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Der Drucker landet als Betriebsausgabe im Jahr des Kaufs, die Werkstattmaschine nicht. Dieser Unterschied überrascht viele im ersten Geschäftsjahr, weil er den Gewinn kräftig verschiebt: Wer eine teure Anschaffung in der Einnahmenüberschussrechnung komplett abzieht, rechnet den Gewinn zu niedrig und bekommt Ärger bei der nächsten Prüfung.
Die Abschreibung ist dabei kein Steuertrick, sondern eine Buchungsregel mit einem einfachen Gedanken dahinter: Die Maschine ist am Ende des ersten Jahres noch etwas wert, also darf auch nur der Wertverlust dieses Jahres den Gewinn drücken. Dieser Text zeigt dir, welche Grenzen gelten, wie du die Jahresbeträge ausrechnest und welche befristete Sonderregel derzeit zusätzlich offensteht.
Was die AfA steuerlich macht
Abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens werden über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Das steht in § 7 Abs. 1 EStG, und es gilt für alles, was länger als ein Wirtschaftsjahr im Betrieb arbeitet: Maschinen, Fahrzeuge, Werkzeuge, Einrichtung, aber auch immaterielle Werte wie Lizenzen. Nicht abgeschrieben wird, was sich verbraucht oder weiterverkauft wird. Material und Waren sind Betriebsausgaben beziehungsweise Wareneinsatz.
Wie lang die Nutzungsdauer ist, schätzt du nicht frei. Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht dafür die amtlichen AfA-Tabellen, in denen für jedes Anlagegut eine Nutzungsdauer ausgewiesen ist. Bindend sind die Tabellen nicht, Finanzämter und Gerichte folgen ihnen aber praktisch immer, weil dahinter jahrzehntelange Erfahrung aus der Betriebsprüfung steckt. Wer stark abweichen will, muss das begründen können.
Die AfA senkt deinen steuerlichen Gewinn, nicht deinen Kontostand. Das Geld ist im Kaufmonat weg, der Abzug kommt in Scheiben. Genau daraus entsteht die typische Lücke im Gründungsjahr: hohe Investitionen, trotzdem ein Gewinn, auf den Steuern anfallen. Wer das früh einplant, wird von der ersten Steuervorauszahlung nicht überrascht.
Quellen: IHK Erfurt zum BMF-Schreiben | BMF, AfA-Tabellen

Bis 800 Euro geht es schneller: Sofortabzug und Sammelposten
Für kleine Anschaffungen wäre eine Abschreibung über Jahre reine Bürokratie. Deshalb gibt es geringwertige Wirtschaftsgüter, kurz GWG. Anschaffungen bis 800 Euro netto darfst du im Jahr des Kaufs in voller Höhe abziehen, statt sie zu verteilen. Alternativ kannst du Güter zwischen 250 Euro und 1.000 Euro in einem Sammelposten bündeln und diesen Pool gleichmäßig über 5 Jahre abschreiben, unabhängig davon, was mit den einzelnen Gegenständen passiert.
Beide Wege sind ein Wahlrecht, das du einheitlich ausüben musst: Entweder du nutzt den Sofortabzug oder den Pool, nicht beides parallel im selben Jahr. In der Praxis fährt die Mehrheit der kleinen Betriebe mit dem Sofortabzug besser, weil er sofort wirkt und weniger Buchungen verursacht. Die Details zu Aufzeichnungspflichten und zur Pool-Lösung gehören in einen eigenen Text, den wir gesondert zu den geringwertigen Wirtschaftsgütern führen.
| Anschaffungskosten netto | Sofort abziehbar | Sammelposten | Was der Regelfall ist |
|---|---|---|---|
| bis 250 Euro | ja, ohne gesondertes Verzeichnis | nein | direkt als Betriebsausgabe |
| über 250 Euro bis 800 Euro | ja, mit Aufzeichnung | ja, Abschreibung über 5 Jahre | Sofortabzug |
| über 800 Euro bis 1.000 Euro | nein | ja, Abschreibung über 5 Jahre | Sammelposten oder normale AfA |
| über 1.000 Euro | nein | nein | AfA über die Nutzungsdauer |
Die 800 Euro sind ein Nettobetrag. Wer vorsteuerabzugsberechtigt ist, rechnet also ohne Umsatzsteuer und kommt damit bei manchem Gerät gerade noch unter die Grenze. Kleinunternehmer müssen den Bruttopreis ansetzen, weil sie keine Vorsteuer ziehen können. Was sonst noch als laufender Aufwand durchgeht, steht in unserem Überblick zu den Betriebsausgaben.
Quellen: BMWE, Existenzgründungsportal | Handelskammer Hamburg
Lineare AfA: gleiche Beträge, monatsgenau im ersten Jahr
Die lineare Abschreibung teilt die Anschaffungskosten gleichmäßig auf die Nutzungsdauer auf. Das ist der Normalfall und für die meisten Anschaffungen der einzige Weg, den das Finanzamt ohne Rückfrage akzeptiert. Die Rechnung dahinter ist Grundschulmathematik: Kosten geteilt durch Jahre.
Eine Feinheit kostet Gründer regelmäßig Geld, wenn sie sie übersehen. Im Jahr der Anschaffung zählt nicht das ganze Jahr, sondern nur die Zeit ab dem Monat, in dem das Wirtschaftsgut geliefert und einsatzbereit ist. Wer im Dezember kauft, bekommt für dieses Jahr also nur ein Zwölftel des Jahresbetrags. Am Ende verschiebt sich die Abschreibung damit um ein Jahr nach hinten, verloren geht nichts.
Maßgeblich ist die Lieferung, nicht die Bestellung und nicht die Bezahlung. Das ist bei Geräten mit langer Lieferzeit wichtig, und es entscheidet manchmal darüber, in welches Wirtschaftsjahr die erste Scheibe fällt.

Rechenbeispiel: eine Maschine, linear und degressiv gerechnet
Beispiel: Du kaufst im Juli eine Maschine für 30.000 Euro netto und schreibst sie linear über 10 Jahre ab. Der Jahresbetrag beträgt damit 3.000 Euro. Weil die Maschine erst im Juli einsatzbereit ist, zählen im Kaufjahr nur 6 Monate, und dein Abzug für dieses Jahr sinkt auf 1.500 Euro.
Angenommen, du entscheidest dich für dieselbe Maschine gegen die lineare und für die degressive AfA mit dem Höchstsatz von 30 Prozent: Dann fallen im ersten vollen Jahr 9.000 Euro an, also das Dreifache. Dafür schrumpft der Abzug in den Folgejahren, weil der Satz immer auf den Restwert wirkt. Unterm Strich bleibt die Summe gleich, sie kommt nur früher. Für einen Betrieb, der gerade investiert und Liquidität braucht, ist das oft genau der richtige Effekt, für einen Betrieb im Anlaufverlust dagegen selten.
Degressive AfA: bis zu 30 Prozent, nur befristet
Die degressive Abschreibung ist zurück, aber mit Ablaufdatum. Der Gesetzgeber hat sie mit dem steuerlichen Investitionssofortprogramm wieder eingeführt und aufgestockt. Sie gilt für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft oder hergestellt werden, mit einem Satz von bis zu 30 Prozent. Mehr als das Dreifache des linearen Satzes ist dabei nicht erlaubt. Den Höchstsatz erreichst du also nur bei einer Nutzungsdauer von zehn Jahren oder kürzer, bei einer langlebigen Maschine entsprechend weniger.
Die Wahl trifft du für jedes Wirtschaftsgut einzeln, und sie lohnt sich vor allem dort, wo früh hohe Gewinne zu versteuern sind. Wichtig für die Planung:
- Gebäude und immaterielle Werte wie Software oder Lizenzen sind ausgenommen, die Regel betrifft bewegliche Sachen.
- Der Satz wirkt jedes Jahr auf den Restwert, die Jahresbeträge sinken also von Anfang an.
- Ein Wechsel zur linearen Abschreibung ist möglich, der umgekehrte Weg nicht.
- Wer Verluste schreibt, gewinnt durch die höhere AfA meist nichts, weil kein Gewinn zu drücken ist.
- Für betriebliche Elektrofahrzeuge, die nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft werden, gibt es zusätzlich eine eigene Abschreibung, die im Jahr der Anschaffung mit 75 Prozent beginnt.
Die Fahrzeugregel ist der größte Hebel in dieser Liste, hat aber eine Kehrseite: Wer den Wagen auch privat fährt, muss den privaten Anteil versteuern. Wie das läuft, steht in unserem Text zum Firmenwagen.
Quellen: BMF-Monatsbericht zum Investitionssofortprogramm | BMWE, Existenzgründungsportal
Computer und Software: die kurze Nutzungsdauer des BMF
Für Computerhardware und für Betriebs- und Anwendersoftware gilt eine Erleichterung, die in der Praxis fast jeden Selbstständigen betrifft. Mit Schreiben vom 22. Februar 2022 hat das Bundesfinanzministerium die Grundsätze dazu überarbeitet: Anstelle der Werte aus den AfA-Tabellen darf für diese Güter eine Nutzungsdauer von einem Jahr zugrunde gelegt werden.
Das ist ausdrücklich keine Sofortabschreibung und keine neue Abschreibungsmethode. Die Geräte unterliegen weiter § 7 Abs. 1 EStG, gehören ins Bestandsverzeichnis, und die Abschreibung beginnt mit der Anschaffung. Es wird aber nicht beanstandet, wenn du den Betrag im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abziehst. Praktisch heißt das: Der neue Rechner senkt den Gewinn des Kaufjahres, obwohl sein Preis weit über der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter liegt.
Abweichen darfst du von dieser Annahme, sie ist ein Angebot und keine Pflicht. Wer ein Gerät erkennbar länger nutzt, kann auch die längere Nutzungsdauer ansetzen.
Quellen: IHK Erfurt, BMF-Schreiben zur Nutzungsdauer | Handelskammer Hamburg, Abschreibung
Häufige Fragen zur AfA
Was bedeutet AfA genau?
AfA steht für Absetzung für Abnutzung. Der Begriff bezeichnet den Teil der Anschaffungskosten, den du in einem Jahr steuerlich abziehen darfst, weil das Wirtschaftsgut in diesem Jahr an Wert verliert.
Ab welchem Betrag muss ich abschreiben?
Über 1.000 Euro netto führt kein Weg an der Abschreibung über die Nutzungsdauer vorbei. Darunter greifen die Regeln für geringwertige Wirtschaftsgüter mit Sofortabzug oder Sammelposten.
Wie schreibe ich einen Laptop ab?
Nach dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums darf für Computerhardware eine Nutzungsdauer von einem Jahr angesetzt werden. Damit senkt die Anschaffung in der Regel schon den Gewinn des Kaufjahres.
Was passiert, wenn ich das Gerät vorher verkaufe?
Dann buchst du den Restbuchwert aus und setzt den Verkaufspreis als Betriebseinnahme an. Ist der Preis höher als der Restwert, entsteht ein Gewinn, der zu versteuern ist. Für Kleingewerbetreibende gilt das genauso wie für größere Betriebe.
Fazit
Die AfA ist kein Nebenschauplatz der Buchhaltung, sondern der Posten, der im Investitionsjahr den steuerlichen Gewinn am stärksten formt. Drei Fragen reichen für die Praxis: Liegt die Anschaffung über 1.000 Euro netto, welche Nutzungsdauer weist die AfA-Tabelle aus, und lohnt sich für dieses Gut der befristete degressive Satz? Bei größeren Anschaffungen und bei der Frage, welche Variante zu deiner Gewinnplanung passt, lohnt sich der Blick mit einer Steuerberatung oder der zuständigen Kammer, denn die Wahl bindet dich für die ganze Nutzungsdauer.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Die Bilder wurden mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt.



















