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Kein Deal, aber die Kunden haben entschieden: Artem Oral Care aus Berlin ging am 28. September in der vierten Folge der 20. Staffel von Die Höhle der Löwen ohne Investor aus dem Studio. In der Woche, in der die Folge online ging, hatte das Startup nach eigenen Angaben trotzdem fast viermal so viele Bestellungen wie in der Woche davor, die allermeisten von neuen Kunden. Wir haben Diana zur Löwen, Rebecca Linneweber und Julia von Wolff nach der Ausstrahlung gefragt, wie es weitergeht. Ihre Antworten zeigen, warum ein Auftritt ohne Deal ein guter Abend sein kann, und wie weit der Weg ins Drogerieregal noch ist.

Artem Oral Care auf einen Blick

Frage Antwort
Was Zahnpflege mit Ansatz aus der Hautpflege, Oral Skincare genannt
Gründerinnen Diana zur Löwen, Rebecca Linneweber, Zahnärztin Julia von Wolff
Unternehmen artem oral care GmbH, Berlin
Sendung Folge 4 der 20. Staffel, VOX, 28. September 2026
Forderung 300.000 Euro für zehn Prozent, im Gespräch 400.000 Euro für 20 Prozent
Ergebnis kein Deal
Nach der Online-Premiere fast viermal so viele Bestellungen wie in der Woche davor, überwiegend Neukunden

Diana zur Löwen: einmal auf der anderen Seite

Für Diana zur Löwen war der Auftritt ein Seitenwechsel. Als Gastlöwin saß sie früher selbst in der Runde der Investoren, diesmal stand sie mit ihrem eigenen Produkt vorn. „Ehrlich gesagt aufregender, als ich gedacht hätte“, schreibt sie uns. „Als Investorin sitzt man entspannt im Sessel und stellt die Fragen. Plötzlich selbst vorne zu stehen, mit dem eigenen Produkt und dem eigenen Team, ist etwas ganz anderes.“ Sie habe jetzt noch mehr Respekt vor allen Gründerinnen und Gründern, die sich dort hinstellen.

Wie der Pitch im Studio lief und warum mehrere Löwen die Bewertung als Grund für ihre Absage nannten, steht in unserem Porträt Artem Oral Care bei der Höhle der Löwen und in den Deal-Highlights der Folge 4.

Der Abend: im Büro in Berlin, mit der Community am Handy

Das Team hat die Folge gemeinsam im Büro in Berlin geschaut. Die Reaktionen seien überwältigend gewesen, schreiben die Gründerinnen: unzählige Nachrichten, Kommentare und Stories, von Leuten, die Artem schon kannten, und von vielen, die die Marke an diesem Abend zum ersten Mal gesehen haben. Besonders schön sei gewesen, dass die Folge schon eine Woche vorher bei RTL+ online war und man die Unterstützung schon vor dem Sendeabend gespürt habe.

Hand drückt die Zahnpasta Sensitive White von Artem auf eine lila Zahnbürste
Die Zahnpasta Sensitive White von Artem Oral Care. Foto: artem oral care GmbH

Fast viermal so viele Bestellungen

Die Zahlen kamen nicht erst am Montag. „Schon als die Folge online ging, haben wir es sofort gemerkt“, schreiben die Gründerinnen. In dieser Woche habe Artem fast viermal so viele Bestellungen gehabt wie in der Woche davor, und die allermeisten davon seien Neukundinnen und Neukunden gewesen. Am Sendeabend selbst sei noch einmal ein deutlicher Peak dazugekommen.

Das ist ein Muster, das man in dieser Staffel öfter sieht. Seit die Folgen eine Woche vor der Ausstrahlung bei RTL+ erscheinen, gibt es zwei Wellen: eine kleinere nach der Online-Premiere und eine große am Sendeabend. Wer darauf vorbereitet ist, verlängert die Aufmerksamkeit um eine ganze Woche. Für ein Produkt, das nur wenige Euro kostet und schnell ausprobiert ist, schlägt diese Aufmerksamkeit direkt in Bestellungen um.

Der Weg ins Drogerieregal

In der Sendung hatte Artem angekündigt, den Preis deutlich senken zu wollen. Das Ziel bleibe, Oral Skincare für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen, schreibt das Team. Ein Preis unter zehn beziehungsweise unter 15 Euro sei dafür ein wichtiger Schritt, und genau das brauche es auch, um im Drogerieregal zu bestehen. Bis dahin sei aber noch viel Arbeit nötig. Erst mit deutlich größeren Produktionsmengen komme man auf einen Produktionspreis, der einen solchen Verkaufspreis überhaupt ermöglicht, und dann brauche es noch die Listung selbst. „Das ist aber definitiv unser Ziel im kommenden Jahr.“

Diese Rechnung kennt jede Konsumgütermarke. Handelsketten wollen einen niedrigen Regalpreis und behalten einen großen Teil davon selbst, und der Hersteller kommt nur mit großen Stückzahlen auf die nötigen Kosten. Große Mengen wiederum brauchen Kapital für Vorproduktion und Lager. Genau hier hätte ein Löwe helfen können, und genau hier muss Artem jetzt ohne einen auskommen. Wie man Preise für ein neues Produkt festlegt, erklären wir in einem eigenen Ratgeber.

Zuspruch aus den Zahnarztpraxen

Gemeldet haben sich nach der Sendung vor allem Zahnarztpraxen. „Gerade aus Zahnarztpraxen kam viel positives Feedback, was uns besonders freut, weil uns die fachliche Glaubwürdigkeit von Anfang an wichtig war“, schreiben die Gründerinnen. Mit Julia von Wolff sitzt eine Zahnärztin im Gründungsteam, und für eine Marke, die Zahnpflege neu erklären will, ist die Zustimmung aus der Fachwelt oft mehr wert als jede Reichweite. Mehr zum Sortiment steht auf artem.care.

Was bleibt, auch ohne Deal

„Sehr viel“, antwortet das Team auf die Frage, was es aus der Höhle mitnimmt. Die Resonanz habe gezeigt, dass Artem einen Nerv trifft. „Einen Deal hätten wir natürlich gern gehabt, aber am Ende entscheiden die Kundinnen und Kunden, und die haben ziemlich deutlich gesprochen.“

Für andere Gründer steckt darin eine einfache Lehre: Die Sendung ist in erster Linie Werbung vor Millionen Menschen. Ob ein Löwe einsteigt, entscheidet sich an der Bewertung und am Bedarf des jeweiligen Investors. Ob die Marke wächst, entscheidet sich an den Bestellungen danach. Was aus den anderen Startups der Staffel geworden ist, fassen wir im Überblick Höhle der Löwen 2026: was aus den Startups wurde zusammen, alle Folgen stehen auf unserer Seite zur Höhle der Löwen. Die Sendung selbst läuft bei VOX.

Häufige Fragen zu Artem Oral Care nach der Höhle der Löwen

Hat Artem Oral Care bei der Höhle der Löwen einen Deal bekommen?

Nein. Die Gründerinnen forderten 300.000 Euro für zehn Prozent und boten im Gespräch 400.000 Euro für 20 Prozent an, kein Löwe stieg ein.

Wie hat sich die Sendung auf die Bestellungen ausgewirkt?

Nach Angaben des Unternehmens gab es in der Woche der Online-Premiere fast viermal so viele Bestellungen wie in der Woche davor, überwiegend von neuen Kunden, und am Sendeabend einen weiteren Peak.

Gibt es Artem bald in der Drogerie?

Das ist das Ziel für das kommende Jahr. Dafür braucht es größere Produktionsmengen und einen niedrigeren Preis, und eine Listung steht nach Angaben des Teams noch aus.

Wer steht hinter Artem Oral Care?

Diana zur Löwen, Rebecca Linneweber und die Zahnärztin Julia von Wolff. Die artem oral care GmbH sitzt in Berlin.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen.

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Gründerfreunde
Dennis Weidner ist Gründer und Chefredakteur von Gruenderfreunde.de. Das Portal startete 2013 neben seiner eigenen Selbstständigkeit, gehört bis heute keinem Verlag und wird vom Gründer selbst geführt. Diese Unabhängigkeit entscheidet, worüber hier geschrieben wird und worüber nicht. Sein Weg begann in der Bankenbranche, es folgten rund zehn Jahre Krypto und Online-Marketing. Heute verantwortet er mehrere Gesellschaften in Medien, E-Commerce und KI und arbeitet im Tagesgeschäft mit KI-Agenten. Daher kommen die Themen, über die er schreibt: Finanzierung, Steuern und Bürokratie, Vertrieb und Automatisierung, Standortwahl und Auswandern. Er schreibt über das, was er selbst gemacht hat, Umwege eingeschlossen, und stützt sich auf amtliche Quellen und Kontakte vor Ort. Die Beiträge ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung, sie sollen die eigene Entscheidung vorbereiten. Kontakt und weitere Beiträge über LinkedIn oder dennis-weidner.com.