen die geforderten Konditionen an, 100.000 Euro für zehn Prozent, verbanden sie aber mit einer Auflage: Eine jüngere Person solle als Geschäftsführung einsteigen und dafür 20 bis 30 Prozent der Anteile bekommen. Die Osthoffs stimmten in der Sendung zu.

Merkmal Angabe
Forderung 100.000 Euro für zehn Prozent
In der Sendung vereinbart, laut TV Movie 100.000 Euro von Carsten Maschmeyer und Janna Ensthaler für zehn Prozent, zuzüglich 20 bis 30 Prozent für eine neue Geschäftsführung
Bewertung laut Forderung 1 Million Euro
Sendetermin 7. September 2026, 20:15 Uhr, VOX

Ob aus der Zusage im Studio ein unterschriebener Vertrag geworden ist, teilt das Unternehmen nicht mit. Belegt ist der Schritt, den die Löwen verlangt hatten: Die Piesel Piepser GmbH hat einen jungen Geschäftsführer. Wie oft ein Handschlag in der Höhle später wirklich hält, zeigt unsere Auswertung zur Deal-Quote der Staffel 20. Alle fünf Pitches des Abends und ihre Ergebnisse stehen in unserem Beitrag zur Folge 1 der Staffel 20.

Leeres Behandlungszimmer beim Kinderarzt mit Untersuchungsliege und Waschbecken
Symbolbild, mit KI erzeugt

Markt und Vergleich: Wo steht Piesel Piepser?

Die Zahlen, die das Ehepaar mitbrachte, erklären den Auftritt besser als jede Produktbeschreibung. In über 30 Jahren wurden laut TV Movie 100.000 Geräte verkauft. Der Umsatz stagniert beim Classic bei 200.000 Euro im Jahr. In der Herstellung kostet der Classic 15 Euro, der Funki 40 Euro.

Der Vergleich mit dem Wettbewerb fällt dabei bemerkenswert aus: Konkurrenzgeräte kosten nach denselben Angaben über 200 Euro, können weniger und machen trotzdem den 20-fachen Umsatz. Das ist kein Produktproblem. Es ist ein Vertriebsproblem, und es erklärt, warum ein Gerät mit Kassenzulassung und drei Jahrzehnten Praxis im Markt so klein geblieben ist.

Hinzu kommt ein Thema, über das niemand gern spricht. Nächtliches Einnässen betrifft viele Grundschulkinder, wird in Familien aber meist verschwiegen. Ein Produkt, das nur über Ärzte und Apotheken sichtbar wird, findet seine Kundschaft deshalb langsam. Ein Fernsehauftritt in der Hauptsendezeit verschiebt genau diesen Punkt.

Unsere Einschätzung: Hat Piesel Piepser Potenzial?

Der Fall unterscheidet sich von den meisten Pitches dieser Staffel. Hier kam kein Prototyp, sondern ein eingeführtes Hilfsmittel mit Hilfsmittelnummer, Pharmazentralnummer und sechsstelliger Stückzahl. Das Risiko liegt nicht in der Frage, ob das Produkt funktioniert.

Es liegt in der Übergabe. Ein Unternehmen, das drei Jahrzehnte von einem Ehepaar getragen wurde, muss jetzt Strukturen bekommen, die ohne dieses Ehepaar auskommen. Die Löwen haben die Bedingung dafür zur Voraussetzung ihres Geldes gemacht, und der Wechsel in eine GmbH mit neuer Geschäftsführung ist der erste sichtbare Schritt. Gelingt die Listung in mehr Apotheken und die Aufklärung bei Kinderärzten, ist der Abstand zum 20-fachen Umsatz des Wettbewerbs keine Naturkonstante. Bleibt es beim alten Vertriebsweg, hat der Auftritt vor allem eines gebracht: Reichweite für ein Thema, das sonst niemand anspricht.

Mehr zur Staffel 20

Aus den folgenden Sendungen haben wir weitere Startups ausführlich vorgestellt, etwa den Thermobecher mit Irisblende im Porträt zu IRISgo und das Salatdressing aus der Eifel im Porträt zu Wunderdressing. Welche Startups als Nächstes pitchen und wann welche Folge läuft, zeigt unsere Übersicht zu den Sendeterminen und dem Rudel der Staffel 20. Alle Beiträge der Redaktion sammelt der Überblick zur Höhle der Löwen.

Häufige Fragen zu Piesel Piepser

Wo kann man Piesel Piepser kaufen?

Im eigenen Shop des Herstellers, überwiegend jedoch auf Rezept über Arzt und Apotheke. Stand September 2026 kostet der Classic 126,99 Euro und der Funki 184,99 Euro. Ohne Rezept läuft die Bestellung über eine Anfrage beim Hersteller.

Wer hat Piesel Piepser erfunden?

Marlon Osthoff, der das Gerät gemeinsam mit seiner Frau Elke über drei Jahrzehnte weiterentwickelt hat. Geschäftsführer der heutigen Piesel Piepser GmbH in Herzogenrath ist ihr Sohn Dustin Osthoff.

Zahlt die Krankenkasse den Piesel Piepser?

Das Gerät hat eine Hilfsmittelnummer und eine Pharmazentralnummer und kann deshalb ärztlich verordnet werden. Über die Kostenübernahme im Einzelfall entscheidet die jeweilige Kasse.

Wann lief Piesel Piepser bei der Höhle der Löwen?

Am 7. September 2026 in Folge 1 der 20. Staffel bei VOX, zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr. Bei RTL+ stand die Folge nach Angaben von fernsehserien.de bereits am 31. August 2026 bereit.

Wie kommt man in die Höhle der Löwen?

Über eine Bewerbung bei der Produktionsfirma, die für jede Staffel neu ausgeschrieben wird. Welche Unterlagen verlangt werden und welche Fristen gelten, haben wir in unserem Leitfaden zur Bewerbung für die nächste Staffel zusammengestellt.

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Dennis Weidner ist Gründer und Chefredakteur von Gruenderfreunde.de. Das Portal startete 2013 neben seiner eigenen Selbstständigkeit, gehört bis heute keinem Verlag und wird vom Gründer selbst geführt. Diese Unabhängigkeit entscheidet, worüber hier geschrieben wird und worüber nicht. Sein Weg begann in der Bankenbranche, es folgten rund zehn Jahre Krypto und Online-Marketing. Heute verantwortet er mehrere Gesellschaften in Medien, E-Commerce und KI und arbeitet im Tagesgeschäft mit KI-Agenten. Daher kommen die Themen, über die er schreibt: Finanzierung, Steuern und Bürokratie, Vertrieb und Automatisierung, Standortwahl und Auswandern. Er schreibt über das, was er selbst gemacht hat, Umwege eingeschlossen, und stützt sich auf amtliche Quellen und Kontakte vor Ort. Die Beiträge ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung, sie sollen die eigene Entscheidung vorbereiten. Kontakt und weitere Beiträge über LinkedIn oder dennis-weidner.com.