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Am Donnerstagabend, dem 17. September 2026, hat Mindspace in Berlin zur ersten Pitch Night eingeladen. Im Mindspace in der Krausenstraße traten fünf ausgewählte Startups vor Jury und Publikum an, und der Saal war voll. Wir waren dabei, weil Felix, ein befreundeter PR-Berater, uns eingeladen hat. Hier ist unser Bericht: wer gepitcht hat, wer in der Jury saß, wer gewonnen hat und was wir uns für die nächste Runde wünschen.

Voller Innenhof mit Lichterketten zum Beginn der Pitch Night im Mindspace Berlin
Der Innenhof in der Krausenstraße füllt sich, bevor die Pitches beginnen. Foto: Dennis Weidner

Pitch Night Berlin: aus über 60 Bewerbungen wurden fünf Startups

Für die Pitch Night konnten sich Gründerinnen und Gründer vorab über die Veranstaltungsseite bewerben. Über 60 Startups haben das getan, fünf kamen in die engere Auswahl und durften am Abend auf die Bühne. Ganz neu ist das Format nicht: In Miami lief die Big Pitch Night von Mindspace im Mai 2026 bereits zum dritten Mal. In Berlin war es jetzt die Premiere, und die Nachfrage war groß, mit über 500 Anmeldungen für den Abend.

Für Mindspace selbst ist Berlin kein neues Pflaster. Das Unternehmen betreibt in der Stadt mehrere Standorte, darunter den in der Krausenstraße in Mitte, den wir in unserem Überblick über Coworking Spaces in Berlin vorstellen. Und gepitcht wurde im Mindspace schon früher: 2017 lud die Produktionsfirma von „Die Höhle der Löwen“ zu einem Open Pitch Call in den Mindspace an der Friedrichstraße.

Diese fünf Startups haben gepitcht

Die Bandbreite war beachtlich: Handwerkssoftware, Lebensmittel, Bildungsrobotik, Möbeldesign und Eventtechnik an einem Abend. So sahen die fünf Teams im Überblick aus:

Startup Bereich Was es macht
Meisterpfad Handwerkssoftware KI-Software für Sanitär- und Heizungsbetriebe, die den ganzen Ablauf von der Kundenanfrage über das Angebot bis zur Rechnung abdeckt
Neurospice Lebensmittel Gewürzmischungen mit Adaptogenen, also Pflanzenstoffen, die das mentale Wohlbefinden stärken sollen
Eatingpapers Bildungsrobotik ein KI-Roboter, der Kindern zwischen 3 und 15 Jahren spielerisch Sprache und Kommunikation vermittelt
VESUV Möbeldesign ein ergonomischer 3D-Balance-Hocker, der das Sitzen in Bewegung bringt
TRAKKER Eventtechnik eine KI- und Sensorplattform, die auswertet, wie sich Besucher auf Messen bewegen, und daraus Kontakte und Erkenntnisse für Aussteller gewinnt

Auffällig ist, wie oft künstliche Intelligenz dabei war: Drei der fünf Teams setzen auf KI, aber in drei völlig verschiedenen Märkten, vom Heizungsbauer über das Kinderzimmer bis zur Messehalle. Die beiden anderen bauen etwas, das man anfassen und schmecken kann. Genau diese Mischung hat den Abend lebendig gemacht.

Die Jury und die Moderation

Über die Pitches entschied eine dreiköpfige Jury: Leo Ginsburg, Vanessa Fischer, Investorin und Managing Partner bei UpXcale, und Etta Dannemann, Head Coach des SIBB Incubator beim Digitalverband Berlin-Brandenburg. Auf der Bühne blieb es nicht beim Urteil: Jedes Team bekam Rückfragen und eine Einschätzung, wie sie sonst erst im Gespräch mit Kapitalgebern kommen. Ausgerichtet hat Mindspace den Abend zusammen mit dem SIBB, dem Digitalverband der Hauptstadtregion. Durch das Programm führten Peter Demidov und Patrick Lithander.

So lief der Abend

Einlass war um 18 Uhr, und ausgebucht war der Abend schon am Tag davor. Zuerst hatten die fünf Teams ihre Zeit auf der Bühne, dann kamen die Rückfragen der Jury, und erst danach fiel die Entscheidung. Neben der Bühne zeigten weitere Startups ihre Produkte an kleinen Ständen, sodass man zwischen den Pitches ins Gespräch kam. Nach der Siegerehrung ging der Abend ins Netzwerken über, mit Getränken, Musik und Verpflegung.

Der Sieger: VESUV Design gewinnt ein Jahr Büro bei Mindspace

Gewonnen hat VESUV Design mit ELAN, einem Hocker, der das Sitzen in Bewegung hält. Juliette Marquès und Stephan Lautz nehmen damit den Hauptpreis mit nach Hause, und Mindspace schreibt dazu, ergonomische Möbel für moderne Arbeitswelten passten gut ins eigene Haus. Der Preis kann sich sehen lassen: ein Jahr lang ein eigenes, voll ausgestattetes Büro bei Mindspace mit bis zu vier Arbeitsplätzen, dazu eine Mitgliedschaft mit Zugang zu Mindspace-Standorten auch außerhalb Berlins, Guthaben für Meetingräume, eine persönliche Strategie-Session mit Vanessa Fischer und eine Jahresmitgliedschaft beim SIBB. Mindspace selbst hat den Sieg am Tag danach öffentlich gemacht, mit einem Foto des Teams und dem Schild „The Pitch Night Winner“. Für ein junges Team ist das mehr als ein Pokal: Ein Jahr Miete für das Büro fällt weg, und das Netzwerk kommt gleich mit.

Pitch auf der Bühne der Mindspace Pitch Night, im Vordergrund das sitzende Publikum
Auf der Bühne pitcht TRAKKER, Jury und Publikum sitzen davor. Foto: Dennis Weidner

Unser Eindruck: gelungene Premiere mit viel Raum für Gespräche

Der Abend war rundum gelungen. Der Empfang war herzlich, die Location stark, und nach den Pitches gab es Getränke, Musik und Verpflegung. Vor allem aber war Zeit, mit den Gründerteams direkt zu sprechen, und genau das macht so einen Abend wertvoller als jedes Video vom Pitch. Wer ging, bekam noch eine kleine Goodie-Bag von Mindspace Berlin mit.

Was Gründerinnen und Gründer von so einem Abend mitnehmen

Für die fünf Teams war die Pitch Night mehr als eine Bühne. Sie bekamen eine Einschätzung von Menschen, an die man sonst schwer herankommt, dazu ein Publikum, das mitgeht, und Gespräche, die nach dem Abend weiterlaufen. Co-Moderator Patrick Lithander fasste die Premiere hinterher als „volles Haus, tolle Pitches auf der Bühne“ zusammen. Er berichtete außerdem, Jurorin Vanessa Fischer habe sich als Überschrift des Abends diesen Satz gewünscht: „Immer mehr Startups werden in Deutschland gegründet und die Founder bleiben auch in Deutschland.“

Für Gründerinnen und Gründer, die selbst einmal auf so eine Bühne wollen, ist die Rechnung einfach: Eine Bewerbung kostet eine halbe Stunde, ein Pitch fünf Minuten, und im besten Fall steht am Ende ein Jahr ohne Büromiete. Nach Angaben der Moderatoren nimmt Mindspace für die nächste Ausgabe bereits Bewerbungen an.

Was wir uns für die nächste Pitch Night wünschen

Bei der ersten Ausgabe waren alle Branchen zugelassen. Das hat den Abend abwechslungsreich gemacht, führt aber auch dazu, dass eine Jury eine KI-Software direkt neben einem Hocker bewerten muss. Für Folgeveranstaltungen würden wir uns einen thematischen Schwerpunkt wünschen, etwa einen Abend nur für KI und Software oder einen für Konsumgüter. Dann lassen sich die Pitches besser vergleichen, und das Publikum weiß genauer, worauf es sich einstellen kann.

Wie gut ein Pitch vor Publikum wirken kann, zeigt sich übrigens auch im Fernsehen: Wie Gründer sich für Die Höhle der Löwen bewerben, haben wir ebenfalls aufgeschrieben. Und warum sich solche Abende für Gründer lohnen, lest ihr in unserem Beitrag zum Networking für Gründer.

Fazit

Die erste Pitch Night im Mindspace Berlin war ein starker Auftakt: fünf mutige Teams, ein volles Haus und ein Abend, an dem man mit den Gründern selbst ins Gespräch kam. Gewonnen hat VESUV Design. Wir sind bei der nächsten Ausgabe gern wieder dabei und danken Felix für die Einladung.

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Gründerfreunde
Dennis Weidner ist Gründer und Chefredakteur von Gruenderfreunde.de. Das Portal startete 2013 neben seiner eigenen Selbstständigkeit, gehört bis heute keinem Verlag und wird vom Gründer selbst geführt. Diese Unabhängigkeit entscheidet, worüber hier geschrieben wird und worüber nicht. Sein Weg begann in der Bankenbranche, es folgten rund zehn Jahre Krypto und Online-Marketing. Heute verantwortet er mehrere Gesellschaften in Medien, E-Commerce und KI und arbeitet im Tagesgeschäft mit KI-Agenten. Daher kommen die Themen, über die er schreibt: Finanzierung, Steuern und Bürokratie, Vertrieb und Automatisierung, Standortwahl und Auswandern. Er schreibt über das, was er selbst gemacht hat, Umwege eingeschlossen, und stützt sich auf amtliche Quellen und Kontakte vor Ort. Die Beiträge ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung, sie sollen die eigene Entscheidung vorbereiten. Kontakt und weitere Beiträge über LinkedIn oder dennis-weidner.com.