Inhalt dieses Artikels

Zwei Gründer aus Münster und Kerpen wollen am Montag, 28. September 2026, ab 20:15 Uhr bei VOX Geld für ein Reiseportal einsammeln, das seinen Kunden absichtlich verschweigt, wohin die Reise geht. Jannis Jäger und Kevin Kiesewetter stellen in Folge 4 der 20. Staffel von „Die Höhle der Löwen“ ihr Kölner Startup blookery vor. Bei RTL+ läuft die Folge bereits seit dem 21. September.

Update vom 28. September 2026, 22:10 Uhr: blookery hat in der Sendung einen Deal vereinbart. Jannis Jäger und Kevin Kiesewetter bekommen 500.000 Euro von Johannes Kliesch und geben dafür 40 Prozent ab. Gefordert hatten sie 500.000 Euro für zwölf Prozent, es ist der größte Deal des Abends. Alle Ergebnisse stehen in unserem Folgenbeitrag zur Folge 4, die Verhandlungen im Einzelnen in den Deal-Highlights der Folge 4.

Was ist blookery?

blookery vermittelt Kurzreisen mit geheimem Ziel. Wer bucht, nennt seinen Abflughafen, den Zeitraum, die Zahl der Mitreisenden und ein paar Vorlieben. Welche Stadt es am Ende wird, erfährt er erst kurz vor der Abreise. Im Reisegeschäft heißt dieses Prinzip Blind Booking.

Zwei Varianten stehen zur Wahl: Flug und Hotel im Paket oder nur das Hotel mit eigener Anreise. Nach Angaben des Unternehmens sind mehr als 180 Reiseziele in Europa im Programm, geflogen wird ausschließlich direkt. Städte, die man schon kennt oder bewusst meiden will, lassen sich vorab kostenfrei ausschließen.

Produktansicht von blookery: Nach dem Countdown erscheint das Reiseziel, hier Willkommen in Madrid
So löst blookery das Ziel auf: Nach dem Countdown erscheint die Stadt. Produktansicht: blookery

Wer steckt hinter blookery?

Träger des Angebots ist die blookery GmbH mit Anschrift an der Hauptstraße 44 in Monheim am Rhein. Gesellschaftssitz ist laut Impressum Köln, eingetragen beim Amtsgericht Köln unter HRB 92862. Als Geschäftsführer sind Jannis Jäger und Kevin Kiesewetter eingetragen, die das Unternehmen auch gegründet haben.

Die Idee entstand aus einem Selbstversuch. Kiesewetter organisierte für vier Freunde eine Reise, deren Ziel nur er selbst kannte. Die anderen erfuhren es erst am Flughafen-Gate. Gegründet wurde das Unternehmen im Juni 2016 in Köln und durchlief kurz darauf den Accelerator von STARTPLATZ. Kiesewetter war damals 26 Jahre alt und ist nach einem Bericht des Nordkurier vom Mai 2026 inzwischen 36. Die eigene Pressemitteilung zum Fernsehauftritt nennt Münster und Kerpen als Herkunftsorte der beiden.

Wie funktioniert Blind Booking bei blookery?

Der Ablauf hat drei Stufen. Zuerst gibt man seine Wünsche an, darunter bis zu drei Abflughäfen, den Reisezeitraum und die Städte, die nicht infrage kommen. Dann folgt ein unverbindliches Angebot, bei Flug und Hotel per Mail, beim Hotel mit eigener Anreise direkt online samt Preis. Gebucht wird, ohne das Ziel zu kennen.

Wann die Stadt verraten wird, bestimmt der Reisende in Teilen selbst. Beim Paket aus Flug und Hotel kann er sich direkt nach der Buchung auflösen lassen, sieben Tage vor Abflug oder noch später. Beim Hotel mit eigener Anreise steht das Ziel drei Tage vor Reisebeginn fest. Im Preis enthalten ist ein Handgepäckstück je Person, zusätzliches Gepäck bucht man nach der Auflösung bei der Airline dazu. Die Hotels wählt der Anbieter nach eigener Darstellung in den Kategorien drei und vier Sterne und mit einer Gästebewertung von mindestens 8 von 10 Punkten aus. Eine Reise dauert zwischen zwei und sechs Tagen.

Hand hält eine Karte mit der Aufschrift Einfach mal raus vor ein Flugzeugfenster über den Wolken
„Einfach mal raus“: Bei blookery steht das Ziel erst kurz vor der Reise fest. Foto: blookery

Was kostet eine Blind-Booking-Reise, und wo kann man sie buchen?

Einen Festpreis nennt blookery nicht. Jedes Angebot entsteht nach Budget, Zeitraum und Abflughafen, und gebucht wird ausschließlich über die eigene Seite des Anbieters. Verschenken lässt sich die Reise über einen Reisegutschein, den es ab 20 Euro gibt und der zwei Jahre gültig bleibt.

Zum Fernsehauftritt läuft eine Aktion, die den Preis wenigstens indirekt sichtbar macht. Wer bis zum 4. Oktober 2026 einen Gutschein ab 20 Euro kauft, bekommt 50 Euro Reiseguthaben dazu. Aus 20 Euro werden so 70 Euro Guthaben, aus 50 Euro werden 100 Euro. Solche Kampagnen sind ein brauchbarer Hinweis darauf, dass ein Startup mit einem Ansturm nach der Ausstrahlung rechnet. Stand September 2026 weist der Anbieter auf seiner Seite mehr als 2.000 Kundenbewertungen mit einem Schnitt von 4,7 von 5 Sternen aus.

Wie groß ist das Geschäft mit Überraschungsreisen?

Blind Booking ist kein neues Versprechen. Fluggesellschaften und Reiseportale verkaufen seit Jahren Überraschungstickets, meist als Restplatzgeschäft. blookery dreht das um und baut die Reise nach den Vorgaben des Kunden zusammen, nur eben ohne die Stadt zu verraten. Der Reiz liegt nicht allein im Nervenkitzel. Ein Teil der Kundschaft nutzt den Dienst schlicht, weil er sich die Recherche sparen will.

Die Größenordnung des Unternehmens lässt sich aus zwei unabhängigen Angaben ablesen. Nach einem Bericht von StartupValley zur Folge setzte blookery im vergangenen Jahr rund eine Million Euro um und organisierte etwa 10.000 Reisen. Der Nordkurier nannte im Mai 2026 ebenfalls mehr als 10.000 vermittelte Reisende im Vorjahr. In die Sendung geht das Duo mit einer Forderung von 500.000 Euro für zwölf Prozent der Firmenanteile, was einer Bewertung von rund 4,2 Millionen Euro entspricht.

Unsere Einschätzung: Hat blookery Potenzial?

Der größte Unterschied zu vielen Pitches dieser Staffel ist das Alter des Unternehmens. blookery ist seit rund zehn Jahren am Markt, hat einen laufenden Betrieb und Kunden, die wiederkommen. Das Startup muss den Löwen nicht erklären, ob das Produkt funktioniert, sondern warum es nach zehn Jahren erst bei einer Million Euro Umsatz steht.

Genau da liegt der wunde Punkt. Ein Vermittlungsmodell verdient an jeder Reise nur einen Bruchteil des Reisepreises, und der Vertrieb hängt an Suchmaschinen, an Flugpreisen und an der Laune der Urlauber. Rechnerisch bleiben bei rund einer Million Euro Umsatz und etwa 10.000 Reisen im Schnitt gut 100 Euro Umsatz je Reise. Eine Bewertung vom Vierfachen des Jahresumsatzes ist für eine Reisevermittlung ambitioniert, und nachbauen könnte das Prinzip jedes große Portal. Was blookery mitbringt, sind eine Marke, ein eingespieltes Team und viele gute Bewertungen. Was es braucht, ist Reichweite, und genau die liefert ein Fernsehauftritt.

Über die Pitches entscheiden in dieser Staffel acht Investoren, unter ihnen Judith Williams, Ralf Dümmel, Carsten Maschmeyer, Janna Ensthaler, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Johannes Kliesch und Andreas Herb. Wer von ihnen wofür steht, haben wir in der Übersicht zur Jury zusammengetragen. Wie oft in Staffel 20 überhaupt ein Deal zustande kommt, führen wir laufend in der Deal-Quote der Staffel mit. Eine Prognose zum Ausgang dieses Pitches geben wir bewusst nicht ab.

Wir bleiben dran

Ein Handschlag im Studio ist noch kein Vertrag. Wir ergänzen dieses Porträt, sobald feststeht, ob der Deal mit Johannes Kliesch hält und was er für das Reiseangebot bedeutet. Alle Ergebnisse des Abends stehen im Folgenbeitrag zur Folge 4.

Die übrigen Startups der Folge haben wir ebenfalls vorgestellt: Sauberkugel, Artem Oral Care, Loume und SchaumPo. Alle Sendetermine stehen in unserer Übersicht zu Staffel 20, und sämtliche Beiträge zur Sendung sammeln wir im Themenbereich Höhle der Löwen.

Häufige Fragen zu blookery

Wo kann man eine Blind-Booking-Reise von blookery buchen?

Ausschließlich über die Seite des Anbieters. Dort wählt man zwischen Flug mit Hotel und Hotel mit eigener Anreise, gibt seine Wünsche an und erhält ein Angebot. Gutscheine gibt es ab 20 Euro, und sie sind zwei Jahre gültig.

Wer hat blookery gegründet?

Jannis Jäger und Kevin Kiesewetter. Beide sind laut Impressum Geschäftsführer der blookery GmbH mit Gesellschaftssitz in Köln. Gegründet wurde das Unternehmen im Juni 2016.

Hat blookery bei der Höhle der Löwen einen Deal bekommen?

Ja. Johannes Kliesch investierte in der Sendung 500.000 Euro für 40 Prozent. Die Gründer hatten zwölf Prozent angeboten und auf 33 gegengehalten, Kliesch blieb bei seiner Zahl. Die Folge lief am 28. September 2026 ab 20:15 Uhr bei VOX.

Wie kommt man selbst in die Höhle der Löwen?

Über die offizielle Bewerbung des Senders. Welche Unterlagen verlangt werden, wann die Fristen für die nächste Staffel laufen und worauf die Redaktion achtet, haben wir in unserem Leitfaden zur Bewerbung für die nächste Staffel beschrieben.

Newsletter abonnieren

Vorheriger ArtikelAuswandern Rio de Janeiro: Leitfaden für Leben, Arbeit und Alltag in der Cidade Maravilhosa
Nächster ArtikelSchaumPo bei der Höhle der Löwen: Schaumberg aus dem Duschschlauch
Gründerfreunde
Dennis Weidner ist Gründer und Chefredakteur von Gruenderfreunde.de. Das Portal startete 2013 neben seiner eigenen Selbstständigkeit, gehört bis heute keinem Verlag und wird vom Gründer selbst geführt. Diese Unabhängigkeit entscheidet, worüber hier geschrieben wird und worüber nicht. Sein Weg begann in der Bankenbranche, es folgten rund zehn Jahre Krypto und Online-Marketing. Heute verantwortet er mehrere Gesellschaften in Medien, E-Commerce und KI und arbeitet im Tagesgeschäft mit KI-Agenten. Daher kommen die Themen, über die er schreibt: Finanzierung, Steuern und Bürokratie, Vertrieb und Automatisierung, Standortwahl und Auswandern. Er schreibt über das, was er selbst gemacht hat, Umwege eingeschlossen, und stützt sich auf amtliche Quellen und Kontakte vor Ort. Die Beiträge ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung, sie sollen die eigene Entscheidung vorbereiten. Kontakt und weitere Beiträge über LinkedIn oder dennis-weidner.com.