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Der dritte Tag des Entrepreneurship Summit 2026 stellte am Sonntag, 18. Oktober, im Audimax der Freien Universität Berlin eine Frage, die jeden Gründer betrifft: Was tun Menschen noch selbst, wenn Maschinen immer mehr können? Neurobiologe Gerald Hüther sprach über die Verführbarkeit durch KI, Seriengründerin Anna Alex erklärte, warum Nachhaltigkeit nach dem Hype erwachsen wird, und Cradle-to-Cradle-Pionier Michael Braungart rechnete vor, wie eine Waschmaschine mit 4 statt 85 Kunststoffsorten auskommt. Im Finale gewann HUB42 den Proof of Concept mit mehr als 2.000 Euro Umsatz, den Schlusspunkt setzte Ali Mahlodji.
Gastgeber war die Stiftung Entrepreneurship von Teekampagne-Gründer Günter Faltin. Was am Samstag im Audimax geschah, steht in unserem Nachbericht zu Tag 2 des Entrepreneurship Summit 2026, das Programm des Sonntags in unserer Vorschau auf den Sonntag. Den Auftakt am Freitagabend beschreibt unser Bericht vom Fireside Chat mit Jeannette zu Fürstenberg.
Das Wichtigste in Kürze
- HUB42 gewinnt den Proof of Concept 2026 in beiden Wertungen, mit rund 60 Bestellungen und mehr als 2.000 Euro Umsatz.
- 4 statt 85 Kunststoffsorten braucht eine Waschmaschine nach Michael Braungarts Rechnung, wenn der Hersteller nur die Nutzung verkauft und das Gerät zurückbekommt.
- 5.000 Punkte für höchstens neun Jahre Waschen: So sieht Braungarts Vorschlag für einen Pilotversuch mit 300 Waschmaschinen aus.
- Nachhaltigkeit ist für Anna Alex „nur erwachsen geworden“: Die nächste Phase tragen Geld, Marge und Kapital.
- Rund 7.000 bis 8.000 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 85 Jahren nutzen nach Worten von Tobias Bily die Videotelefonie von enna.
- Ali Mahlodji zum Abschluss: „Angst ist keine Option mehr.“
Awai Cheung und Dörte Roloff: Bewegung zum Auftakt
Bevor gesprochen wurde, stand der ganze Saal. Awai Cheung von der Akademie für Asiatische Bewegungskunst führte mit Moderatorin Dörte Roloff durch eine Übungsfolge nach den fünf Fingern: Gesundheit, Harmonie, Achtsamkeit, Lebensfreude und Dankbarkeit, je mit einer kurzen Übung. Praktisch für jeden, der viele Termine hat, war ein Muntermacher-Punkt am Bein, den „man wirklich nutzen“ kann, so Cheung, „wenn man viele Meetings hat oder wenn ein Gespräch ermüdend ist“. Am Ende stand das Audimax in einer langen Reihe und klopfte dem Vordermann den Rücken.

Gerald Hüther beim Entrepreneurship Summit: Was KI mit der Menschwerdung des Affen zu tun hat
Die erste Keynote hielt der Neurobiologe Prof. Gerald Hüther unter dem Titel „Der Anteil künstlicher Intelligenz an der Menschwerdung des Affen“. Seine These: Der Mensch hat sich in Sprüngen entwickelt, mit Werkzeugen und Maschinen, und die KI ist der nächste. Für Unternehmer hatte er gleich zu Beginn eine Definition: „Entrepreneurship, so verstehe ich, das ist nichts weiter als der ständige Versuch, den Möglichkeitsraum des Menschen zu erweitern.“ Die Prüffrage für jede Erfindung laute deshalb, ob sie der Entfaltung dient oder in eine Sackgasse führt.
Warum Menschen in solche Sackgassen laufen, erklärte Hüther mit dem Gehirn: Es wählt die Lösung mit dem geringsten Energieaufwand, und Begeisterung verankert sie, ganz gleich, ob sie langfristig trägt. Sein Bild dafür war die Affenfalle. Ein Affe greift in einem hohlen Baum nach einem Leckerbissen und bekommt die Faust nicht mehr heraus, solange er festhält. Gegenmittel seien die Fähigkeiten des Stirnhirns: Impulse bremsen, Folgen abschätzen, sich in andere hineinversetzen. Sie lassen sich nach Hüthers Worten nicht unterrichten, nur selbst erfahren.
In der Fragerunde ging es um KI im Alltag. Hüther erzählte, wie er einen eigenen Text von einer KI hatte glätten lassen: „Ich habe gemerkt, dass der Text jetzt zwar logisch ist, aber der lebt nicht mehr.“ Der Unterschied liegt für ihn im Antrieb: „Eine KI hat kein Bedürfnis, die arbeitet alles nur ab.“ Seine Schlussfolgerung für den Saal: „Und die Antwort auf die KI kann nur heißen, wir müssen versuchen, uns gegenseitig zu stärken, damit wir nicht so verführbar sind.“ Für Gründer heißt das: KI als Werkzeug einsetzen und das, was man selbst kann, weiter selbst tun.
Anna Alex (Outfittery, Planetly): Wie es mit der Nachhaltigkeit nach dem Hype weitergeht
Anna Alex hat 2012 den Stilberatungsdienst Outfittery mitgegründet, danach das Klimasoftware-Unternehmen Planetly und heute Nala Earth, das Firmen wie Mars oder BASF früh warnt, wenn etwa wegen Dürre ein Ernteausfall droht. Ihre Keynote „After the Hype“ legte die Nachhaltigkeit auf den Hype Cycle: erst der Auslöser, dann der Gipfel der Erwartungen, dann das Tal der Enttäuschung, schließlich das Plateau. Den Aufstieg datierte sie auf 2018 und 2019, mit dem Weltklimabericht, Fridays for Future und dem Green Deal der EU. Auf dem Höhepunkt hatten nach ihren Worten 430 der 500 Unternehmen im S&P 500 einen ESG-Ausschuss im Board.

Heute steht die Nachhaltigkeit für Alex im Tal, und genau das hält sie für ein gutes Zeichen: „Also ich sehe es so, dass Nachhaltigkeit nicht tot ist. Sie ist nur erwachsen geworden.“ Das Tal sei das Ende einer Täuschung, nämlich „dass Unternehmen freiwillig auf Profit verzichten, um nachhaltiger zu agieren“. Was jetzt kommt, beschrieb sie so: „Sondern die nächste Phase der Nachhaltigkeit ist geprägt durch Geld, Marge und Kapital.“
Ihr Rat an Gründer ist eine Übersetzungsarbeit. Wer mit einem Finanzchef spricht, sagt nicht Recycling, sondern Materialkosten zurückholen, nicht Rücknahme, sondern Kundenbindung, wie bei den Rückkaufprogrammen von IKEA, und nicht Kreislaufwirtschaft, sondern Marge und Widerstandskraft. Aus eigener Erfahrung sprach sie über das Timing: Planetly hat sie nach eigenen Worten 2019 mitten in den Hype hinein gegründet und 2021 in die USA verkauft. „Und Timing ist durchaus ein sehr relevanter Faktor, wenn man Unternehmer und Unternehmerin sein möchte.“ Wie junge Firmen das Thema heute angehen, zeigt unser Überblick zur Nachhaltigkeit in der Gründerszene.

Michael Braungart und Cradle to Cradle: Nutzung verkaufen statt Produkte
Zum Abschluss des Vormittags befragte Günter Faltin den Chemiker Prof. Michael Braungart, Gründer des Hamburger Umweltinstituts EPEA und Miterfinder von Cradle to Cradle. Das Konzept gestaltet Produkte so, dass ihre Stoffe nach dem Gebrauch vollständig in biologische oder technische Kreisläufe zurückgehen. Braungart ging gleich auf die gängigen Ziele los. Wer nur weniger kaputt mache, schütze noch nichts, und Nullziele wie klimaneutral seien von vornherein das falsche Ziel. Sein Vergleich brachte den Saal zum Lachen: „Kommen Sie nach Hause und sagen, ich bin jetzt kinderneutral?“
Sein Kernargument gilt für jedes Produkt. Die Industrie optimiere das Bestehende perfekt, frage aber nicht, ob es das Richtige ist: „Ich muss erst fragen, was ist das Richtige?“ Am Beispiel der Waschmaschine rechnete er vor, was ein anderes Geschäftsmodell bewirkt. Wer eine Maschine verkauft, bekommt sie nie zurück und baut deshalb mit den billigsten Materialien, nach Braungarts Worten mit 85 Kunststoffsorten. Wer stattdessen 3.000 Waschgänge über neun Jahre verkauft und die Maschine danach zurücknimmt, kommt mit 4 Sorten aus, weil er das Material wiederverwendet.

Faltin fasste Braungarts Erfahrung mit großen Unternehmen zusammen und zog daraus den Schluss für den Saal: „Ihr Konzept ist besser, aber es würde die alten Anlagen entwerten, da kommt man nicht vorwärts. Man braucht Gründer.“ Nach Braungarts Angaben gibt es bereits 70.000 Produkte mit Cradle-to-Cradle-Zertifikat, in Berlin betreibt die Cradle to Cradle NGO eine eigene Ausstellung.

Cradle to Cradle auf dem Prüfstand: 5.000 Punkte statt einer Waschmaschine
Nach der Pause blieben Braungart und Faltin auf der Bühne und nahmen Fragen aus dem Saal. Faltin gab die Richtung vor: „Man kann auf die Politik warten, man kann auf die großen Unternehmen warten. Ich würde auf beide nicht warten.“ Für die Produktion empfahl er, vorhandene Fabriken zu nutzen, statt neue zu bauen.
Braungart lieferte dazu einen Plan, den jedes Gründerteam nachbauen kann. Man kauft einem bestehenden Hersteller 300 Waschmaschinen ab und baut einen Zähler ein, der nach seinen Worten höchstens 25 Euro je Gerät kostet. Kunden kaufen keine Maschine, sondern 5.000 Punkte: Ein Waschgang mit 90 Grad kostet drei Punkte, mit 60 Grad zwei, mit 30 Grad einen. Nach höchstens neun Jahren kommt die Maschine zurück, veraltete Teile werden getauscht, und das Gerät geht in die nächste Runde. Dasselbe Prinzip übertrug er auf andere Produkte: „Niemand braucht eine Kaffeemaschine, ich brauche nur 5.000 Tassen Kaffee.“ Beim Fenster heißt das: „Ich verkaufe kein Fenster mehr, sondern 30 Jahre Durchgucken und Wärmedämmung.“
Zum Anfassen ließ Braungart eine Probe biologisch abbaubaren Reifenmaterials durch die Reihen gehen. Am Ende bat er jeden im Saal, sich ein bis drei Dinge vorzunehmen und ihm davon zu berichten, mit einem Satz zum Mitnehmen: „Weil es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

High Tech, High Responsibility: Wenn Technik dem Leben dient
Um 12:34 Uhr übernahm Tatjana Barzi-Vogt das Audimax für ein Panel über Technik mit gesellschaftlichem Nutzen. Mit auf der Bühne stand pib, ein humanoider Roboter aus dem 3D-Drucker. Die Leitfrage stellte die Moderatorin gleich zu Beginn: „Wie kann Technologie echten gesellschaftlichen Mehrwert schaffen?“
Wie radikal einfach ein Produkt sein muss, zeigte Tobias Bily von enna. Ältere Menschen legen eine Karte auf, und ein Videoanruf startet; nehmen sie die Karte herunter, ist der Anruf beendet. Nach seinen Worten nutzen rund 7.000 bis 8.000 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 85 Jahren das System in Deutschland und Österreich. In seinem Markt zählt vor allem eines: „Und Vertrauen ist die Währung, die wir eigentlich haben in unserem Umfeld.“ Regeln und Zertifizierungen sieht er deshalb als Vorteil.
Ähnlich argumentierte Satellitenjournalist Marcus Pfeil von Vertical52: Redaktionen zahlen bei ihm für persönliche Ansprechpartner, obwohl es eine Schnittstelle gibt, und das Team prüft in einer Machbarkeitsstudie einen europäischen Recherchesatelliten. Mira Jago von Cuckoo Coding hat sich das Programmieren selbst beigebracht und mit ihrer Agentur nach eigenen Worten in neun Jahren über 100 Apps entwickelt; sie warb für Firmen, die wie der Mittelstand auf Dauer angelegt sind. Nils Söder von Zahln warb dafür, Technologie in Europa groß werden zu lassen, denn der Binnenmarkt mit 450 Millionen Menschen sei groß genug. TJ Graebe sprach über Roboter und KI in Pflege und Alltag, mit einem klaren Satz: „Es wird einfach bestimmte Jobs nicht mehr geben. Das ist Fakt.“ Der Lernwert für Gründer: Vor dem Bau klären, wem das Produkt Zeit zurückgibt, und Vertrauen als Teil des Produkts behandeln.

NFTE-Preisverleihung: Schülerinnen und Schüler mit eigenen Geschäftsideen
Ab 13:37 Uhr gehörte die Bühne den Jüngsten. Das Netzwerk NFTE, das Entrepreneurship an Schulen bringt, zeichnete beim Bundesevent Schülerteams aus, die am Vormittag an eigenen Ständen mit Besuchern gesprochen hatten. In der Kategorie beste Idee gewann Renti, ein soziales Netzwerk für ältere Menschen. Bei der Marktreife siegte ein Team, dessen Produkt rund um Menstruationsbeschwerden schon verkaufsfertig verpackt war. Den Preis für Social Entrepreneurship bekam Women Safe, eine App, die auf dem Heimweg Vertrauenspersonen informiert. Den Publikumspreis, über den 130 Menschen abstimmten, holte Tracky, ein Hundespielzeug mit GPS-Tracker.
Was die Jury unter Marktreife versteht, taugt auch für Erwachsene: „Marktreife heißt tatsächlich, ein Produkt so weit durchzudenken, dass es in den Markt gebracht werden kann.“ Wer selbst einen Wettbewerb sucht, findet die wichtigsten in unserem Überblick zu Gründerwettbewerben.
Wenn Produkte weiterleben: SHIFT, ToysReloved und CHARLE im Kreislauf
Am Nachmittag zeigten drei Gründer, wie Kreislaufwirtschaft als Geschäft funktioniert. Moderiert wurde die Runde von Isabel Gomez von der Cradle to Cradle NGO. Bennet Görlitz war zwölf Jahre beim Preisvergleich Idealo und baut heute ToysReloved auf, das gebrauchtes Spielzeug von Familien einsammelt, sortiert und weiterverkauft. Nach seinen Worten machen schon über 5.000 Familien mit. Sein Modell folgt dem Komponentenprinzip, das Faltin seit Jahren lehrt: Abholung und Versand übernehmen Partner, verkauft wird über bestehende Marktplätze, selbst macht das Team nur Sortierung, Produktbeschreibung und Preis. Sein Rat an alle, die anfangen: „man muss ja nicht alle Fehler selber machen“.
Mandy Geddert von CHARLE premium haberdashery stellt Bänder und Gummis aus Naturfasern her, die vor allem Modemarken kaufen. Einen Prototyp hat ihr Team nach ihren Worten in eine Wurmkiste gegeben, nach 371 Tagen war das Gummiband zersetzt. Gegen Zweifel im Umfeld half ihr eine einfache Haltung: „Und ich habe mir dann angewöhnt, gar nichts mehr zu erzählen, sondern einfach nur noch zu machen.“
Carsten Waldeck von SHIFT baut modulare Smartphones, inzwischen das achte Modell, und gibt auf alle Produkte eine Rückkaufgarantie. Die Finanzierung kam von den Kunden selbst: „Und ohne Crowdfunding würde es Shift auch nicht geben.“ Seine Technik dürfen andere übernehmen, „wir schützen nichts“, damit sich die Idee schneller verbreitet. Welche Wege es neben Crowdfunding gibt, zeigt unser Ratgeber zur Startup-Finanzierung. Die stärkste Szene lieferte Görlitz mit einer Handzeichen-Probe: Fast alle im Saal haben Ungenutztes zu Hause, nur eine Person wollte es in den nächsten Tagen tatsächlich verkaufen. Genau diese Lücke ist sein Markt.

Proof of Concept 2026: HUB42 gewinnt mit Umsatz und Bestellungen
Um 15:54 Uhr holte die Stiftung die Teams des Proof of Concept auf die Bühne. Seit Samstag hatten die sieben Teams live an die Gäste verkauft: VAYRA, SHOTSU, lino & lou, Schattenkleidung, Lieblingsstücke bewahren, HUB42 und SafeMentor. Um 15:56 Uhr stand der Sieger fest: HUB42, das 72 Meter Regal im Einkaufszentrum Alexa am Alexanderplatz zentimeterweise an Hersteller vermietet. Die Stiftung hatte in diesem Jahr zwei Wertungen ausgeschrieben, den höchsten Umsatz und die meisten Bestellungen, und HUB42 gewann beide.

Laut der eingeblendeten Auswertung kam HUB42 auf rund 60 Bestellungen und mehr als 2.000 Euro Umsatz, die Moderation sprach von „weit über 2000 Euro Umsatz“. In die Wertung flossen dabei nur die eigenen Einnahmen des Teams aus 7 Prozent Provision und Regalmiete, nicht die Verkäufe seiner Hersteller; geholfen haben nach Angaben des Teams einige Bestellungen von Firmenkunden. Beim Umsatz folgte SHOTSU mit seinem Cold-Shot aus Gyokuro-Grüntee, den das HUB42-Team selbst hervorhob, weil er „mit einem einzelnen Produkt so weit oben“ stehe.
Aufschlussreich war die Antwort auf die Frage nach dem wertvollsten Feedback. Jemand hatte dem Team gesagt, HUB42 erkläre die Produkte ja auch, ein Nutzen, der bis dahin weder auf dem Zettel noch auf der Website stand. Genau dafür ist der Markttest da: Kunden benennen den Wert, den das Team selbst übersehen hat. Die Moderation gab allen Teams denselben Auftrag mit: Feedback ernst nehmen, eine Nacht darüber schlafen und dranbleiben. Wie die Teams am Samstag gestartet sind, steht in unserem Bericht vom zweiten Tag.

Ali Mahlodji (whatchado): Mut statt Angst
Den Schlusspunkt setzte Ali Mahlodji. Er kam als Kind aus dem Iran nach Österreich, hatte nach Worten der Moderation mehr als 40 Jobs, bevor er die Berufsorientierungsplattform whatchado gründete, und führt heute die Innovationsagentur futureOne. Seine Keynote „Mut statt Angst, David gegen Goliath“ begann mit einer Nachricht seiner Frau vom selben Tag: Die Tochter verkaufte eigene Sachen, um sich ein Kostüm zu finanzieren, mit einem Satz, den sie von ihm gelernt hatte: „Du hast mir doch beigebracht, jammer nicht immer, sei die Lösung.“
Von dort spannte Mahlodji den Bogen zur Arbeitswelt. Wer seine Rolle mit seiner Person verwechsle, scheitere innerlich; Veränderung heiße, ein anderer Mensch zu werden, wie die Raupe zum Schmetterling. Lernen solle man wie ein Kind, das zehnmal am Tag hinfällt und wieder aufsteht. Zur KI sagte er: „Wenn die technische KI besser wird, muss die menschliche KI wieder kultiviert werden.“ Seine Definition für den Saal: „Ein Entrepreneur ist per Definition ein Mensch, der Wege findet.“ Und zum Schluss: „Angst ist keine Option mehr.“

Zum Abschied dankte die Stiftung Günter Faltin, den Speakern, die alle unentgeltlich aufgetreten waren, und dem eigenen Team: „wir sind nur fünf Menschleins“. Wer 2027 wiederkommen will, konnte schon am Sonntag Tickets zum Sparpreis für den nächsten Summit kaufen, alles Weitere steht auf der Seite des Entrepreneurship Summit. Der letzte Satz von der Bühne war ein Auftrag: „Also startet morgen und legt los.“
Sieben Lehren vom dritten Tag des Entrepreneurship Summit
Was nimmt jemand mit, der nicht im Audimax saß? Aus siebeneinhalb Stunden Livestream sind es diese sieben Punkte:
- Nutzung verkaufen statt Produkte: Wer sein Gerät zurückbekommt, kann das beste Material einsetzen statt das billigste (Michael Braungart).
- Die Sprache des Geldes sprechen: Rücknahme heißt Kundenbindung, Recycling heißt zurückgeholte Materialkosten (Anna Alex).
- Selbst tun, was man selbst kann: KI als Werkzeug nutzen und das eigene Denken behalten (Gerald Hüther).
- Vertrauen ist Teil des Produkts: Bei sensiblen Zielgruppen werden Regeln und persönliche Ansprechpartner zum Vorteil (Tobias Bily, Marcus Pfeil).
- Vorhandenes nutzen: Partner, Marktplätze und bestehende Fabriken einbinden, statt alles selbst zu bauen (Bennet Görlitz, Günter Faltin).
- Kunden benennen den Wert: Im Markttest erfuhr HUB42, dass die Erklärung der Produkte im Laden geschätzt wird (HUB42 im Proof of Concept).
- Anfangen statt warten: „Man braucht Gründer“, sagt Günter Faltin, und Ali Mahlodji ergänzt: „Angst ist keine Option mehr.“
Den Sonntag des Entrepreneurship Summit im Livestream nachschauen
Die Stiftung Entrepreneurship hat den Sonntag im Audimax vollständig auf ihrem YouTube-Kanal übertragen. Mit diesen Sprungmarken landet ihr direkt beim jeweiligen Programmpunkt:
| Uhrzeit im Saal | Programmpunkt | Im Livestream |
|---|---|---|
| 9:17 Uhr | Bewegungsrunde mit Awai Cheung | ab 0:10:00 |
| 9:33 Uhr | Keynote Prof. Gerald Hüther | ab 0:26:00 |
| 10:25 Uhr | Keynote Anna Alex: After the Hype | ab 1:18:00 |
| 10:48 Uhr | Interview mit Prof. Michael Braungart | ab 1:41:00 |
| 11:20 Uhr | Cradle to Cradle auf dem Prüfstand | ab 2:13:00 |
| 12:34 Uhr | Panel: High Tech, High Responsibility | ab 3:26:00 |
| 13:37 Uhr | NFTE-Preisverleihung | ab 4:30:00 |
| 14:34 Uhr | Panel: Wenn Produkte weiterleben | ab 5:26:00 |
| 15:54 Uhr | Ergebnis des Proof of Concept | ab 6:47:00 |
| 16:04 Uhr | Keynote Ali Mahlodji | ab 6:57:00 |
Häufige Fragen zum dritten Tag des Entrepreneurship Summit 2026
Wer hat den Proof of Concept 2026 gewonnen?
Gewonnen hat HUB42, ein Regal im Berliner Einkaufszentrum Alexa, das Hersteller zentimeterweise mieten. Das Team lag in beiden Wertungen vorn, beim Umsatz mit mehr als 2.000 Euro und bei den Bestellungen mit rund 60. Beim Umsatz folgte SHOTSU.
Was hat Gerald Hüther beim Entrepreneurship Summit gesagt?
Gerald Hüther beschrieb Entrepreneurship als den ständigen Versuch, den Möglichkeitsraum des Menschen zu erweitern. KI sei ein Werkzeug ohne eigene Bedürfnisse; gefährlich werde sie, wenn Menschen sich von ihr bequeme Lösungen abnehmen lassen. Sein Rat: sich gegenseitig stärken und selbst tun, was man selbst kann.
Was ist Cradle to Cradle?
Cradle to Cradle ist ein Konzept von Michael Braungart und dem Architekten William McDonough. Produkte werden so gestaltet, dass ihre Stoffe nach dem Gebrauch vollständig in biologische oder technische Kreisläufe zurückgehen. Braungarts Beispiel beim Summit: Wer statt einer Waschmaschine 3.000 Waschgänge verkauft und das Gerät zurücknimmt, kommt mit 4 statt 85 Kunststoffsorten aus.
Wer ist Anna Alex?
Anna Alex ist Seriengründerin. Sie hat 2012 Outfittery mitgegründet, danach das Klimasoftware-Unternehmen Planetly, das 2021 in die USA verkauft wurde, und baut heute Nala Earth auf, das Firmen früh vor Naturrisiken wie Ernteausfällen durch Dürre warnt.
Wer ist Ali Mahlodji?
Ali Mahlodji kam als Kind aus dem Iran nach Österreich, gründete die Berufsorientierungsplattform whatchado und führt heute die Innovationsagentur futureOne. Beim Summit hielt er die Abschlusskeynote „Mut statt Angst, David gegen Goliath“.
Kann man den Entrepreneurship Summit 2026 nachschauen?
Ja. Die Stiftung Entrepreneurship hat Samstag und Sonntag im Audimax als Livestream auf ihrem YouTube-Kanal EntrepreneurshipTV übertragen. Die Sprungmarken in der Tabelle oben führen direkt zu den einzelnen Programmpunkten des Sonntags.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt. Grundlage ist der Livestream der Stiftung Entrepreneurship vom 18. Oktober 2026, den wir vollständig abgeschrieben und ausgewertet haben. Zitate geben den Wortlaut des Livestreams wieder, die Bilder sind Screenshots daraus, die Grafik zur Waschmaschine beruht auf den Angaben von Michael Braungart.



















