Es hat schon Tradition: Auch heute stellen die Gründerfreunde zwei Unternehmen vor, die bei der Schweizer Startup-Initiative Venture Kick Erfolg hatten und 130.000 Franken Startkapital erhalten konnten. Dieses Mal geht es um Hilfe für bedrohte Bienen und effizientere Solarzellen.

Vatorex
Die Varroamilbe ist der Schrecken der Imker. Die Milbe vermehrt sich in Bienenwaben, befällt die Larven und schädigt deren Wachstum. So geht Jahr für Jahr jedes fünfte Bienenvolk ein. Vatorex setzt im Kampf gegen die Milbe auf Hyperthermie. Die Methode basiert auf der unterschiedlichen Wärmetoleranz von Bienen und den schädlichen Spinnentieren. Durch schonendes Aufheizen in einen Temperaturbereich zwischen 39-42°C sterben die Varroamilben ab, während die jungen Bienenlarven unbeschädigt überleben.

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Das Team von Vatorex, Renato Cortesi, Pascal Brunner und Willi Brunner (Foto: Venture Kick)

„Venture Kick ist eine super Chance für Entrepreneure, weil man dort die Stärken und Herausforderungen seines Business Cases in Erfahrung bringt. Der ganze Prozess hat uns dabei geholfen, eine Idee in ein Produkt, ein Produkt in ein Unternehmen und ein Unternehmen in ein kundenorientiertes, erfolgreiches Unternehmen umzuwandeln“, erklärt Pascal Brunner, CEO von Vatorex. Dank der Unterstützung von Venture Kick kann Vatorex sein Produkt mit Kunden, vor allem Imkern, testen und weiterentwickeln.

Insolight
Während dem letzten Jahrzehnt hat der Solarzellenmarkt einen rasanten Aufschwung erlebt. Konventionelle Solarpanels sind allerdings nicht sehr effizient, wodurch auch die Kapitalrendite für die Endnutzer limitiert ist. Insolight entwickelte ein flaches optisches System aus Kunststoff, welches das Sonnenlicht einfängt und auf eine kleine Oberfläche mit Superzellen fokussiert. Die Hochleistungszellen produzieren doppelt soviel Energie wie herkömmliche Solarpanels.

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Die Solarzelle von Insolight (Foto: Alain Herzog, EPFL)

Insolight erreicht eine Ausbeute (produzierte Energiemenge vom Sonnenlicht) von 36 %, wobei handelsübliche Solarzellen derzeit nur etwa 18 bis 20 % schaffen. Auch dank Venture Kick will Insolight ihr Produkt nun in die Industrie bringen um eine schnellere und günstigere Sonnenlicht Transition zu ermöglichen: „Mit dem dreistufigen Programm, das Coachings und Mentorings beinhaltete, konnten wir uns weiterentwickeln. Die Unterstützung im Kickers Camp war ausserordentlich und sehr effizient. Es hat uns geholfen unser technisches Projekt in ein echtes Unternehmen umzuwandeln. Um auf dem Radar von Schweizer und internationalen Investoren zu sein ist Venture Kick für uns substanziell“, sagt Laurent Coulot, CEO von Insolight.

Über Venture Kick

Seit der Lancierung von Venture Kick, einer Initiative der Venture Kick Stiftung, im September 2007, profitierten 463 Gründerprojekte von rund 18,75 Millionen Franken Startkapital. Die unterstützten Jungunternehmen haben ein Finanzierungsvolumen von über einer Milliarde Franken erhalten und bisher rund 3.500 qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. Von den TOP 100 Startups der Schweiz starteten 57 ihre Unternehmerkarriere bei Venture Kick, darunter sieben in den TOP 10: L.E.S.S., Bcomp, Flyability, Ava, Amal Therapeutics, Gamaya und Lunaphore.

Venture Kick ist ein wettbewerbsorientiertes Programm: Monatlich bekommen acht Startup-Projekte die Chance, sich vor einer Jury zu präsentieren. Vier Gewinner erhalten je 10.000 Franken und können sich drei Monate später für die zweite Runde qualifizieren. Dort gewinnen zwei Teams je 20.000 Franken. Diese machen in der dritten Runde sechs Monate später den Hauptpreis von 100.000 Franken unter sich aus. Sie profitieren zusätzlich von Business-Development-Workshops und einem weitreichenden Netzwerk.

Bild ganz oben: das Team von Insolight, Laurent Coulot, Mathieu Ackermann und Florian Gerlich (Foto: Alain Herzog, EPFL)

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