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Wer einen Laden eröffnet, einen Lieferdienst startet oder eine Praxis gründet, muss zuerst in der eigenen Nachbarschaft bekannt werden. Eine Postwurfsendung bringt Flyer und Prospekte genau dorthin: in die Briefkästen der Haushalte rund um euren Standort, ohne dass ihr dafür eine einzige Adresse besitzen müsst. Welche weiteren Wege es gibt, als junges Unternehmen sichtbar zu werden, zeigt unser Beitrag Als Start-up bekannt(er) werden.
Dieser Ratgeber zeigt, was eine Postwurfsendung 2026 kostet, worin sich Postaktuell und Postwurfspezial unterscheiden, wie der Ablauf von der Gebietsauswahl bis zur Zustellung aussieht und was bei Briefkästen mit „Keine Werbung“ gilt. Alle Preise stammen aus den Preistabellen der Deutschen Post, abgerufen am 13.09.2026.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine Postwurfsendung?
- Was kostet eine Postwurfsendung 2026?
- Rechenbeispiel für einen lokalen Launch
- Postaktuell oder Postwurfspezial: der Unterschied
- Ablauf in sieben Schritten
- Zielgebiet auswählen
- Briefkästen mit „Keine Werbung“
- Flyer verteilen ohne Genehmigung?
- Checkliste vor dem Druck
- Häufige Fragen
Was ist eine Postwurfsendung?
Eine Postwurfsendung ist eine Werbesendung ohne Empfängernamen. Sie geht nicht an eine bestimmte Person, sondern an die Haushalte eines Gebiets, das ihr vorher festlegt. Die Deutsche Post bietet dafür zwei Produkte an:
- POSTAKTUELL ist die klassische Postwurfsendung ohne jede Anschrift. Ihr wählt ein Gebiet nach Postleitzahl, Ortsteil oder Zustellbezirk, und die Sendung geht entweder an alle Haushalte dort oder nur an die Haushalte, die am Zustelltag ohnehin Post bekommen.
- POSTWURFSPEZIAL ist teiladressiert. Statt eines Namens trägt die Sendung einen einheitlichen Ansprachetext wie „An die Bewohner des Hauses“, dazu Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort. Ausgewählt wird kein ganzes Gebiet, sondern Gebäude, die zu einer Zielgruppe passen.
Wer bereits eigene Kundenadressen hat, verschickt stattdessen adressierte Werbebriefe. Die Postwurfsendung ist das Werkzeug für den Moment, in dem ihr noch keine Kontakte habt: zur Eröffnung, für einen neuen Standort oder für eine Aktion im Umkreis.

Bild: Johanna Mühlbauer / Fotolia.com, Bild Nr. 42973281
Stärken und Schwächen im Überblick
Was für die Postwurfsendung spricht:
- Kein Adressbestand nötig. Ihr erreicht Haushalte, die euch noch nicht kennen, und müsst dafür keine Adressen kaufen oder sammeln.
- Kleine Budgets sind möglich. Bei POSTAKTUELL gibt es statt einer Mindestmenge einen Mindestauftragswert von 300,00 € netto je Auftrag.
- Lokal steuerbar. Die Verteilung lässt sich bis auf einzelne Zustellbezirke eingrenzen, also auf die Straßen rund um euren Standort.
- Überschaubare Vorlaufzeit. Die Deutsche Post verlangt eine Vorankündigung sieben Tage vor der Übergabe der Sendungen. Eine Aktion lässt sich also innerhalb weniger Wochen umsetzen.
- Platz für Information. Ein Flyer kann Angebot, Öffnungszeiten, Anfahrt und einen Gutschein zugleich tragen.
Was dagegen spricht:
- Streuverluste. Bei POSTAKTUELL an alle Haushalte bekommt jeder Haushalt im Gebiet die Sendung, auch wer nie euer Kunde wird. Ist die Zielgruppe eng, ist ein teiladressiertes oder adressiertes Mailing oft die bessere Wahl.
- Nicht jeder Briefkasten ist erreichbar. Haushalte mit „Keine Werbung“ am Briefkasten werden nicht beliefert.
- Porto ist nur ein Teil der Kosten. Gestaltung und Druck kommen dazu.
- Ohne Rücklaufelement keine Erfolgsmessung. Wer keinen Code, keine eigene Zielseite und keine Aktionsnummer einbaut, weiß hinterher nicht, was die Aktion gebracht hat.
Was kostet eine Postwurfsendung 2026?
Bei POSTAKTUELL rechnet die Deutsche Post je 1.000 Sendungen ab. Der Preis hängt von drei Dingen ab: ob alle Haushalte oder nur Haushalte mit Tagespost beliefert werden, ob euer Gebiet als Kern- oder Randgebiet gilt, und wie schwer die Sendung ist. Die Tabelle zeigt die beiden leichtesten Gewichtsstufen.
| POSTAKTUELL, je 1.000 Sendungen, netto | bis 20 g | 21 bis 30 g |
|---|---|---|
| an Haushalte mit Tagespost, Kerngebiet |
76,00 € | 100,00 € |
| an Haushalte mit Tagespost, Randgebiet |
100,00 € | 126,00 € |
| an alle Haushalte, Kerngebiet | 129,00 € | 156,00 € |
| an alle Haushalte, Randgebiet | 170,00 € | 192,00 € |
Quelle: Deutsche Post, Preistabelle POSTAKTUELL, abgerufen am 13.09.2026. Alle Preise zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer. Schwerere Sendungen bis 250 g stehen in derselben Tabelle, ab 251 g gibt es Preise auf Anfrage.
Dazu kommen drei Posten, die in vielen Kalkulationen fehlen:
- Saisonzuschlag: vom 01.09. bis 31.12. plus 5,00 € je 1.000 Sendungen. Wer im Herbst oder vor Weihnachten verteilt, zahlt ihn immer.
- Zustellbezirksselektion: plus 10,00 € je 1.000 Sendungen, wenn ihr einzelne Zustellbezirke statt ganzer Postleitzahlgebiete auswählt.
- Mindestauftragswert: 300,00 € je Auftrag. Liegt eure Auswahl darunter, könnt ihr trotzdem einliefern, zahlt aber die Differenz bis 300,00 € auf.
Zuschläge werden laut Preistabelle nicht rabattiert und sind auch für aufgezahlte Sendungen zu entrichten. Tagespost heißt: Die Sendung geht nur an Haushalte, die am Zustelltag auch sonstige Post erhalten. Das ist deutlich günstiger, erreicht aber nicht jeden Haushalt im Gebiet. Kerngebiete sind nach Definition der Deutschen Post Postleitzahlbereiche mit hohem bewerbbarem Potenzial, Randgebiete alle übrigen.
Was der Mindestauftragswert praktisch bedeutet: Bei 129,00 € je 1.000 Sendungen erreicht ein Auftrag die 300,00 € ohne Zuschläge erst ab gut 2.300 Sendungen, bei 76,00 € ab knapp 4.000. Zählen Saisonzuschlag und Zustellbezirksselektion mit, worauf das Wort „Gesamtbetrag“ in der Preistabelle hindeutet, reichen knapp 2.100 und knapp 3.300 Sendungen. Verbindlich ist die Abrechnung bei der Buchung, mehr dazu im Rechenbeispiel unten. Eine kleinere Testaktion kostet je Sendung also mehr, als die Tabelle vermuten lässt.
Preise für Postwurfspezial
Bei POSTWURFSPEZIAL rechnet die Deutsche Post je Sendung ab:
| POSTWURFSPEZIAL, je Sendung, netto | Preis |
|---|---|
| Karte | 0,17 € |
| Standard bis 20 g | 0,18 € |
| Standard 21 bis 50 g | 0,20 € |
| Groß bis 50 g | 0,28 € |
| Groß 51 bis 100 g | 0,35 € |
Quelle: Deutsche Post, Preistabelle POSTWURFSPEZIAL, abgerufen am 13.09.2026. Alle Preise zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer. Schwerere Großsendungen kosten bis zu 0,73 € (501 bis 1.000 g).
Die Mindestmenge liegt bei 20.000 Sendungen bundesweit. Kleinere Aufträge ab 5.000 Sendungen laufen als POSTWURFSPEZIAL EASY mit einem Zuschlag von 0,05 € je Sendung, je Leitregion sind mindestens 200 Sendungen nötig. Vom 01.09. bis 31.12. kommt ein Saisonzuschlag von 0,01 € je Sendung dazu. Ist die Sendung nicht automationsfähig, berechnet die Deutsche Post weitere 0,05 € je Sendung, und für bestellte Teilanschriften, die ihr nicht einliefert, 0,02 € je Anschrift. Die Basismerkmale der Zielgruppenauswahl sind im Preis enthalten, weitere Merkmale kosten extra.
Auf 1.000 Sendungen umgerechnet kostet POSTWURFSPEZIAL im Standardformat bis 20 g also 180,00 €, mit EASY-Zuschlag 230,00 €. Das ist mehr als POSTAKTUELL an alle Haushalte im Kerngebiet. Der Aufpreis lohnt sich nur, wenn die Auswahl nach Gebäuden spürbar weniger Streuverlust bringt.
Gestaltung und Druck sind in keinem dieser Preise enthalten. Die Deutsche Post bietet POSTAKTUELL auch als Online-Service mit Druck an; wer eine eigene Druckerei beauftragt, bereitet die Sendungen selbst für die Einlieferung vor.
Rechenbeispiel: Postwurfsendung für einen lokalen Launch
Angenommen, ihr eröffnet im Oktober 2026 ein Café und wollt die Haushalte in den umliegenden Straßen mit einem Eröffnungsgutschein erreichen. Das Gebiet besteht aus Zustellbezirken mit zusammen 6.000 Haushalten im Kerngebiet. Der Flyer ist ein Blatt DIN A5 auf 135-Gramm-Papier. Weil ein DIN-A5-Blatt ein Zweiunddreißigstel Quadratmeter misst, wiegt er gut 4 g und bleibt sicher in der Stufe bis 20 g. Die Verteilung fällt in den Oktober, also gilt der Saisonzuschlag.
| POSTAKTUELL an alle Haushalte, netto |
Launch: 6.000 Sendungen |
Testlauf: 2.000 Sendungen |
|---|---|---|
| Grundpreis bis 20 g, Kerngebiet (129,00 € je 1.000) |
774,00 € | 258,00 € |
| Saisonzuschlag (5,00 € je 1.000) |
30,00 € | 10,00 € |
| Zustellbezirksselektion (10,00 € je 1.000) |
60,00 € | 20,00 € |
| Aufzahlung auf den Mindestauftragswert |
entfällt | 12,00 € bis rund 47 € (je nach Abrechnung) |
| Porto netto | 864,00 € | 300,00 € bis rund 335 € |
| Porto je Haushalt | 14,4 Cent | 15,0 bis rund 16,7 Cent |
Beim Testlauf bleibt der Auftrag mit 288,00 € (258,00 € Grundpreis und 30,00 € Zuschläge) unter dem Mindestauftragswert von 300,00 €, ihr zahlt also auf. Wie viel, legt die Preistabelle nicht eindeutig fest: Sie misst den Mindestauftragswert am Gesamtbetrag des Auftrags und sagt zugleich, dass Zuschläge „auch für aufgezahlte Sendungen zu entrichten“ sind. Zählen die Zuschläge zum Gesamtbetrag, fehlen 12,00 €, und das Porto liegt bei 300,00 €. Rechnet die Deutsche Post die Aufzahlung über den Grundpreis, also auf gut 2.300 Sendungen, und setzt die Zuschläge auch auf diese Menge an, sind es rund 335 €. Plant mit dem höheren Wert und lasst euch die Abrechnung bei der Buchung bestätigen. Zum Vergleich: An Haushalte mit Tagespost kostet dieselbe Stufe 76,00 € statt 129,00 € je 1.000 Sendungen. Kosten und Empfängerzahl für euer Gebiet zeigt der Online-Service der Deutschen Post schon bei der Auswahl an.
Rechnet sich das? Das entscheidet nicht der Preis je Flyer, sondern was ein neuer Kunde einbringt. Angenommen, ein Stammgast bringt dem Café im ersten Jahr 40,00 € Deckungsbeitrag. Dann müssen 864,00 € geteilt durch 40,00 €, also rund 22 Haushalte, zu Stammgästen werden, damit sich das Porto trägt. Das sind knapp 0,4 Prozent der 6.000 Haushalte, Gestaltung und Druck noch nicht eingerechnet. Die 40 Euro sind eine Annahme für dieses Beispiel und keine Branchenzahl. Wie ihr euren eigenen Deckungsbeitrag sauber ermittelt, steht in unserem Beitrag Preise festlegen in der Selbstständigkeit.
Postaktuell oder Postwurfspezial: Worin liegt der Unterschied?
Beide Produkte kommen ohne eigene Adressen aus. Der Unterschied liegt darin, wen ihr auswählt: bei POSTAKTUELL ein Gebiet, bei POSTWURFSPEZIAL Gebäude mit bestimmten Merkmalen.
| POSTAKTUELL | POSTWURFSPEZIAL | |
|---|---|---|
| Beschriftung | keine Anschrift, nur „An alle Haushalte“ oder „An Haushalte mit Tagespost“ |
Ansprachetext mit Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort |
| Auswahl | Postleitzahl, Ortsteil oder Zustellbezirk |
Zielgruppe auf Gebäudeebene, etwa nach Gebäudetyp, Kaufkraft oder Alter |
| Abrechnung | je 1.000 Sendungen, ab 76,00 € netto |
je Sendung, ab 0,17 € netto |
| Mindestgröße | Mindestauftragswert 300,00 € je Auftrag |
20.000 Sendungen, als EASY ab 5.000 mit Zuschlag |
| Saisonzuschlag 01.09. bis 31.12. |
5,00 € je 1.000 Sendungen | 0,01 € je Sendung |
| Maße | Länge 140 bis 353 mm, Breite 90 bis 250 mm, Höhe bis 30 mm |
Karte und Standard 150 bis 235 × 90 bis 125 mm, Groß wie POSTAKTUELL |
| Briefkästen mit „Keine Werbung“ |
werden nicht beliefert | werden nicht beliefert und sind aus der Zählung bereits herausgerechnet |
| Zustellung | in der Regel innerhalb von vier Werktagen nach Einlieferung |
in der Regel innerhalb von vier Werktagen, dienstags bis samstags |
| Passt für | Eröffnung, Laden, Gastronomie oder Handwerk mit Kundschaft im Umkreis |
Angebote für eine klar beschreibbare Zielgruppe, verstreut über eine Region |
Quelle: Deutsche Post, Produktseiten POSTAKTUELL und POSTWURFSPEZIAL, abgerufen am 13.09.2026.
Faustregel: Wohnt eure Kundschaft in einem zusammenhängenden Gebiet rund um den Standort, ist POSTAKTUELL die einfachere und meist günstigere Wahl. Verteilt sie sich über eine Region und lässt sich über Wohnform oder Kaufkraft beschreiben, etwa Eigentümer freistehender Einfamilienhäuser für einen Gartenservice, spielt POSTWURFSPEZIAL seine Stärke aus. Für einen ersten Test ist es wegen der Mindestmenge von 5.000 Sendungen allerdings das größere Paket.
Zur Treffsicherheit sagt die Deutsche Post selbst, dass sie bei POSTWURFSPEZIAL keine personenbezogenen Daten liefert. Die kleinste Einheit ist eine Mikrozelle mit durchschnittlich 6,6 Haushalten, die Zielgruppe ist deshalb nur annähernd genau. POSTWURFSPEZIAL-Sendungen müssen außerdem automationsfähig sein; das Layout lässt sich vorab bei der Deutschen Post prüfen.
Ablauf: In sieben Schritten zur Postwurfsendung
- Ziel festlegen. Was soll die Aktion auslösen: einen Besuch zur Eröffnung, eine Probestunde, eine Anfrage? Ein konkretes Angebot mit Frist wirkt stärker als reine Bekanntheit.
- Gebiet oder Zielgruppe auswählen. Im Online-Service der Deutschen Post wählt ihr das Gebiet aus und seht Kosten und Empfängerzahl, bevor ihr bucht. Mehr dazu im Abschnitt Zielgebiet auswählen.
- Format und Gewicht festlegen. Für POSTAKTUELL gelten 140 bis 353 mm Länge, 90 bis 250 mm Breite und bis 30 mm Höhe. Bleibt die Sendung bis 20 g, gilt der günstigste Preis.
- Flyer gestalten. Absender, Kontaktweg, Angebot und ein zählbares Rücklaufelement gehören auf jede Sendung. Bei POSTAKTUELL steht auf der größten Außenseite die gewählte Variante, also „An alle Haushalte“ oder „An Haushalte mit Tagespost“.
- Drucken oder drucken lassen. Entweder über den Online-Service der Deutschen Post mit Druck und Versand oder über eine eigene Druckerei.
- Vorankündigen. Sieben Tage vor der Übergabe ist eine digitale Vorankündigung im elektronischen Auftragsmanagement der Deutschen Post nötig. War sie noch nicht endgültig, folgt die vollständige Ankündigung spätestens zwei Tage vor der Einlieferung. Beim Online-Service und beim Full-Service ist die Vorankündigung enthalten.
- Einliefern und bezahlen. POSTAKTUELL wird in Bunden oder Kartons eingeliefert, kreuzweise mit Kunststoffband umschnürt, nach Zustellbezirken zusammengestellt und mit höchstens 10 kg je Gebinde. Bezahlt wird bei der Einlieferung bar oder mit Karte, per Lastschrift oder mit der kostenlosen POSTCARD, nicht per Überweisung.
Die Zustellung erfolgt in der Regel innerhalb von vier Werktagen nach der Einlieferung. Das ist ein Qualitätsziel der Deutschen Post und keine Zusage. Rechnet deshalb vom Wunschtermin rückwärts: Zwischen Vorankündigung und Zustellung liegen rund zwei Wochen, und Gestaltung und Druck müssen so früh fertig sein, dass die Sendungen zum angekündigten Termin bereitliegen. Bei POSTWURFSPEZIAL gilt ab 5.000 Sendungen ebenfalls eine Vorankündigung sieben Kalendertage vorher, verbindlich und vollständig spätestens 48 Stunden vor der Einlieferung.
Zielgebiet auswählen: Postleitzahl, Ortsteil oder Zustellbezirk
POSTAKTUELL kennt drei Detailgrade:
- Postleitzahl: flächendeckend über ganze Postleitzahlgebiete. Das ist einfach, aber grob, wenn euer Standort am Rand eines Gebiets liegt.
- Ortsteil: einzelne Ortsteile innerhalb eures Verteilgebiets.
- Zustellbezirk: punktgenau nach den Bezirken der Zustellerinnen und Zusteller. Das kostet 10,00 € je 1.000 Sendungen extra, spart aber Sendungen, die außerhalb eures Einzugsgebiets landen würden.
Wer feiner steuern will, kann Zustellbezirke über die Profi-Selektion der Deutschen Post zusätzlich nach Merkmalen aus der Datenbank microdialog auswählen, etwa nach soziodemografischen oder Konsumdaten.
Drei Tipps aus der Praxis:
- Einzugsgebiet ehrlich schätzen. Zieht den Kreis nur so groß, wie eure Kundschaft tatsächlich fährt oder läuft. Für ein Café ist das ein anderer Radius als für einen Handwerksbetrieb.
- Kern- und Randgebiet vergleichen. In der Stufe bis 20 g kostet ein Randgebiet 24,00 € (Tagespost) beziehungsweise 41,00 € (alle Haushalte) je 1.000 Sendungen mehr als ein Kerngebiet. Bei zwei ähnlich passenden Gebieten seht ihr den Unterschied direkt in der Kalkulation.
- Erst testen, dann ausrollen. Teilt das Gebiet in zwei Hälften und druckt für jede Hälfte einen eigenen Gutscheincode. So seht ihr, welche Straßen reagieren, bevor ihr die nächste Welle bucht.
Briefkasten mit „Keine Werbung“: Wer bekommt die Sendung nicht?
Die Deutsche Post stellt POSTAKTUELL nicht zu, wenn am Hausbriefkasten ein Hinweis wie „Keine Wurfsendungen“ oder „Keine Werbung“ angebracht ist. Bei POSTWURFSPEZIAL schließen Haushalte mit dem Aufkleber „Bitte keine Werbung“ den Empfang ebenfalls aus; die Deutsche Post zieht diese Briefkästen schon bei der Zählung der bewerbbaren Haushalte ab.
Für eure Planung heißt das: Die Zahl der Haushalte in einem Gebiet ist nicht die Zahl der Briefkästen, die eure Werbung erreicht. Legt die Druckauflage deshalb nicht nach Einwohnerzahlen aus der Gemeindestatistik fest, sondern nach der Empfängerzahl, die euch die Planung der Deutschen Post für euer Gebiet anzeigt.
Wer Flyer selbst oder mit einem eigenen Verteilerteam in Briefkästen steckt, sollte Briefkästen mit solchen Aufklebern ebenfalls auslassen. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb nennt als Beispiel für eine unzumutbare Belästigung ausdrücklich Werbung, „obwohl erkennbar ist, dass der angesprochene Marktteilnehmer diese Werbung nicht wünscht“ (§ 7 Abs. 1 UWG). Und ganz praktisch verärgert ein Flyer trotz Aufkleber genau die Nachbarn, die ihr als Kunden gewinnen wollt.
Darf man Flyer ohne Genehmigung verteilen?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, weil es darauf ankommt, wo ihr verteilt. Dieser Abschnitt gibt eine erste Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.
- Über die Deutsche Post: Bei POSTAKTUELL und POSTWURFSPEZIAL übernimmt die Deutsche Post die Zustellung. Ihr kümmert euch um Inhalt, Gebiet, Druck, Vorankündigung und Einlieferung.
- Auf Straßen, Gehwegen und Plätzen: Wer eine öffentliche Straße über den Gemeingebrauch hinaus nutzt, betreibt eine Sondernutzung, und die braucht eine Erlaubnis. Für Bundesstraßen steht das in § 8 des Bundesfernstraßengesetzes, für die übrigen Straßen in den Straßengesetzen der Länder und in kommunalen Satzungen. Ob das Verteilen von Flyern in eurer Stadt eine solche Erlaubnis braucht, was sie kostet und welche Auflagen gelten, sagt euch die zuständige Stelle eurer Gemeinde, etwa das Ordnungsamt.
- Auf Flächen, die einem Unternehmen gehören: Auf dem Parkplatz eines Supermarkts oder in einem Einkaufszentrum fragt ihr vorher den Betreiber.
- In Briefkästen: Aufkleber wie „Keine Werbung“ solltet ihr auch bei eigener Verteilung beachten, siehe oben.
Plant ihr eine Aktion im öffentlichen Raum, klärt sie vorher mit eurer Kommune, am besten schriftlich und mit Datum, Ort und Umfang der Verteilung.
Checkliste vor dem Druck
- Ist das Angebot für die Haushalte im Gebiet wirklich interessant, und hat es eine Frist?
- Stehen Name, Anschrift und mindestens ein Kontaktweg eures Unternehmens gut sichtbar auf dem Flyer?
- Gibt es ein Rücklaufelement, das ihr zählen könnt, etwa einen Gutscheincode, einen QR-Code auf eine eigene Zielseite oder eine Aktionsnummer?
- Passt das Format in die Maße, und bleibt die Sendung bis 20 g?
- Steht bei POSTAKTUELL die Beschriftung „An alle Haushalte“ oder „An Haushalte mit Tagespost“ auf der größten Außenseite?
- Passt der Flyer zu Logo, Website und Ladenschild? Für viele Nachbarn ist er der erste Kontakt mit eurer Marke. Warum das zählt, erklärt unser Beitrag Warum Corporate Identity und Corporate Design wichtig für Gründer ist.
- Sind Kern- oder Randgebiet und der Saisonzuschlag vom 01.09. bis 31.12. in der Kalkulation berücksichtigt?
- Ist der Termin rückwärts gerechnet, mit der Vorankündigung sieben Tage vor der Übergabe?
Häufige Fragen zur Postwurfsendung
Wie lange dauert die Zustellung einer Postwurfsendung?
Die Deutsche Post stellt POSTAKTUELL und POSTWURFSPEZIAL in der Regel innerhalb von vier Werktagen nach dem Einlieferungstag zu. Das ist ein Qualitätsziel und keine Laufzeitzusage. Für eine Aktion mit festem Datum solltet ihr deshalb Puffer einplanen.
Gibt es bei Postaktuell eine Mindestmenge?
Die Preistabelle nennt statt einer Mindestmenge einen Mindestauftragswert von 300,00 € netto je Auftrag. Liegt eure Auswahl darunter, zahlt ihr die Differenz auf. Bei POSTWURFSPEZIAL gilt dagegen eine Mindestmenge von 5.000 Sendungen, unter 20.000 Sendungen mit einem Zuschlag von 0,05 € je Sendung.
Was bedeutet „an Haushalte mit Tagespost“?
Die Sendung geht nur an Haushalte, die am Zustelltag auch andere Post bekommen. Deshalb ist diese Variante mit 76,00 € je 1.000 Sendungen bis 20 g im Kerngebiet deutlich günstiger als die Zustellung an alle Haushalte für 129,00 €, erreicht aber nicht jeden Haushalt im Gebiet.
Lohnt sich eine Postwurfsendung für Startups?
Vor allem dann, wenn eure Kundschaft in der Nähe wohnt: bei einer Eröffnung, einem Lieferdienst, einer Praxis oder einem Handwerksbetrieb. Für ein Onlineprodukt ohne regionalen Bezug fällt der größte Vorteil weg, nämlich die Auswahl nach Gebiet. Rechnet vorher aus, wie viele Neukunden die Aktion bringen muss, so wie im Rechenbeispiel oben.
Fazit: Kleines Gebiet, klares Angebot, zählbarer Rücklauf
Die Postwurfsendung ist für Gründer vor allem dann sinnvoll, wenn das Geschäft lokal ist und die Nachbarschaft euch noch nicht kennt. Mit POSTAKTUELL ab 76,00 € je 1.000 Sendungen und einem Mindestauftragswert von 300,00 € ist der Einstieg auch mit kleinem Budget machbar. Entscheidend sind drei Dinge: ein Gebiet, das zu eurem Einzugsgebiet passt, ein Angebot mit Frist und ein Code, an dem ihr den Erfolg ablesen könnt. Weitere Wege zu den ersten Kunden beschreibt unser Beitrag zur Kundenakquise.
Quellen: Deutsche Post, Produktseite POSTAKTUELL mit Preistabelle und Produktseite POSTWURFSPEZIAL mit Preistabelle; Gesetzestexte § 7 UWG und § 8 FStrG auf gesetze-im-internet.de; alle abgerufen am 13.09.2026. Preise können sich ändern, maßgeblich ist die Preisliste der Deutschen Post zum Zeitpunkt eurer Buchung.
Zur Entstehung: Die erste Fassung dieses Beitrags erschien im August 2014 als Gastbeitrag der prospega GmbH. Am 13.09.2026 hat die Redaktion den Text überarbeitet und in die eigene Verantwortung übernommen. Veraltete Angaben und Verweise sind entfallen; Preise, Produktvarianten, Ablauf, Rechenbeispiel und die Abschnitte zu Werbeverweigerern und zur Verteilung im öffentlichen Raum sind neu. Die Überarbeitung entstand unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz, alle Preise und Angaben wurden gegen die genannten Primärquellen abgeglichen.
Bildnachweis: Beitragsbild mapoli-photo / Fotolia.com, Bild Nr. 13156338. Briefkasten: Johanna Mühlbauer / Fotolia.com, Bild Nr. 42973281.




















